„Iván Fischer ist ein Dirigent, der in der Taktgebung Leidenschaft mit Präzision verbindet. Und, ein mindestens ebenso wichtiger Charakterzug, der unbändige Freude an der Musik zu haben scheint. Dass sich dies auf die Mitglieder des Budapest Festival Orchestra unmittelbar überträgt, ist ein Glücksfall.
Dieser Klangkörper, von Fischer 1983 gegründet, präsentiert sich einerseits eng zusammengeschweißt, andererseits durch alle Gruppen in technischer Präzision“, schrieben WAZ und NRZ nach dem Januar-Konzert des gefeierten Orchesters in der Philharmonie.
Das hochgelobte Ensemble ist nun am Montag, 15. März 2010 um 20 Uhr unter der Leitung von Iván Fischer ein weiteres Mal zu Gast – mit einem reinen Beethoven-Programm. Und technische Präzision wird bei diesem Konzert erneut gefragt sein, insbesondere für den Solisten.
Denn der Anfang von Beethovens viertem Klavierkonzert ist eine knifflige Angelegenheit: Ein bekannter Musikkritiker äußerte einmal, dass schon die ersten fünf Takte, in denen das Klavier das Hauptthema des ersten Satzes vorstellt, völlig ausreichten, um einen guten Pianisten von einem schlechten zu unterscheiden.
Das Klavier eröffnet das Konzert solo: verhalten, fein, fast zögernd – die einzelnen Stimmen in den Akkorden müssen richtig gewichtet sein. Schon nach wenigen Takten folgt ein langer orchestraler Teil. Zuviel darf man hier nicht wollen – sonst geht es dem Pianisten womöglich wie dem berühmten Beethoven-Interpreten Edwin Fischer, dem der Dirigent, in diesem Falle Richard Strauss, Einhalt gebot und fragte:
„Warum machen Sie denn da soviel? Da geben Sie doch nur Ihre Visitenkarte ab.“ Diese Gefahr besteht bei Anton Kuerti wohl nicht, ist er doch bekannt für sein verantwortungsvolles, genau kalkuliertes Klavierspiel.
Der Ausnahmepianist stellt sich stets ganz in den Dienst der Musik und bekundet: „Die wichtige Sache ist, nicht pedantisch und diktatorisch mit der Musik umzugehen, sondern sie intelligent und verstehbar zu gestalten.“ Eine Haltung, die er mit dem ungarischen Orchester gemeinsam hat!
Konzert mit dem Pianisten Anton Kuerti am Mo., 15. März 2010 um 20 Uhr im Alfried Krupp Saal
Gefördert von der Kulturstiftung Essen
Karten (Preise (€): 75,-/65,-/50,-/35,-/20,-/15,- zzgl. VVK-Gebühr) und weitere Informationen unter Tel. 0201/8122-200, Tel. 0180/59 59 598 (0,14 €/Min.) und www.philharmonie-essen.de.
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