Gesellschaft Freunde der Künste

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Die umfangreiche Ausstellung spannt einen weiten Bogen von Courbet über Hopper bis Gursky

Realismus - Das Abenteuer der Wirklichkeit. Courbet - Hopper - Gursky 23. Januar bis 24. Mai 2010 in Emden

„Wie hat der Künstler das nur gemacht? Es sieht so echt aus!“ Wer hat nicht schon einmal vor einem realistischen Kunstwerk ungläubig über die virtuose handwerkliche Meisterschaft gestaunt. Malerei, schärfer und detailreicher als eine Fotografie, Skulpturen, deren Atem man zu spüren meint – realistische Kunst ist spannend und sinnlich. Doch: lässt sich eine ungeschönte Wirklichkeit tatsächlich darstellen? Was genau zeigt eine Kunst, die vorgibt, alles so darzustellen, wie es wirklich ist?

Die Kunsthalle Emden stellt in ihrer Themenausstellung „Realismus – Das Abenteuer der Wirklichkeit. Courbet – Hopper – Gursky“ vom 23.1. – 24.5.2010 rund 100 Künstler mit 170 Kunstwerken vor, die sich diesen Fragen gestellt haben. In acht Kapiteln präsentiert sie erstmals einen Überblick über realistische Strömungen vom späten 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Die Ausstellung zeigt Objektivität als Paradox; die realistische Kunst bewegt sich zwischen der Hoffnung, Wirklichkeit zu verstehen, und dem Zweifel, sie einfangen zu können.

Seit Gustave Courbet auf der Pariser Weltausstellung 1855 den Stilbegriff „Realismus“ prägte, gab und gibt es bis heute immer wieder realistische Strömungen in der Kunst, die vom Publikum gefeiert oder auch verdammt wurden: Die Neue Sachlichkeit mit Otto Dix oder Christian Schad, Radziwills Magischer Realismus, Edward Hopper und Weegee für den Amerikanischen Realismus.

In den Siebzigern machte der Fotorealismus von Richard Estes, Ralph Goings oder auch von Franz Gertsch weltweit Furore. Deutsche Künstler um Dieter Asmus begründeten mit dem Neuen Realismus eine Gegenbewegung zum Abstrakten Expressionismus und Informel. Seit Anfang des 21. Jahrhunderts beschäftigt sich wieder eine ganz neue, junge Künstlergeneration mit dem Begriff Realismus und lotet in den digitalen Welten von heute eine neue Wirklichkeit aus.

Die Kunsthalle knüpft mit dieser Schau an ihre Reihe mit erfolgreichen großen Themenausstellungen an, wie „Der Tanz“, „Der Akt“ oder „Der Garten in der Kunst seit 1900“. Diese Überblickschauen stellen spannungsreich und genau bedacht berühmte Klassiker unbekannteren zeitgenössischen Künstlern der Gegenwart gegenüber – Aha-Effekte beim Betrachter nicht ausgeschlossen. Dieses Konzept ist inzwischen zu einem Charakteristikum im Ausstellungsprofil des schönen Kunsthauses an der Nordsee geworden.

Die Ausstellung ist der Auftakt zu einem reichhaltigen Jahresprogramm mit Kunst, Musik und vielen weiteren Kulturveranstaltungen auf der gesamten ostfriesischen Halbinsel. Festivals, Ausstellungen und historische Rundgänge, aber auch kulinarische Events und Naturerlebnisse zwischen Wattenmeer und Moor präsentieren ein Jahr lang das „Abenteuer Wirklichkeit“ in Ostfriesland.

Künstler: Eugène Atget, Vilhelm Hammershoi, Gustave Le Gray, Édouard Manet, Adolph von Menzel, Boris Mikhailov, Erwin Wurm, Charles  Bell, Raimund Kummer, Robert Longo, Aernout Mik, Chuck Close, Thomas Demand, Arnold Odermatt, Gerhard Richter, Berenice Abbott, Heiner Altmeppen, Ottomar Anschütz, Dieter Asmus, Bernd und Hilla Becher, Astrid Brandt, Adolphe Braun, Josef Breitenbach, Eugene Buland, Cagnaccio di San Pietro, Juan Francisco Casas, Romulo Celdran, Robert Cottingham, Gustave Courbet, Barney Cowherd, John De Andrea, Philip-Lorca diCorcia, Rineke Dijkstra, Thomas Dillmann, Otto Dix, Peter Dreher, Alfred Eisenstaedt, Richard Estes, Walker Evans, Louis Eysen, Constant Alexandre Famin, Roger Fenton, Franz Gertsch, Ralph Goings, Jenna Gribbon, Carl Grossberg, Michele Guerri, Andreas Gursky, Beate Gütschow, Duane Hanson, Peter Hauenschild / Georg Ritter, Hill & Adamson, Manfred Hirzel, Thomas Hoepker, Candida Höfer, Edward Hopper, Karl Hubbuch, Louis Jean Baptiste Igout, Lotte Jacobi, Charles Junod, Alexander Kanoldt, William Edward Kilburn, Karin Kneffel, Fritz Koch, Sigurd Kuschnerus, Wilhelm Leibl, Franz Lenk, Ville Lenkkeri, Esko Männikkö, Werner Mantz, Tony Matelli, Stefan Mauck, Erich Mercker, Jean-François Millet, Malcolm Morley, Marcelo Moscheta, Johannes Müller-Franken, Mariele Neudecker, Julian Opie, Andreas Orosz, Philip Pearlstein, Fernand Pelez, Rudolf Pleißner, Herbert Ploberger, Marc Quinn, Franz Radziwill, Albert Renger-Patzsch, Gerhard Richter, Jacob Riis, Terry Rodgers, Thomas Ruff, August Sander, Christian Schad, Frank Cresson Schell, Rudolf Schlichter, Georg Scholz, Hans Schreiner, Wilhelm Schürmann, Bernd Schwering, Charles Sheeler, Stephen Shore, Daniel Spoerri, Sasha Stone, Beat Streuli, Thomas Struth, Miklos Suba, Mark Tansey, Sam Taylor-Wood, Félix Vallotton, Raissa Venables, Nicolai Wassilieff, Weegee , Anton von Werner, James White, Carel Willink, Andrew Wyeth

Dauer der Ausstellung bis zum 24.5.2010

Kontakt

Kunsthalle in Emden
Stiftung Henri und Eske Nannen und Schenkung Otto van de Loo
Kunstverein in Ostfriesland e.V.
Hinter dem Rahmen 13
26721 Emden
Deutschland
fon Info +49(0)4921 / 97 50 0
kunsthalle@kunsthalle-emden.de

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