Dem "Orden Pour le mérite" gehört ein kleiner Kreis ausgewählter Wissenschaftler und Künstler aus dem In- und Ausland an. In Berlin trafen alte und neu gewählte Mitglieder jetzt zu ihrer Jahrestagung zusammen.
Die Sitzung im Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt folgt einem alten Ritual: angeführt vom Bundespräsidenten - dem "Ordensprotektor"-, ziehen die Mitglieder unter den Klängen der "Begrüßung" aus der Humboldt-Kantate von Mendelssohn-Bartholdy in den Saal ein.
Anschließend begrüßt der Ordenskanzler die Gäste, dann folgt der Festvortrag. Anschließend erhalten die neu gewählten Mitglieder ihre Ordenszeichen: einen Halsorden mit dem preußischen Adler, den Initialen Friedrichs des Großen und der Inschrift "Pour le mérite" (für das Verdienst) auf blauem Grund.
Vier neue Mitglieder
Im vergangenen Jahr wurden vier Kulturschaffende und Wissenschaftler neu in den Orden gewählt. Drei von ihnen konnten gestern ihre Auszeichnungen entgegennehmen: die Fotografin Barbara Klemm, die Sängerin Brigitte Fassbaender, die auch als Regisseurin und Theaterintendantin in Erscheinung getreten ist, und der niederländische Psycholinguist Willem J.M. Levelt. Der US-Historiker Anthony Grafton zählt ebenfalls zu den neuen Mitgliedern.
Diesem ersten Teil der Jahrestagung folgte heute ein weiteres Zusammentreffen auf Einladung von Kulturstaatsminister Bernd Neumann. Als Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien betreut und finanziert er den Orden. Bei dem Mittagessen stellte Regisseur Wim Wenders, ebenfalls Ordensmitglied, seinen neuen Film "Pina" vor.
Große Namen aus Wissenschaft und Kunst
Dem Orden Pour le mérite gehören heute 39 deutsche und 32 ausländische Wissenschaftler und Kulturschaffende an, darunter 14 Nobelpreisträger.
Zu den Mitgliedern des Ordens zählen unter anderen die Entwicklungsbiologin und Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard, der Lyriker Durs Grünbein, der Krebsforscher Robert Weinberg und der Schriftsteller Umberto Eco.
Die Geschichte des Ordens Pour le mérite reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. 1842 stiftete König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen den Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste.
Gründungskanzler war Alexander von Humboldt. Bereits hundert Jahre zuvor hatte Friedrich der Große einen Militärorden gleichen Namens begründet. Der Orden für Wissenschaften und Künste sollte diesen als zivilen Verdienstorden ergänzen.
Nach dem Ende der Monarchie 1918 verbot die Verfassung der Weimarer Republik dem Staat, Orden jeglicher Art zu verleihen.
Er wurde zunächst in der Form einer "freien Vereinigung hervorragender Gelehrter und Künstler" weitergeführt. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der damalige Bundespräsident Theodor Heuss die Tradition des Ordens wieder auf.
Quelle:
http://www.bundesregierung.de/...

