Gesellschaft Freunde der Künste

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Einsatz für einen menschlichen Sozialismus

Rosa, am 6.11.2009, Theater im Pfalzbau Ludwigshafen

Volker Ludwig, Gründer und seit 40 Jahren künstlerischer Leiter des renommierten grips-Theaters in Berlin, erfüllte sich mit dem Stück Rosa einen lange gehegten Wunsch, die Krönung seiner Arbeit, für die er 2008 mit dem Theaterpreis »Faust« ausgezeichnet wurde. In der »vielschichtigen, lebensprallen Inszenierung« (Gerhard Heß, Spielart) von Franziska Steiof wird ein Stück linke Geschichte nachgezeichnet, geprägt von der aufrechten Revolutionärin Rosa Luxemburg, die für einen menschlichen Sozialismus streitet.

Rosa, die als Tochter jüdischer Eltern 1871 in Polen geboren wurde, entdeckte ihre politische Überzeugung schon früh: Bereits in der Schulzeit gehörte sie einem verbotenen sozialistischen Zirkel in Warschau an, sodass sie gerade noch das Abitur schaffte, bevor sie, da sie mit ihrer Verhaftung rechnen musste, zunächst in die Schweiz flüchtete. Von dort zog es sie nach Berlin, eines der Zentren der Arbeiterbewegung, wo sie rastlos für die SPD unterwegs war.

Da sie stets Positionen am linken Rand der Partei vertrat, war sie nicht wenigen ein Dorn im Auge und erste Verhaftungen und Gefängnisaufenthalte waren die Folge. Gemeinsam mit Karl Liebknecht, der von 1912 bis 1916 Abgeordneter der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands im Reichstag war, wo er den linksrevolutionären Flügel der SPD vertrat, bestimmte Rosa Luxemburg die Linie der Gruppe Internationale (des späteren Spartakusbundes) mit.

1916 wurde Karl Liebknecht wegen seiner Ablehnung der Burgfriedenspolitik aus der spd-Fraktion ausgeschlossen. Er und Rosa Luxemburg wurden als Rädelsführer des »Spartakusaufstands« gesucht und schließlich von einem Trupp der Bürgerwehr aufgespürt. Nach ihrer Vernehmung sollten beide am 15. Januar 1919 ins Gefängnis Moabit überstellt werden.

Am Tag darauf stand in der Zeitung, Karl Liebknecht habe eine Autopanne im Tiergarten zu einem Fluchtversuch genutzt und sei daraufhin erschossen worden. Das war ebenso falsch wie die Behauptung, »Rosa Luxemburg sei von der aufgebrachten Menge vor dem Hotel ›Eden‹ beinahe gelyncht worden und ein Unbekannter habe auf sie geschossen.«

Der Mut und die Kompromisslosigkeit machen jedoch nur eine Seite dieser unerschrockenen Frau aus, die sich nicht nur als Symbol, sondern auch als Mensch verstanden wissen wollte. Ihre menschliche Seite beschreibt ihre Freundin Luise Kautsky-Ronsperger:

»Worin der Zauber ihres Wesens bestand? In ihrer Lebendigkeit, in ihrem schnellen Sich-Einfühlen-Können in jede Stimmung des andern, in ihrer voll endeten Kunst, zuzuhören, in ihrer liebevollen Art, auf des andern Freud und Leid einzugehen, in ihrem sprudelnden Witz, in ihrem klaren, verständigen Urteil, in ihrer Heiterkeit, die sich ansteckend ihrem Partner mitteilte, und andererseits in dem tiefen sittlichen Ernst, mit dem sie an alle Probleme herantrat, die ihr an Ereignissen so reichen Leben ihr täglich stellte.«

Aufführung am 6.11.2009, 19.30

Besetzung

Schauspiel mit Musik von Volker Ludwig und Franziska Steiof
Musik: Thomas Zaufke
Regie: Franziska Steiof
Choreographie: Romy Hochbaum
Bühne:
Jan Schröder
Kostüme: Barbara Kremer

Mit

Sebastian Achilles, Thomas Ahrens, Katja Götz, Michaela Hanser, Daniel Jeroma, Dietrich Lehmann, Robert Neumann, Kathrin Osterode, Regine Seidler, Jörg Westphal,Roland Wolf, Herbert Sowinski, Manfred Grashof-Ridder

Band: No Regrets

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