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Project Space Festival Berlin 2016 - jeden Tag eine andere Location erkunden

Der Projektraum, der gleich zum Auftakt dieser Woche einen besonders selbstbewussten Standpunkt für das Periphere einnimmt, ist mp43. Die Einladung zu ihrer Veranstaltung Topflappen führt die Besucher des Festivals nach Marzahn-Hellersdorf.

Die vom Project Space Festival nach Berlin eingeladene Galerie BRD wird für einen Tag im Projektraum A+ in Moabit gastieren. Die wechselnde Ortsbezogenheit der Gruppe, die zum ersten Mal in Berlin ihre Arbeit zeigen wird, macht ihre knappen, in ihren Ausstellungstiteln eindringlichen Statements zum Ausgangspunkt ihrer räumlichen Interventionen.

Der Projektraum Raumerweiterungshalle befindet sich in der gleichnamigen mobilen Architektur, die in den 60er und 70er Jahren in der DDR gebaut wurde. Hier entstand in den letzten Jahren, in der Nähe des Clubs about_blank in Friedrichshain ein selbstorganisierter Raum für unkommerzielle Projekte und Veranstaltungen mit queer-feministischem Fokus.

Im benachbarten Kreuzberg befindet sich die Galerie der Gespräche Santa Lucia. Die von Max Dax moderierten Gesprächssituationen, werden hier experimentell durch die von Luci Lux kuratierten Ausstellungen erweitert.

Um einen europäisch-asiatischen Austausch geht es dem Projekt NON Berlin, die ihre im Zusammenhang mit der vielfachen Deutung des sowohl chinesischen als auch koreanischen Begriffs "nonda" entstandene performative Vortragsserie zeigen werden.

Im Wedding wird uqbar in diesem Jahr die bei sich – und in zwei weiteren benachbarten Projekträumen, Copyright und Kronenboden – gastierende Ausstellung des serbischen Projektraums U10 aus Belgrad zeigen.

Mit Fokus auf die Verortung von künstlerischer Praxis im Stadtraum entwickelt District ein kollaboratives und vielseitiges Programm, welches die Besucher des Festivals in diesem Jahr in einen ehemaligen Grenzwachturm der DDR in Berlin Treptow führen wird. Das Performance- und Publikationsprojekt The Many Headed Hydra wird hier aus dem Wasser der Spree und des Flutgrabens auftauchen und als vielköpfige Gestalt von einem kreolischen Geist und einer Hexe empfangen werden.

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Montag, 8. August 2016, 14:00-18:00
mp43
Topflappen
Stollbergstraße 72, 12627 Berlin Mahrzahn-Hellersdorf

Die partizipatorische Installation „Babel“ ist ein bewegliches Mobile aus zur Zeit ca. 350 Papierhäusern. Sandra Schmidt (DE) fordert Interessierte dazu auf, sie bei der Realisation der Installation zu unterstützen. Interessierte können neben der Herstellung der Papierhäuser, auch Geschichten zu den Häusern schreiben.
Zentrales Thema Kirsten Wechslbergers (NA) Arbeit ist die Ausgrenzung von Menschen aus der Gesellschaft. Sie untersucht die Mechanismen der Apartheid und fordert in ihren Aktionen und Performances dazu auf, diese zu untersuchen und sich den eigenen Vorurteilen zu stellen.

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Dienstag, 9. August 2016, 00:00-24:00
Galerie BRD
die Legitimitäten müss(t)en neu verteilt werden
Galerie BRD zu Gast bei A+, Stromstraße 38, 10551 Berlin Moabit

Zwei verhandeln ob und wie sie einander nützen könnten.
1. Die Lösung des Problems ist unbekannt.
2. Die Problemdarstellung selbst entfaltet sich noch.
3. Wer die wichtigsten Akteure sind, ist nicht klar.

– aus C. Otto Scharmer Katrin Kaeufer, (2010),"In front of the blankcanvas: sensing emerging futures", Journal of Business Strategy, Vol. 31Iss 4 pp. 21-29

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Mittwoch, 10. August 2016, 20:00-23:00 (Tür öffnet 19:00)
Raumerweiterungshalle
Hot Chix: Neither Here nor There // Geile Uschis: weder hier noch dort
Markgrafendamm 24c, 10245 Berlin Friedrichshain

Ein zeitbasierter multimedialer Versuch Unstimmigkeiten in der queeren und feministischen Szene Berlins hervorzuheben. Als bisherige Nicht-Künstler_innen fordern wir den Titel der Künstler_in von den sozialen Strukturen des Mainstreams als auch der gesellschaftlichen Randszenen (zurück). Diese hatten uns die Ankunft in dieser Identität aufgrund der ungleichen Verteilung sozialen, wirtschaftlichen, sexuellen, etc. Kapitals und damit einhergehenden Machtstrukturen, verwehrt. Bis jetzt.

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Donnerstag, 11. August 2016, 12:00-17:00
Santa Lucia
Niko Solorio and Rebecca Salvadori in Dialogue

Lübbener Straße 22, 10997 Berlin Kreuzberg

Seit sich die beiden Künstler Niko Solorio und Rebecca Salvadori 2008 in Berlin kennengelernt haben, pflegen sie einen vielschichtigen, oft überraschenden tagebuchartigen Gedankenaustausch, indem sie sich gegenseitig eigene Videos zusenden. In Dialogue richtet den Schärfepunkt ausschnitthaft auf eine Reise der beiden nach Los Angeles im Jahr 2015 – und wie sie anschließend in einen teils persönlichen, teils abstrakt-poetischen Dialog treten, um den Arbeitsprozess des jeweils anderen zu erkunden.
Das Material folgt keiner linearen Chronologie, es ist vielmehr das Abbild eines Dialogs wie auch ein Porträt einer Stadt und einer Freundschaft.
Im Santa Lucia kann man gemütlich sitzen und reden. Es gibt den besten Kaffee der Stadt.

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Freitag, 12. August 2016, 19:00-22:00
uqbar
(Para)Matters of Perception
Schwedenstraße 16, 13359 Berlin Wedding

Zusammen mit den benachbarten Projekträumen Copyright und Kronenboden die Ausstellung (Para)Matters of Perception präsentiert uqbar mit dieser Ausstellung den Artist-Run Space U10 aus Belgrad, Serbien und seine Arbeit in Berlin.
Zum Festival am 12. August findet ein Talk statt, bei dem U10 zusammen mit ausgewählten Gästen über ihre Arbeit sprechen, über den Produktions- und Ausstellungskontext Belgrad und auf Fragen eingehen wie: Warum betreibt die Gruppe einen Raum in Belgrad? Welchen Stellenwert hat dieser in der kulturellen Landschaft in Belgrad? Wie ist das Verhältnis zu anderen AkteurInnen der lokalen Kunstszene? Wie finanziert sich der Raum?
Im Anschluss wird Musik aus der Region aufgelegt und gegrillt.

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Samstag, 13. August 2016, 20:00-22:00
NON Berlin
NON論DA多{PLAY} #7
love! The hidden voice

Chausseestraße 11 (Eingang Tieckstraße), 10115 Berlin Mitte

NON論DA多{PLAY} #7
love! The hidden voice

erkundet die modernen sozialen Normen des Schreiens als einen Schnittpunkt zwischen Geschlecht, ethnischer Herkunft und Alter. Das Projekt betrachtet den Schrei als ein von der Norm abweichendes Verhalten, aber auch als Ausdruck von Identität und individueller Stimme, der dennoch gesellschaftlich tabuisiert ist. Die Performer werden mittels einer Kombination aus Stimmen, Klängen und Ausstattung diese primitive From der Kommunikation auf eine mögliche positive Neubewertung durch den modernen Betrachter hin befragen.

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Sonntag, 14. August 2016, 16:00-19:00
District
THE MANY HEADED HYDRA
DDR-Grenzwachturm, Schlesischer Busch, Berlin Alt-Treptow (Straßenkarree Heckmannufer, Jordanstraße und Puschkinallee)

„The creole or plain text god can live anywhere in her amorphous simplicity, moving from Nigeria to Haiti to New Orleans to Berlin to wherever and back, a simple enough system (the terror and beauty of the ocean, what it takes and what it delivers) to be encoded and decoded in many variations: (…) She can appear as image, as flesh, as dream, as moving light, as sensation. Only the “legibility criteria” – when she appears, something of the ocean should appear with her – constrains her many forms.“
– Hannah Black, MOTHER WATER, ein geschriebener Dialog mit Ato Malindas Videoperformance On Fait Ensemble (2010), in: Sea Body Infrastructure Image, The Many Headed Hydra Magazine #01, 2016

Empfangen von einem kreolischen Geist und einer Hexe – Ato Malinda’s Verkörperung der Mami Wata und Bryndís Björnsdóttir’s Quota Queen – taucht die vielköpfige Hydra (THE MANY HEADED HYDRA) aus den Wassern der Spree und des Flutgrabens. Im und um den ehemaligen Grenzwachturm am Schlesischen Busch materialisiert sich im Magazin Sea Body Infrastructure Image die erste Ansammlung von widerspenstigen Hydraköpfen und zeitgenössischem Seemannsgarn. Das Magazin verhandelt den nordatlantischen Ozean als ein Territorium des Übergangs, das soziale und ökologische Transformationen durchlebt. Die materiellen und mythologischen Bedeutungen dieses geopolitische Wesen fließen in den Strömen von Technologien und Kapital, in der Geschichte vieler Diasporen und des Kalten Krieges, in den Begehren und Erzählungen, die seine Gewässer kreuzen. Resonanzen in den atlantischen Wellen erzeugen zudem fluide Gestalten aus den archaischen wie futuristischen Gefilden anderer Ozeanküsten, deren Zwischenlandschaften von queeren, speziesübergreifenden Lebensformen bevölkert werden.
THE MANY HEADED HYDRA ist ein performatives und publizierendes Geschöpf von Emma Haugh und Suza Husse, beherbergt bei District Berlin.