Gesellschaft Freunde der Künste

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höhepunkte in essen

Premiere der Giuseppe Verdi Oper Nabucco in Essen vom 11.4.2009 bis 8.7.2010

Zu dem Zeitpunkt, als Giuseppe Verdi das Libretto zu „Nabucco“ von Temistocle Solera durch den Impresario der Mailänder Scala Bartolomeo Merelli angeboten bekam, wollte der junge Komponist wegen des Fiaskos seines letzten Werkes „Un giorno di regno“ eigentlich keine Opern mehr schreiben.

Seinen eigenen Worten zufolge warf er daher nur einen flüchtigen Blick auf das Manuskript, wobei ihm die Zeile „Va pensiero sull’ali dorate“ ins Auge fiel: Die Verse inspirierten ihn zu dem berühmten Chor der hebräischen Gefangenen, der später zur heimlichen Hymne des Risorgimento, der Schaffung des geeinten italienischen Nationalstaates, werden sollte. Aufgrund der exotischen Farbigkeit und erfindungsreichen Vitalität der Musik, der einprägsamen Kantilenen und effektvollen Massenszenen war der Oper bei der Premiere am 9. März 1842 an der Mailänder Scala ein triumphaler Erfolg beschieden.

Die Einnahme von Jerusalem durch die Babylonier setzt eine Kette von sich überstürzenden Ereignissen in den Gang: Der Hohepriester der Hebräer Zaccaria versucht sein verzweifeltes Volk im Kampf gegen den Feind zu einen; Fenana, die Tochter von Nabucco, und Ismael, Neffe des Königs von Jerusalem, lieben einander und müssen von ihren jeweiligen Landsleuten das Schlimmste befürchten; die Sklavin und vermeintlich erstgeborene Tochter Nabuccos, Abigaille, neidet Fenana alles und versucht mit Hilfe des Oberpriesters des Baal die Krone ihres „Vaters“ an sich zu reißen; und dieser verfällt, nachdem er sich zum Gott der Juden erklärt hat, in den Wahnsinn: In der Ausweglosigkeit der Situation scheint es für niemanden mehr eine Hoffnung zu geben …

Das in archaische, alttestamentarische Zeiten entrückte Geschehen hat bis heute nichts von seiner brisanten Aktualität eingebüßt: Die leidenschaftlichen, inneren wie äußeren Konflikte um Glauben, Zweifel, Liebe, Hass, Eifersucht, Treue, Verblendung und (selbst)zerstörerisches Machtstreben sind überzeitlich und verlaufen quer zu den angeblich so festen Grenzen zwischen den Kulturen. In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln.

Musikalische Leitung Noam Zur
Inszenierung Andreas Baesler
Bühne Harald Thor
Kostüme Alfred Mayerhofer
Choreinstudierung Alexander Eberle

Dramma lirico in vier Teilen Text von Temistocle Solera

Premiere am 11.4.2009 im Aalto Theater in Essen www.theater-essen.de 

Weitere Vorstellungstermine: 28.5.| 10.6.| 3.7. | 28.10.| 28.11.| 6.12.| 16.12.| 15.1.2010| 26.3.2010| 8.7.2010

 

Andreas Baesler absolvierte nach einem Studium der Publizistik und Deutschen Literatur die Regieklasse der Folkwangschule in Essen. Als Regieassistent arbeitete er mit Dieter Dorn an den Münchner Kammerspielen, bevor Engagements am Ulmer Theater, am Nationaltheater in Brüssel, am Stadttheater Augsburg und an der Oper Frankfurt folgten. Zusammenarbeit mit Karl-Ernst Herrmann, Peter Mussbach und Herbert Wernicke. Andreas Baesler kann auf etwa neunzig Inszenierungen im Musik- wie im Sprechtheater verweisen, darunter eine Reihe Ur- und Erstaufführungen. Gastinszenierungen führten ihn u.a. nach Mannheim, Stuttgart, Braunschweig, Innsbruck, Kaiserslautern, Trier, Luxemburg, Oldenburg, Nancy, der Opéra du Rhin Strasbourg und den Internationalen Musikfestwochen Luzern. An der Hamburgischen Staatsoper inszenierte er 1999 mit großem Erfolg \"Hoffmanns Erzählungen\". Von 1996 bis 1999 war Andreas Baesler Direktionsmitglied am Luzerner Theater, von 2000 bis 2002 Operndirektor am Volkstheater Rostock. Am Musiktheater im Revier inszenierte Andreas Baesler bisher \"La Calisto\", \"Armide\" von Gluck und \"Il viaggio a Reims\" von Rossini. Im Rahmen von Gerard Mortiers RuhrTriennale inszenierte er 2003 die Uraufführung der Oper \"Die Todesbrücke\". Seit der Spielzeit 2004/2005 ist er als Chefregiesseur am MIR engagiert. Mit \"L\'italiana in Algeri\" gibt Andreas Baesler sein Debüt am Aalto-Theater.