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Paderborn ehrt Kevin Vennemann für seine politschen Romane

Im Jahr 2009 geht der "Margarete-Schrader-Preis für Literatur" der Universität Paderborn an den Schriftsteller Kevin Vennemann. Geehrt wird damit ein Autor – so die Jury in ihrer Begründung –, der sich in seinen Texten mit großer sprachlicher Virtuosität der schwierigen deutschen und österreichischen Geschichte nähert. Vennemann gebe in seinen politischen Romanen "Nahe Jedenew" (2005) und "Mara Kogjo" (2007) der Judenverfolgung einen literarisch angemessenen Rahmen und trage dadurch zur Aufarbeitung der der Nationalsozialistischen Verbrechen bei.

Der 1977 in Dorsten (Westfalen) geborene Autor veröffentlichte bereits früh in verschie-denen Anthologien Erzählungen und Essays und debütierte 2002 mit dem melancholischen Erzählband "Wolfskinderringe". Bekannt wurde er mit den Romanen "Nahe Jedenew" und "Mara Kogoj". In "Nahe Jedenew" verschmelzen Form und Inhalt zu einer poetischen Einheit. Vennemann erzeugt einen Sprachrhythmus des Unfassbaren, der Zerstörung und der Gewalt. In "Mara Kogoj" geht er diesen Weg konsequent weiter. Vennemann ist ein politischer Autor, der sich der Vergangenheit und Gegenwart mit der Musikalität eines Virtuosen nähert.

Die mit 8 000 Euro dotierte Auszeichnung, für die die Paderborner Schriftstellerin Margarete Schrader (1914-2001) der Universität ihrer Heimatstadt testamentarisch Mittel hinterlassen hat, wird alle drei Jahre einem Schriftsteller zuerkannt, der in Westfalen geboren wurde oder dort eine für seine Entwicklung prägende Phase verbracht hat. Bisherige Träger sind Hans Ulrich Treichel (2003) und Judith Kuckart (2006). Die Preisverleihung an Kevin Vennemann findet am 16. Juni 2009 statt.