Aufbaujahre im »wilden Osten«
Deutschland in den Jahren 1949 bis 1953. Mehr noch als die Zerstörung der Landschaft und die Ruinen der Städte schmerzen kurz nach Kriegsende Entwurzelung und Hoffnungslosigkeit. »Man musste wissen, dass man von nirgends fort ging und nirgendwo ankam, soviel man auch ging.« In der »Wismut«, dem riesigen Abbaugebiet für Uranerz in der Nähe von Chemnitz, treffen Heimkehrer und Glücksritter, deutsche Bergleute und sowjetische Funktionäre aufeinander.
Uranbergbau heißt im Kalten Krieg Wettlauf um Atomkraft. Das Fördergebiet liegt auf DDR-Territorium in einem abgesperrten Sektor, der von der Sowjetunion kontrolliert wird. Dieser Staat im Staate spiegelt die Situation in der einen deutschen Republik wider. Die Landschaft liegt in nebligem Grau, das Klima ist rau im »wilden Osten«. Vom Aufbauwillen beseelt, arbeiten die Leute schwer, leben in Baracken und trinken so viel Wodka wie sie können.
Und dennoch ist die mühevolle Arbeit im Berg nicht nur Maloche zum Broterwerb, sondern Arbeit an der Geschichte. Der berühmteste ungedruckte Roman der Nachkriegszeit beschreibt ungeschönt und mitreißend ein ungeschminktes Bild der Aufbaujahre.
Werner Bräunig, geboren 1934 in Chemnitz, arbeitete Anfang der 50er Jahre als Bergarbeiter bei der »Wismut«. Die Erfahrungen und Beobach-
tungen, die er in dem gigantischen Uranbergwerk in Sachsen sammelte, begann er in den 60er Jahren zu einem Roman zu verdichten. Das unvollendet gebliebene Werk wurde erstmalig im Jahre 2007 verlegt, da ein Vorabdruck im Jahre 1965 auf dem 11. Plenum der SED so heftig angegriffen wurde, dass er in der DDR nicht erscheinen konnte.
Mit Rummelplatz gelang Bräunig weit mehr als nur ein Bericht über den Aufbau der DDR und die damit verbundenen Konflikte und Schwierigkeiten, vielmehr entwarf er ein Panorama Deutschlands im Nachkrieg. Seine genaue Beschreibung fördert nicht allein Schicksale von Menschen zu Tage, sondern gräbt in den Schichtungen der ideologischen Katastrophen in Ost und West. Von Heiner Müller stammt die Feststellung, dass Texte, die in der DDR geschrieben wurden, vor allem eine Qualität aufzuweisen hatten: sie mussten warten können. Werner Bräunigs Roman musste 40 Jahre auf seine Veröffentlichung warten. Sein Autor starb mit 42 Jahren 1976 in Halle.
Von Werner Bräunig
Für die Bühne bearbeitet von Armin Petras
Regie: Armin Petras
Bühne und Kostüme: Susanne Schuboth
Musik: Sebastian Vogel, Thomas Kürstner
Video: Niklas Ritter
Dramaturgie: Carmen Wolfram
Mit Peter Kurth, Milan Peschel, Michael Klammer,
Regine Zimmermann, Robert Kuchenbuch,
Ursula Werner, Britta Hammerstein, Christa Baus
Aufführumg am 8.12.2009, 19.30 Uhr
Kontakt
Theater im Pfalzbau,
Berliner Str. 30
67059 Ludwigshafen
Telefon (0621) 504 25 - 40/41
Fax (0621) 5 04-29 30
E-Mail: info@theater-im-pfalzbau.de
Presse
Dr. Roswita Schwarz
Telefon (0621) 504 25 - 40
Fax (0621) 504 29 - 30http://www.theater-im-pfalzbau.de/content-bausteine/kontaktforms/kontakt-pr.html
Carolin Grein
Telefon (0621) 504 25 - 41
Fax (0621) 504 29 - 30
Links
http://www.theater-im-pfalzbau.de/theaterprogramm/schauspiel/rummelplatz.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Br%C3%A4unig
http://de.wikipedia.org/wiki/Rummelplatz_%28Roman%29
http://www.wsws.org/de/2007/dez2007/rumm-d22.shtml
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=10562&ausgabe=200704
http://www.stattweb.de/baseportal/Buecher&zeigen=99

