Wien ist immer eine Reise wert - 2013 ist das Jubiläumsjahr zum 350. Geburtstag des Prinz Eugen von Savoyen (1663-1736). Ab 18. Oktober 2013 werden im Winterpalais des Prinzen Eugen die Tore geöffnet. Das Belvedere wird die neu renovierten Prunkräume in der Himmelpfortgasse bespielen. Das Palais soll dann einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Den Auftakt bildet eine Schau zum 350 jährigen Jubiläum des ehemaligen Hausherren und gibt Einblicke in seine Zeit.
Italienischer Abstammung, von Geburt ein Franzose, wurde Prinz Eugen von Savoyen (1663-1736) nach seinem kometenhaften Aufstieg und seiner glanzvollen Karriere als Feldherr einer der einflussreichsten Österreicher, der das Geschick des Landes und auch dessen Kunst- und Kulturgeschichte nachhaltig prägte
Prinz Eugen - Feldherr Philosoph und Kunstfreund
Als Diplomat und Ratgeber der Kaiser Leopold I., Josef I. und Karl VI. reiste er von einem Kriegsschauplatz zum anderen quer durch Europa und spielte eine maßgebliche Rolle für die Zukunft des Hauses Habsburg.
Sein Leben lang widmete sich Prinz Eugen aber auch dem Aufbau einer umfangreichen Sammlung von Gemälden und Kupferstichen, Inkunabeln, illuminierten Handschriften und Büchern, die in seinen Wiener Palais präsentiert wurden. Von den wechselnden Kriegsschauplätzen aus korrespondierte Prinz Eugen mit Künstlern und Kunsthandwerkern, Gartenarchitekten, Baumeistern und den führenden Köpfen seiner Zeit.
Glanz und Gloria in Wien
Prinz Eugen, der einem italienischen Adelsgeschlecht entstammte, in Frankreich aufgewachsen war und später im Gebiet des heutigen Österreich lebte, ist als inter- oder sogar supranationale Persönlichkeit zu verstehen. Reisen und Kriegszüge führten ihn in viele Länder, wobei er den jeweiligen Kulturen gegenüber sehr aufgeschlossen war. In seinen Palästen verkehrten Diplomaten und viele andere Persönlichkeiten von Rang und Namen, was zu einem regen Austausch in politischer, kultureller, aber auch künstlerischer Hinsicht unter den einzelnen Nationen führte.
Die Sammlungen des Prinzen Eugen spiegelten diese Intentionen deutlich wider: Gemälde holländischer, italienischer und französischer Meister fanden sich neben kostbaren Handschriften und Büchern, asiatischen Stoffen, chinesischem Porzellan sowie Tieren und Pflanzen von mehreren Kontinenten. Ermöglicht wurde dem Prinzen der Erwerb dieser Dinge durch ein internationales Netzwerk von Agenten und Freunden, die über seine Interessen bestens informiert waren.
Ganz Österreich feiert Prinz Eugen
Seine Erwerbungen schrieben österreichische Kunst- und Kulturgeschichte und forcierten den Kunsttransfer vom Hof des französischen Königs Louis XIV. nach Wien. Das naturwissenschaftliche Interesse des Prinzen, der sich in diesen Belangen vom Philosophen und Wissenschaftler Gottfried Wilhelm Leibniz beraten ließ, zeigt sich in seiner großen Sammlung exotischer Tiere und Pflanzen.
Kurzbiografie von Prinz Eugen von Savoyen (1663-1736)
1663 in Paris geboren, aufgewachsen in Paris im Umkreis des Sonnenkönigs Ludwig XIV. als jüngster Sohn der Familie (4 ältere Brüder und 2 jüngere Schwestern)
ursprünglich zum Geistlichen (Abbé) bestimmt
1683 im Alter von 20 Jahren kommt Prinz Eugen mittellos nach Wien, kämpft als Freiwilliger gegen die Osmanen (Türken), die gerade Wien belagern, und übernimmt das Dragonerregiment seines gegen die Osmanen gefallenen Bruders
1689 im Alter von 26 Jahren wird er bereits General
11.9.1697 besiegt Prinz Eugen in der Schlacht bei Zenta die Osmanen; 1699 Friede von Karlowitz (Ruhe an der Osmanenfront bis 1716)
während des Spanischen Erbfolgekriegs (1701-1714) ist er Oberbefehlshaber der kaiserlichen
Truppen und Reichsmarschall
1717 in der Schlacht bei Belgrad besiegt die Osmanen entscheidend (Türkenkrieg 1716-1718, Friede von Passarowitz)
1736 stirbt er in Wien und wird im Stephansdom beigesetzt.
Öffnungszeiten ab 18. Oktober 2013
Täglich 10 bis 18 Uhr
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Prinz Eugen Reiterdenkmal auf dem Heldenplatz in Wien. Foto: Peter Gerstbach, Wikipedia