Gesellschaft Freunde der Künste

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Premiere Theater Duisburg: 29. April, 19.30 Uhr

Rameaus Spätwerk Les paladins - In rasantem Tempo nimmt die Geschichte ihren Lauf, alles ist in Bewegung, im Fluß

Sein Name taucht nur in wenigen Operführern auf: Jean-Philippe Rameau (1683 - 1764) ist oder besser gesagt war in Deutschland bis vor kurzem selbst unter echten Opernkennern ein Unbekannter. War muss man sagen, denn an der Düsseldorfer Oper wurde jetzt sein Spätwerk Les Paladins unter der Regie von Arila Siegert auf die Bühne gebracht.

Zum ersten Mal wurde das Werk dieses Barockkomponisten in Deutschland aufgeführt - da drängt sich die Frage auf: Warum kommt so ein Stück erst fast 250 Jahre nach dem Entstehen auf die deutsche Bühne?

Die Geschichte als Comédie lyrique angelegt, ist so zeitgemäß wie eh und je. Wie in Mozarts "Entführung aus dem Serrail" geht es in Les Paladins um Liebende, die unsanft getrennt werden. Die hübsche Argie (Anna Virovlansky) wird mit ihrer Zofe Nerine (Julia Elena Surdu) von ihrem Vormund Anselme (Adrian Sampetrean) gefangen gehalten, weil dieser sie heiraten will.

Doch Argie liebt den jungen Paladin Atis (Anders J. Dahlin).  Als Pilger verkleidet gelingt es Atis mit Hilfe der Fee Manto, Argie zu befreien. Gemeinsam brechen sie zu einer Pilgerreise auf. Anselme will seine Verlobte aber nicht freigeben sondern nimmt die Verfolgung auf.

Die vom Musiktheater kommende Arila Siegert hat diese Geschichte auf wundersame Weise in eine kurzweilige auch für jüngeres Publikum durchaus sehenswerte Inszenierung gepackt. In rasantem Tempo nimmt die Geschichte ihren Lauf, alles ist in Bewegung, im Fluß.

Selbst das Bühnenbild (Frank Philipp Schlößmann) verändert sich ständig, Wände werden verschoben, neu zusammengesetzt, es entstehen immer wieder neue Räumlichkeiten. Diese werden live von dem Maler Helge Leiberg per overhead Projektor bemalt.

Gitterstäbe, wenn gerade von Gefängnissen gesungen wird, Strichmännchen, drohende Schatten, bis hin zu fast pornografischen Strichmännchen – jedes Bild ergänzt die gespielte Szene, macht sie noch plastischer. Ständig gleitet das Auge über die Bühne, denn es wird nicht nur gesungen sondern auch noch getanzt.

Das Ballett, das normalerweise zu einer Comedie lyrique, gehört und artig  Menuett, Sarabande oder Polonaise tanzen sollte, ersetzt die Regisseurin durch eine Hipp Hopper Truppe, die die barocke Musik in modernen Tanz umsetzt.

Doch auch die Sänger zeigen fast artistische Leistungen Atis etwa aber auch Orcan (Laimonas Pautienius), der Diener Anselmes, zeigen neben stimmlichen Höchstleistungen echte Bewegungskunst – scheinen sich geradezu an dieser neuen Bewegungsform zu erfreuen.

Begleitet werden Sänger und Tänzer von der  Düsseldorfer Hofmusik unter Konrad Junghänel, die auf original getreu nachgebauten Instrumenten diese nicht immer leichte Barockmusik in wohltuende Klänge verwandeln. Ein gelungener Abend, der mit tosendem Applaus belohnt wurde.


Termine: Premiere Theater Duisburg: 29. April, 19.30 Uhr, 2. Mai 15 Uhr, 4., 6. und 8. Mai 19.30 Uhr

Dauer: ca. 2 1/2 Stunden, eine Pause

Preise: 16,80 - 75,10 Euro

Link: www.operamrhein.de

Marco Huppertz

4D Media GmbH

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Deutschland