Verführung und Gewalt: Heiner Müller ließ sich zu »Quartett« von dem Briefroman »Les liaisons dangereuses« (»Gefährliche Liebschaften«) von Choderlos de Laclos aus dem Jahr 1782 anregen, einer zynischen Abrechnung mit dem sterbenden Rokoko.
Heiner Müller reduziert die Vorlage auf den Dialog zwischen den beiden Hauptakteuren Valmont und Merteuil. Diejenigen, denen es Lust bereitet, andere ins Unglück zu stürzen: »Die Qual zu leben und nicht Gott zu sein« versuchen sie für sich zu lindern. Müller machte einen Dialog des Geschlechterkampfs daraus, ein Rollenspiel der Wollust und Zerstörung.
Die Marquise de Merteuil erwartet ihren einstigen Liebhaber Vicomte de Valmont. Das körperliche Begehren ihrer Affäre ist längst erloschen, jedoch über die Sprache und die Erinnerung an die Opfer ihrer gemeinsamen Intrigen, die sie im mehrfachen Rollentausch wiederauferstehen lassen, vollführen sie nun ein noch weitaus lustvolleres und grausameres Spiel, ein Spiel im Spiel, das tödlich endet.
Premiere am 19.11.2009, 20:00 Uhr U 22
Weitere Vorstellungen:
25.11.2009
20.12.2009
Inszenierung: Dominik von Gunten
Bühne und Kostüme: Kristel Bergmann
Mit Marianne Heinrich, Werner Galas
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