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sieger bei den SAG-Awards

Oscarfavorit: Freie Nacherzählung des Abscam-Skandals. American Hustle


Die Komödie "American Hustle" hat nicht nur bei dem 20. Screen Actors Guild Awards - die SAG-Awards - den Preis in der Kategorie "Beste Besetzung" eingeheimst, sondern wird inzwischen auch als klarer Favorit bei den diesjährigen Oscarverleihungen in Hollywood gehandelt.

Regisseur David O'Russell interpretiert den großen amerikanischen Politskandal der 1970er Jahre als schräge Komödie mit Star-Besetzung. Die gleiche Geschichte wäre auch tauglich für ein intensives Drama gewesen, in dem das Chaos eskaliert und unweigerlich in Gewalt mündet.

Ein menschlicher Zoo

Schließlich steigern sich Dummheit und Naivität mitunter bis zur Schmerzgrenze, gibt es Figuren als tickende Zeitbomben, die um Bestrafung, zumindest aber einen Therapieplatz zu betteln scheinen. Doch für O'Russell ist das alles nur ein großer menschlicher Zoo, dem man vor allem Komisches abgewinnen kann.

Martin Scorsese hatte hieraus einen wahren Thriller geschneidert
Die Charaktere - Loser, Karrieristen, Gauner, Politiker, Gangster und Frauen, die mehr als nur Dekoration und Animation sein wollen, sind starke Waffen dieses Films, der den Zuschauer bedächtig an sich bindet und in den letzten 45 Minuten einen starken Sog entwickelt, den ein Martin Scorsese dramatisch und visuell wohl von der ersten Minute an etabliert hätte. O'Russell, zuletzt mit "The Fighter" und "Silver Linings" kritisch geadelt, arbeitet das Absurd-Verrückte dieser Story vergleichsweise gelassen heraus, setzt mit kurzen Explosionen emotionale Ausrufezeichen, verliert nie den Blick für das Menschliche. Schmerz koexistiert neben Witz, ist aber nie dominant in dieser freien Nacherzählung des Abscam-Skandals, der Ende der 1970er Jahre Schlagzeilen machte, als das FBI mithilfe eines Trickbetrügers Köder für korrupte Politiker auslegte.

Überzogene, absurde Komödie mit Christian Bale und Bradley Cooper

Christian Bale spielt diesen unscheinbaren Manipulator, der mit seiner Partnerin (Amy Adams) und potenziellen Investments und Superkrediten Gutgläubige aufs Kreuz legt, bis beide von einem ehrgeizigen FBI-Agenten (Bradley Cooper) festgenagelt und zu einem Coup gezwungen werden, der allen über den Kopf wächst. Dabei wird ein finanzkräftiger Scheich, der Atlantic City zu altem Glanz verhelfen will, mit Schmiergeldern und angeblichen Großinvestitionen zum Magneten für Lokalpolitiker und Mafiosi.

Dass ihn ein mexikanischer FBI-Agent ohne Arabischkenntnisse spielt, ist nur Auftakt einer unglaublichen Scharade, in der die austickende Ehefrau des Trickbetrügers (Jennifer Lawrence) zum unkalkulierbaren Risiko wird. Das Ende überrascht nicht nur den Zuschauer, der sich, unterstützt von Ausstattung und Musik, an Seventies-Nostalgie und einem Gaunerstück mit großartigen Darstellern berauschen kann. Ganz ohne Nebenwirkungen, denn "American Hustle" kollabiert nicht albtraumartig, sondern triumphiert märchenhaft. Wir von Freunde der Künste bleiben gespannt, ob diese traumatisierende Komödie es wirklich zu einem Oscar bringt.

Filmhandlung & Hintergrund zu American Hustle

In der smarten, verführerischen Sydney hat Trickbetrüger Irving Rosenfeld 1978 die perfekte Partnerin gefunden, bis beide vom überehrgeizigen FBI-Agenten Richie DiMaso aufs Kreuz gelegt werden. Als Gegenleistung für Straffreiheit soll das Duo korrupte Politiker ködern und enttarnen - mithilfe eines getürkten Millionengeschäfts und eines falschen finanzkräftigen Scheichs. Als aber auch die Mafia angelockt und Rosenfelds eifersüchtige Frau zum unkalkulierbaren Risiko wird, droht das riskante Spiel ein gewaltsames Ende zu nehmen. Quelle: kino.de

Ab 13. Februar im Kino