Gesellschaft Freunde der Künste

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Die Sammlung von Daniela Mrázkowá

Politische Bilder. Sowjetische Fotografien. Bis zum 31.01.2010 in Ludwig Museum, Köln

Wir sind verpflichtet zu experimentieren!", erklärte Alexsandr Rodtschenko 1924, um die großen Aufgaben der Fotografie für die Gestaltung des neuen gesellschaftlichen Lebens der Sowjetunion darzulegen und Taten anzumahnen. Viele Fotografen folgten seinem Beispiel einer resoluten Abkehr von den klassischen Traditionen hin zu einer medienspezifischen Bildsprache für die revolutionäre Umgestaltung Russlands zur Sowjetunion.

Sie wählten ungewohnte Bildausschnitte, arbeiteten mit extremen Perspektiven und entdeckten ‚neue' Motive beim industriellen Aufbau des
Landes, im Großstadtleben und bei den vielen ethnischen Volksgruppen der Sowjetunion.

Ab Ende der 1920er Jahre wurde das kreative Potential dieser Avantgarde allerdings stark reglementiert und zunehmend in die ideologische Propaganda des ‚Sozialistischen Realismus' hineingedrängt. In diesem Prozess der radikalen Umgestaltung aller Lebensbereiche spielte die Fotografie als künstlerisches Medium, als Dokumentarfotografie und als publizistisches Mittel der Propaganda, welches vor allem das große Heer der Analphabeten zu erreichen hatte, eine herausragende Rolle.

Material der sowjetischen Fotografen ist kaum in deutschen Sammlungen vertreten. Aber die in Prag lebende Publizistin und Kuratorin Daniela Mrázkowá trug in den 1960er und 1970er Jahren eine Sammlung der bedeutendsten sowjetischen Fotografen Arkadij Schajchet, Georgij Sel'ma, Boris Ignatowitsch, Maks Al'pert, Georgij Petrusow und anderen zusammen. In der Hochphase des Kalten Krieges wollte sie dem ‚anderen Rußland' eine Stimme geben.

Jetzt ist der Ankauf dieser Sammlung Mrázkowá für das Museum Ludwig mit dessen Sammlungsschwerpunkt ‚Russische Avantgarde im 20. Jahrhundert' gelungen und stellt eine willkommene Bereicherung dar. Die Ausstellung POLITISCHE BILDER präsentiert mit dieser Sammlung nicht nur Fotografien von Aleksandr Rodtschenko sondern auch über 200 Fotografien seiner vielen Mitstreiter und Zeitgenossen, die über Jahrzehnte in der Sowjetunion verfemt waren. Gleichzeitig werden zahlreiche bislang völlig unbekannte Filmdokumente aus dem Archiv ‚Hartmut Kaminski' in der Ausstellung gezeigt.

Dauer der Ausstellung bis zum 31.01.2010

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Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag (inkl. Feiertage): 10 – 18 Uhr
jeden ersten Donnerstag im Monat: 10 – 22 Uhr
montags geschlossen

Bilder

Abram Schterenberg (1894-1979)
Der Schriftsteller Wladimir Majakowskij, Moskau 1919, © Abram Schterenberg (1894-1979)

Boris Ignatowitsch (1899-1976)
Russen in der Teestube des Dorfes Ramenskoye bei der Lektüre der Zeitung, Kolomensky Gebiet, 1928, © Boris Ignatowitsch

Georgij Petrusow (1903-1971)
Der Dnepr- Staudamm, 1936, © Georgij Petrusow

Wictor Tjomin (1908-1982)
Die sowjetische Flagge am Chalchin-Gol Fluß, 1939,  © Wictor Tjomin

Maks Al'pert (1899-1980)
Wiktor Kalmikow im Zug nach Magnitogorsk, Südural 1930, © Maks Al'pert

Links

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