In lieblicher Bläue blühet mit dem metallenen Dache der Kirchthurm. Den umschwebet Geschrei der Schwalben, den umgiebt die rührendste Bläue.“ Eine Hymne von Friedrich Hölderlin inspirierte Hans Werner Henze zu seiner „Kammermusik 1958“. Wirkung zeigte aber auch ein Besuch in Griechenland und die Berührung mit der antiken Kultur.
Die Folge: In Südeuropa hat Henze vor über fünfzig Jahren seine zweite Heimat gefunden. Trotz der geografischen Distanz ist der in Italien lebende Komponist mit den Berliner Philharmonikern eng verbunden. Etliche Uraufführungen hat das berühmte Orchester gespielt, und an die dreißig Mal hat Henze es selbst dirigiert.
Auch das Scharoun Ensemble, das sich aus Mitgliedern der Berliner zusammensetzt und das in dieser Saison im Rahmen einer Residenz in der Philharmonie Essen zu Gast, widmet sich immer wieder seiner Musik. Es gibt wohl kein Ensemble, das so viele Henze-Kompositionen zu seinem Repertoire zählt – darunter eben auch jene „Kammermusik 1958 für Tenor, Gitarre und acht Soloinstrumente“ – den Gesangspart übernimmt Ian Bostridge.
Mit der Aufführung des Werkes leistet die Philharmonie Essen einen wichtigen Beitrag zum einzigartigen Henze-Projekt der Kulturhauptstadt RUHR.2010. „Neue Musik für eine Metropole“ – dieses Motto steht für eine der größten Werkschauen, die jemals einem lebenden Komponisten zuteil wurde.
Auf einen weiteren Programmpunkt darf sich das Publikum an diesem Abend freuen: Nina von Möllendorff (Sopran) und Vanessa Barkowski (Mezzosopran) übernehmen die Gesangspartien in Giovanni Battista Pergolesis berühmtem „Stabat Mater“.
Konzert mit dem Scharoun Ensemble am Sonntag, 7. März 2010 um 17 Uhr im Alfried Krupp Saal
Eine Koproduktion mit der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 für „Das Henze-Projekt. Neue Musik für eine Metropole“.
Karten (Preise (€): 35,-/20,- zzgl. Vorverkaufsgebühr) und weitere Informationen unter Tel. 0201/8122-200, Tel. 0180/59 59 598 (0,14 €/Min.) und www.philharmonie-essen.de.
Anke Meis
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Ian Bostridge ©unc.edu 1Bild/1Video