Der erste Jazz-Musiker auf der Welt war Bach“, erklärt Jazz-Pianist Jacques Loussier, der durch seine jazzigen Interpretationen insbesondere der Werke Johann Sebastian Bachs bekannt wurde. „Es gibt diese Ähnlichkeit zwischen dem Generalbass in der Barockmusik und den Basslinien im Jazz.
Auch was die Struktur der Werke anbelangt: Bei Bach ist ein Thema meistens exakt 8, 16 oder 32 Takte lang, das ist beim Grundmodell der Jazz-Improvisation sehr ähnlich.“
Ursprünglich als klassischer Pianist ausgebildet, entdeckte Loussier früh die Faszination der Bach-Werke: „Seine Musik hat auf mich schon immer einen großen Reiz ausgeübt, mit ihr zu spielen.
Einfach aus Spaß an dieser Musik. Bachs Musik eignet sich ja auch sehr gut zur Improvisation.“ Und mit genau diesen Bach-Improvisationen wurde Jacques Loussier einem breiten Publikum bekannt: Im Jahr 1959 sorgte er mit seiner ersten LP „Play Bach“, einer Jazz-Bearbeitung von Präludien und Fugen des großen Barock-Meisters, für Furore.
Auch wenn man es aus heutiger Sicht kaum glauben mag – schon vor Loussier hatten die Jazzer Johann Sebastian Bach für sich entdeckt. Django Reinhardt zum Beispiel spielte Bach-Konzerte auf der Gitarre, und Benny Goodman nannte eines seiner Stücke gar „Bach goes to town“.
Für den großen Durchbruch sorgte allerdings erst Loussier mit seiner Einspielung „Play Bach“. Nach vier weiteren Alben waren einige Millionen Schallplatten verkauft, und dank Loussier hat sich die Tradition des Improvisierens über Bach-Themen seit den 60er Jahren im Jazz als eigene Spielart fest etabliert.
Der Reiz des Bachschen Œuvres liegt bis heute in der Ambivalenz zwischen unmittelbarer Zugänglichkeit und kontrapunktischer Raffinesse. Für einen Könner wie Loussier entfaltet sich hier ein ungeheurer Spielraum an Improvisationsmöglichkeiten, der auch nach über 50 Jahren der Erkundung bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist – im Trio zu erleben am Samstag, 27. März 2010 um 20 Uhr.
Jazzige Bach-Interpretationen am Samstag, 27. März 2010 um 20 Uhr im Alfried Krupp Saal
Karten (Preise (€): 55,-/50,-/45,-/35,-/30,-/15,- zzgl. VVK-Gebühr) und weitere Informationen unter Tel. 0201/8122-200, Tel. 0180/59 59 598 (0,14 €/Min.) und www.philharmonie-essen.de.
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©Jacques Loussier Trio 1Bild