„Das Henze-Projekt. Neue Musik für eine Metropole“ heißt die ambitionierte Konzertreihe der Kulturhauptstadt RUHR.2010, die sich dem bedeutenden zeitgenössischen Komponisten Hans Werner Henze zuwendet. Auch die Philharmonie Essen beteiligt sich an diesem bemerkenswerten Programm:
Steven Sloane und die Bochumer Symphoniker präsentieren gemeinsam mit Reinhold Friedrich (Trompete) und Dimitri Vassilakis (Klavier) am Samstag, 12. Juni 2010 um 20 Uhr das Requiem von Hans Werner Henze.
Henze gelingt mit diesen „Neun geistlichen Konzerten für Klavier solo, konzertierende Trompete und großes Kammerorchester“ Eindrucksvolles:
Nachdem die Loslösung der geistlichen Musik aus dem liturgischen Kontext mit Beethovens „Missa solemnis“ vollzogen ist, geht Henze in seinem Requiem noch einen Schritt weiter und stellt die Frage nach Leben und Sterben grundsätzlich nicht mehr an die Religion oder das Jenseits, sondern an das Leben im Hier und Jetzt.
Der erklärte Humanist hat zum Tod seines engen Freundes Michael Vyner ein musikalisches Poem über die Erfahrung des Sterbens, des Abschieds und der Trauer komponiert.
Auch der Tod ist für Henze eine Sache des Lebens. „Das Paradies ist hier, oder sollte es sein, nicht nachher, wo nichts mehr kommt“, ist sein Bild von einer besseren Welt. So erscheint es nur folgerichtig, dass der Zyklus mit einem Hymnus an das Leben schließt.
Das klangliche Wunder dieser erklärten diesseitigen Komposition besteht jedoch in einer Farben- und Klangvielfalt, die einem Zaubergarten von Sehnsüchten und Erlösungsmotiven gleicht – scheinbar nicht von dieser Welt, jedenfalls nicht für den Hörer, der noch an eine Erlösung glaubt.
Karten (Preise (€): 35,-/20, zzgl. VVK-Gebühr) und weitere Informationen unter Tel. 0201/8122-200, Tel. 0180/59 59 598 (0,14 €/Min.) sowie im Internet www.philharmonie-essen.de.
Eine Koproduktion von Essener Domschatzkammer, Folkwang Universität der Künste, Katholischer Akademie „Die Wolfsburg“ Mülheim, Philharmonie Essen und der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 für „!SING Musica Enchiriadis“ und „Das Henze-Projekt. Neue Musik für eine Metropole“.
Konzert im Rahmen des Kulturhauptstadt-Projektes am Sa., 12. Juni um 20 Uhr im Alfried Krupp Saal
Anke Meis
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