Als „Jahrhundert-geigerin“ bezeichnete der Kritiker Harald Eggebrecht Julia Fischer, 2006 wurde sie mit gerade einmal 26 Jahren neben Größen wie Yehudi Menuhin, Gidon Kremer und Anne-Sophie Mutter in die gleichnamige CD-Edition der „Süddeutschen Zeitung“ aufgenommen.
Immer wieder loben Musikkritiker die natürliche Musikalität und überragende Technik, mit der die als Perfektionistin geltende Münchnerin ans Werk geht. Mit Martin Helmchen, der neben seiner internationalen solistischen Karriere einer der meistgefragten Klavierpartner der jüngeren Generation ist, bildet sie ein im Wortsinn bestens eingespieltes Team.
Die gleichaltrigen Künstler musizieren regelmäßig miteinander, im vergangenen Jahr legten sie eine gemeinsame Einspielung mit Violinsonaten von Schubert vor.
Eine Künstlerfreundschaft spielt auch bei der Entstehung von Robert Schumanns dritter Violinsonate eine besondere Rolle, die die beiden Ausnahmetalente im Schumann-Jahr neben den beiden ersten Violinsonaten des Romantikers für ihr Essener Konzert am Sonntag, 5. Dezember 2010 um 11 Uhr im Alfried Krupp Saal ausgewählt haben.
Deren Grundlage bilden zwei Sätze aus einer Gemeinschaftskomposition mit den Schumann-Schülern Johannes Brahms und Albert Dietrich. Überschrieben mit „F.A.E.“, war diese ursprüngliche Sonate dem jungen Geiger Joseph Joachim gewidmet, entsprechend dessen Lebensmaxime „Frei, aber einsam“.
Noch im gleichen Jahr begann Schumann, die beiden fremden Sätze durch eigene zu ersetzen und schuf so die eigenständige, dritte Violinsonate.
Schumann-Werke am Sonntag, 5. Dezember 2010 um 11 Uhr im Alfried Krupp Saal
Karten (Preise (€): 10,-/15,-/20,-/25,-/30,-/35,- zzgl. VVK-Gebühr) und Infos unter T 02 01 81 22-200, T 01 80 59 59 598 (0,14 €/Min.) und www.philharmonie-essen.de.
Anke Meis
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