Am 01. Oktober 2011 hat Udo Michallik sein Amt als neuer
Generalsekretär der Kultusministerkonferenz angetreten. Der
ehemalige Staatssekretär für Bildung, Wissenschaft und Kultur
(Mecklenburg-Vorpommern), wurde von der Kultusministerkonferenz auf
ihrer Plenarsitzung am 10. März 2011 einstimmig gewählt. Er folgt
auf Prof. Dr. Erich Thies, der sich nach zwölfjähriger Amtszeit in
den Ruhestand verabschiedete.
Der gelernte Maschinen- und Anlagemonteur Udo Michallik studierte
nach der Wende Geschichte, Politikwissenschaften, Soziologie, bevor
er 1995 wissenschaftlicher Mitarbeiter der CDU-Landtagsfraktion
Mecklenburg-Vorpommern für Bildung, Wissenschaft und Kultur wurde.
Ab 2003 leitete Michallik zudem den wissenschaftlichen Dienst der
CDU-Landtagsfraktion. 2006 wurde er zum Staatssekretär berufen und
übte das Amt bis Ende September diesen Jahres aus.
Des Weiteren war er Aufsichtsratsvorsitzender des
Universitätsklinikums Greifswald und des Universitätsklinikums
Rostock, sowie Vorsitzender des Aufsichtsrates der Historisch-
Technischen Museum Peenemünde GmbH und Verwaltungsratsvorsitzender
der Stiftung Deutsches Meeresmuseum Stralsund. Außerdem war
Michallik Mitglied des Kuratoriums der Ostdeutschen
Sparkassenstiftung Mecklenburg-Vorpommern und
Vorsitzender des Beirats für das Dokumentationszentrum der Opfer der
Diktaturen in Deutschland. Michallik ist verheiratet und hat zwei
Kinder.
„Auf die Zusammenarbeit mit Udo Michallik freue ich mich sehr. Für
seine neue Aufgabe kann er nicht nur durch seine Tätigkeit in
Mecklenburg-Vorpommern auf vielfältige Erfahrungen im Bildungs-,
Wissenschafts- und Kulturbereich zurückgreifen: 2009 war Udo
Michallik Vorsitzender der KMK-Amtschefskonferenz und kennt darum
die Herausforderungen, die auf ihn als Generalsekretär zukommen. In
seiner neuen Funktion wünsche ich ihm stets viel Erfolg, den Blick
für das große Ganze ebenso wie für die wichtigen Details und die
nötige Gelassenheit“, sagt Dr. Bernd Althusmann, Präsident der
Kultusministerkonferenz.
Prof. Dr. Erich Thies war seit 1998 Generalsekretär der
Kultusministerkonferenz. In seiner Amtszeit wurden die ersten
PISA-Ergebnisse veröffentlicht, die in der deutschen Bildungspolitik
eine Kehrtwende auslösten. Thies studierte Philosophie,
Kunstgeschichte, Germanistik und Pädagogik an den Universitäten
Tübingen, Berlin und Heidelberg, bevor er 1970 das erste
Staatsexamen für das Lehramt an Höheren Schulen in den Fächern
Germanistik und Philosophie ablegte. Anschließend war er
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl von Dieter Henrich an
der Universität Heidelberg, wo Thies 1973 auch im Fach Philosophie
promovierte.
1976 wurde er an die Pädagogische Hochschule Heidelberg auf eine
Professur für Philosophie berufen. Von 1978 bis 1986 war er Rektor
der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, und von 1978 bis 1982 auch
Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz der Pädagogischen
Hochschulen Baden-Württembergs. Thies war in verschiedenen
wissenschaftspolitischen Gremien engagiert, so war er etwa zwischen
1987 und 1998 Mitglied mehrerer Arbeitsgruppen des
Wissenschaftsrates. Seit 1991 war er an der Humboldt-Universität zu
Berlin „Planungsbeauftragter für den Fachbereich
Erziehungswissenschaften“. 1992 wurde er vom damaligen Berliner
Wissenschaftssenator Manfred Erhardt zum Staatssekretär in der
Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur berufen, ein
Amt, das er bis 1998 inne hatte.
1994 nahm er eine Professur für Philosophie und Pädagogik an die
Humboldt-Universität Berlin an, ein Amt, das er bis zum Februar 2009
inne hatte.
Althusmann: „Prof. Dr. Erich Thies danke ich für seine langjährige
erfolgreiche Arbeit im Sekretariat der Kultusministerkonferenz sehr
herzlich. Ob PISA oder Rechtschreibreform - in den vergangenen zwölf
Jahren hat er es meisterhaft verstanden, das Sekretariat in nicht
immer ruhigen Zeiten zu lenken, die jeweiligen Präsidentinnen und
Präsidenten zu unterstützen und hinter den Kulissen zu wirken.
Insbesondere war Prof. Dr. Erich Thies wesentlich an der
Qualitätssicherung im Bildungsbereich beteiligt, die nach der
Veröffentlichung der ersten PISA-Ergebnisse entwickelt und
vorangetrieben wurde. Sein Rat und seine Erfahrung waren über alle
Parteigrenzen hinweg in der KMK geschätzt und gefragt.“
Sylvia Schill
Referentin für Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Sekretariat der Kultusministerkonferenz
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Udo Michallik, Foto: Christian Lietzmann