Ein herunter-gekommenes Motel irgendwo in Amerika. Eine Handvoll Absteiger trifft sich in einem Zimmer, um gemeinsam zu saufen, Drogen zu nehmen, sich gut zu fühlen. Die Kellnerin Agnes und der um einiges jüngere
Kriegsheimkehrer Peter bleiben zusammen und verbringen die Nacht. Peter zieht bei Agnes ein. Die beiden Gestrandeten gewöhnen sich aneinander, geben sich gegenseitig Sicherheit und Geborgenheit.
Doch der schüchterne Peter entwickelt zunehmend paranoide Züge, als er lebende Wanzen in ihrem Zimmer entdeckt. Während Agnes’ brutaler Ex-Mann die beiden immer wieder mit Besuchen malträtiert, verwandeln Peter und Agnes ihr Motelzimmer in eine Mischung aus Festung gegen die Außenwelt und skurrilem Labor für Peters Insektenforschungen.
Tracy Letts Stück Verwanzt ist eine geschickte Mischung aus Psychothriller, Abstiegsdrama und Horrorvision und spielt dabei ein Spiel mit unserer Wahrnehmung. Was sehen wir wirklich, was bilden wir uns nur ein? Peter ist ein moderner Woyzeck, ein Haltloser, der von sich glaubt, für militärische Versuche missbraucht worden zu sein. Doch gab es diese Versuche wirklich? Oder ist Peters Leiden das Ergebnis einer ganz anderen Kriegsverletzung?
Verwanzt ist nach Eine Familie/August: Osage County die zweite deutschsprachige Erstaufführung eines Stücks des US-amerikanischen Autors Tracy Letts am Nationaltheater.
Inszenieren wird das Stück der isländische Regisseur Egill Heiðar Pálsson, der bereits bei Invasion! und Ehemänner im Studio Regie geführt hat.
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