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sie wollen sich weiter „Großstadt für Kinder“ nennen dürfen

Peter Maffay: Sparen am falschen Ende - Protestaktion gegen Sparmaßnahmen an der Folkwang Musikschule

Auch die Folkwang Musikschule ist von drastischen Sparmaßnahmen betroffen. Aus diesem Grund hatten der Förderverein und die Ver.di-Betriebsgruppe der Folkwang Musikschule eine Postkartenaktion für den Erhalt der städtischen Musikschule mit ihrer vielfältigen Ensemble- und Veranstaltungsarbeit gestartet.

Ziel ist es, das Ausbluten des festen Lehrkörpers durch Aufstocken des Honorarkräfteeinsatzes zu stoppen, weitere Gebührenerhöhungen zu vermeiden und ausreichende Räumlichkeiten sicherzustellen. Schließlich soll Essen als „Kulturhauptstadt“ über das Jahr 2010 hinaus bestehen bleiben und sich weiter „Großstadt für Kinder“ nennen dürfen.

Maffay: Sparen am falschen Ende


Auch Peter Maffay, seit 2005 als Kuratoriumsmitglied des Verbandes deutscher Musikschulen Pate der Folkwang Musikschule, äußert sich besorgt über die drohenden Einschnitte in die Musikschularbeit: „An der Musikschule sparen heißt definitiv, am falschen Ende sparen.

Wer sonst soll die musikalischen Potenziale und Talente unserer Kinder fördern? Wo sonst gibt es so viele Möglichkeiten, zusammen Musik zu machen? Hier lernen die Kids viel mehr, als ein Instrument zu spielen. Sie lernen, was unsere Gesellschaft dringend braucht: Kreativität, Spaß an der Teamarbeit, gegenseitigen Respekt und Toleranz.“

5.500 unterschriebene Postkarten an den Kulturausschuss

Bevor der Kulturausschuss im Sitzungssaal „Grenoble“ des Rathauses tagte, wurden dem Vorsitzenden Norbert Kleine-Möllhoff und dem Dezernenten für Kultur und Integration Andreas Bomheuer am 5. Mai um 14:30 Uhr 5.500 unterschriebene Postkarten überreicht.

Norbert Tillmann (Vorsitzender des Fördervereins der Folkwang Musikschule), Oluf Schlingmann (Mitglied zweier integrativer Bandprojekte der Folkwang Musikschule), Beate Kostka (Mutter einer Musikschülerin), Maria Schönnenbeck (Musikschülerin) und Vertreter von Ver.di führten die Protestaktion an. Für Aufmerksamkeit und „Stimmung“ sorgten Schülerinnen und Schüler der Fachbereiche Bläser, Streicher und Tanz.

Die Musikschulkultur ist bedroht

Die Folkwang Musikschule muss bis Ende 2013 laut Haushaltsplan 500.000 € Personalkosten einsparen. Das bedeutet 10 Planstellen mit insgesamt 300 Unterrichtswochenstunden weniger (von 85 Planstellen auf 75 Planstellen bis Ende 2013).

Weniger Unterrichtsstunden bedeutet weniger Einnahmen in Höhe von 250.000 €. Billige Honorarkräfte könnten dieses Finanzloch zwar auffangen helfen, aber sie werden nur für die reine Unterrichtszeit bezahlt.

Extraeinsatz entfällt oder müsste freiwillig ehrenamtlich geleistet werden, wie Konzerte, Vorspiele, Ensemblearbeit, Extraproben, Auftritte, Vorbereitung und Teilnahme an Wettbewerben, Elterngespräche, Fachkonferenzen, interdisziplinäre Projekte.

Für festangestellte Lehrkräfte (bezahlt nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes, TVöD) gehören die oben genannten Zusammenhangstätigkeiten mit zur Arbeitszeit.

Ein Erhalt der Folkwang Musikschule mit ihrer vielfältigen Ensemble- und Veranstaltungsarbeit ist nur mit festangestellten Lehrkräften möglich!

Außerdem sind folgende Sparmaßnahmen geplant:

  • Bei vielen festangestellten Lehrkräften sollen zeitlich befristete Vertragserhöhungen zum Sommer 2010 nicht in unbefristete umgewandelt werden, sondern eingespart und eventuell durch Honorarkräfte ersetzt werden.
  • Von den Fördergeldern der „Stiftung Jedem Kind ein Instrument“ sollen 150.000 € zur Haushaltskonsolidierung einbehalten werden. Da das Projekt ohnehin schon unterfinanziert ist (Rüst- und Wegezeiten werden nicht berücksichtigt) wird es kaum möglich sein guten Unterricht aufrechtzuerhalten.
  • Durch eine Gebührenerhöhung sollen 155.000 € eingespart werden. Bezieher von Hartz IV sollen künftig für das erste Unterrichtsfach 50% der Gebühren (statt bisher 5,00 € im Monat) und für das zweite Fach 100 % der Gebühren zahlen. Die Geschwisterermäßigung von bisher 25 % wird auf 20 % reduziert. Alle Unterrichtsgebühren erhöhen sich Jahr für Jahr bis 2014 um 1,00 €.

Für die Folkwang Musikschule gefordert werden fest angestellte Lehrkräfte, eine Streichung der zusätzlichen Einsparungen und ausreichende Räumlichkeiten, damit Essen als „Kulturhauptstadt“ über das Jahr 2010 hinaus bestehen bleiben kann und sich weiter „Großstadt für Kinder“ nennen darf.

links zum Thema:

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http://www.freundederkuenste.de/archiv/nachrichten/einzelansicht/article/auf_nach_wuppertal_in_der_nacht_vom_2901_zum_30012010_kulturfinanznot_wuppertal_wehrt_sich.html

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http://www.freundederkuenste.de/archiv/nachrichten/einzelansicht/article/westdeutsche_allgemeine_zeitung_100_tage_kulturhauptstadt_der_auftrag_kommentar_von_gudrun_norb.html

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