Mit der Premiere „Götter-dämmerung“ am 10. Oktober schließt sich am Aalto-Theater die im November 2008 begonnene Neuinszenierung von Richard Wagners Bühnenfestspiel „Der Ring des Nibelungen“. GMD Stefan Soltesz dirigiert, Barrie Kosky führt Regie im Bühnenbild von Klaus Grünberg und Kostümen von Klaus Bruns. Die Chöre hat Alexander Eberle einstudiert.
Die in Essen realisierte Idee, die vier Abende des „Rings“ von vier verschiedenen Regisseuren und Produktionsteams gestalten zu lassen (Tilman Knabe inszenierte bereits „Das Rheingold“, Dietrich Hilsdorf setzte „Die Walküre“ in Szene, Anselm Weber „Siegfried“), gestattet es, die Vielzahl der möglichen Perspektiven auf das kolossale Werk zu verdeutlichen.
Barrie Kosky weist u.a. auf die verschiedenen Bewusstseinsebenen – Schlafen, Träumen, Wachen – hin, von denen in Wagners „Ring“-Dichtung immer wieder die Rede ist.
Die 1876 in Bayreuth uraufgeführte „Götterdämmerung“ ist zugleich das Finale und die Keimzelle der gesamten Tetralogie. Die erste Prosaskizze datiert bereits aus dem Revolutionsjahr 1848.
Doch das Drama um „Siegfrieds Tod“, wie Wagner diesen Teil seines Bühnenfestspiels noch lange nannte, erfuhr immer neue Erweiterungen rückwärts in seine Vorgeschichte. Die frühe Konzeption des Werks erklärt, dass hier opernhafte Tableaux noch stärker ausgeprägt sind als in den anderen „Ring“-Teilen.
Nicht zufällig knüpfen sich an den Titel „Götterdämmerung“ vielfältige Assoziationen. Lucchino Visconti betitelte so seinen Film über den Untergang der Krupp-Dynastie, Hitlers Betreiben, Deutschland im Feuersturm vernichtet zu sehen, wenn es denn den Zweiten Weltkrieg nicht siegreich beenden konnte, ist stark von Wagnerschen „Götterdämmerung“-Eindrücken geprägt.
Wagners späte Beschäftigung mit Schopenhauer und der Einfluss seiner Frau Cosima setzten der Apotheose des Untergangs allerdings in letzter Fassung noch eine versöhnliche Wendung entgegen: Erlösung durch Liebe.
Produktionsteam und Gäste:
Barrie Kosky (Regie)wurde in Melbourne geboren. Zu seinen Arbeiten in Australien zählen Inszenierungen am Sydney Opera House und seine Tätigkeit als Künstlerischer Direktor des Adelaide Festival of The Arts (1996). Zwischen 2001 und 2005 war Kosky Co-Direktor am Schauspielhaus Wien.
Im deutschsprachigen Raum setzte der designierte Intendant der Komischen Oper Berlin u.a. Wagners „Lohengrin“ (Wiener Staatsoper) und Strauss’ „Die schweigsame Frau“ (Staatsoper München) in Szene. Zurzeit erarbeitet er an der Staatsoper Hannover den gesamten „Ring des Nibelungen“. Am Aalto-Theater brachte Kosky u.a. „Der Fliegende Holländer“ und „Tristan und Isolde“ von Richard Wagner auf die Bühne.
Klaus Grünberg (Bühne) stammt aus Hamburg und arbeitet als freier Bühnenbildner und Lichtdesigner an Theatern und Opernhäusern in Europa sowie in Kuwait und Buenos Aires.
Er entwarf die Bühnenbilder für Barrie Koskys Inszenierungen von „L 'Orfeo“ an der Berliner Staatsoper, „Die Hochzeit des Figaro“ und „Iphigenie auf Tauris“ an der Komischen Oper Berlin, „Lohengrin“ an der Wiener Staatsoper und „Der Fliegende Holländer“ sowie „Tristan und Isolde“ am Aalto-Theater.
Klaus Bruns (Kostüme), in Mülheim/Ruhr geboren, arbeitet für Schauspiel, Oper und Film. Er entwarf u.a. Kostüme für die Deutsche Oper und Staatsoper Berlin, Hamburgische Staatsoper, Bayerische Staatsoper München und die Opern in Turin und Antwerpen.
Am Aalto-Theater zeichnete er für de Kostüme zu „La fanciulla del West“, „Andrea Chénier", „Cavalleria rusticana" und „Pagliacci" sowie „Jesus Christ Superstar" verantwortlich.
Attila Jun (Hagen) singt regelmäßig an Opernhäusern rund um den Globus, u.a. an der San Francisco Opera, der Mailänder Scala, dem Teatro Real in Madrid sowie an der Royal Opera Covent Garden London. Der gebürtige Koreaner gastiert regelmäßig bei den Bayreuther Festspielen und dem Wagner Festival in Wels. Sein Rollendebüt als Hagen gab er 2008 an der Vlaamse Opera in Antwerpen.
Caroline Whisnant (Brünnhilde) stammt aus den USA. Gastengagements führten sie u.a. an die Opernhäuser von Santiago de Chile, Memphis, Frankfurt, Karlsruhe, an die hamburgische Staatsoper und an das Teatro La Fenice Venedig. Zu ihrem Repertoire gehören neben der Brünnhilde in den jeweiligen Teilen des „Ring des Nibelungen“ Isolde, Elektra und die Färberin („Die Frau ohne Schatten“). In letzterer Partie ist sie auch in Essen bekannt.
Musikalische Leitung Stefan Soltesz
Inszenierung Barrie Kosky
Bühne Klaus Grünberg
Kostüme Klaus Bruns
Choreinstudierung Alexander Eberle
Siegfried Jeffrey Dowd
Gunther Heiko Trinsinger
Alberich Günter Kiefer
Hagen Attila Jun
Brünnhilde Caroline Whisnant
Gutrune / Dritte Norn Francisca Devos
Waltraute / Floßhilde / Zweite Norn Ieva Prudnikovaite
Erste Norn Ildiko Szönyi
Woglinde Katherina Müller
Wellgunde Marie-Helen Joël
Opern- und Extrachor des Aalto-Theaters, Essener Philharmoniker
Weitere Vorstellungen: 23. Oktober, 21. November 2010, 13., 20. März, 26. Juni, 24. Juli 2011
Karten unter 8122 200 und tickets@theater-essen.de
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