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Die Premiere wird live von NDR Kultur übertragen

Oper in Hamburg: "Man fand den Vater rasend wie das empörte Meer" - Simone Young und Karoline Gruber bringen Reimanns "Lear" auf die Bühne

Lears verhängnisvolle Entscheidung, das Reich unter seinen drei Töchtern aufzuteilen, führt zu einem heillosen Verlust der Werteordnung. Alle Bindungen werden zerrissen, alle Hierarchien gestürzt.

Spiegelbildlich zu Lears Auflösungsprozess vollzieht sich der Untergang des Grafen von Gloster: auch er traut dem falschen Kind. Erst als Blinder erkennt Gloster die Wahrheit, wie Lear erst durch den Wahnsinn gehen muss, um sehend zu werden.

Nach der Neuproduktion von Georg Philipp Telemanns »Flavius Bertaridus« bringt die Staatsoper Hamburg im Rahmen des Jubiläums »333 Jahre Oper in Hamburg« jetzt einen Klassiker der Moderne auf die Bühne. Aribert Reimanns »Lear« ist ein Musiktheatererlebnis von bezwingender emotionaler Kraft.

Ursprünglich als Auftragswerk für die Hamburgische Staatsoper geplant, wurde »Lear« 1978 in München herausgebracht. Nun holt die Opernintendantin und Hamburgische Generalmusikdirektorin Simone Young die wohl bedeutendste Shakespeare-Oper des 20. Jahrhunderts nach Hamburg:

»Mich fasziniert, wie es Reimann gelungen ist, die ungeheure Wucht und Größe dieses Stoffes in eine kompromisslose und unglaublich dichte Musiksprache zu übertragen. Es ist alles aus Shakespeares Drama da aber eben auf eine höchst operngerechte Weise.« Für die Inszenierung engagierte Simone Young, die die Musikalische Leitung übernimmt, Karoline Gruber.

Die Regisseurin debütierte 2003 an der Staatsoper Hamburg mit Monteverdis »LIncoronazione di Poppea«, es folgten Verdis »Nabucco« und Händels »Giulio Cesare in Egitto«. Für das Bühnenbild zeichnet Roy Spahn verantwortlich, die Kostüme der Neuproduktion kreiert Mechthild Seipel.

Mit Bo Skovhus wird ein großer Sängerdarsteller die fordernde Titelpartie dieser Neuproduktion verkörpern. »Bo Skovhus und ich sind beide gleichermaßen begeistert von Reimanns Stück«, sagt Simone Young.

»Er hat ja in Hamburg unvergessene Erfolge als Wozzeck gefeiert und wird sich mit dem Lear eine echte Traumpartie erobern, die szenisch und musikalisch alles verlangt.«

Zuletzt war der dänische Bariton in Hamburg unter anderem als Mandryka in Strauss »Arabella« und Oreste in Glucks »Iphigénie en Tauride« zu Gast. Lauri Vasar übernimmt die Rolle des Grafen von Gloster. Der aus Estland stammende Bariton erhielt gerade für seine Interpretation des Billy Budd an der Deutschen Oper am Rhein eine Nominierung für den Theaterpreis FAUST und ist seit zwei Jahren Mitglied im Hamburger Ensemble.

Als Edgar kehrt der britische Countertenor Andrew Watts nach Hamburg zurück, 2006 gab er hier sein Debüt als Adschib in Hans Werner Henzes »LUpupa und der Triumph der Sohnesliebe«. Ein Rückkehrer ist auch Martin Homrich (Edmund), der Mitglied im Internationalen Opernstudio und im Ensemble war und heute an der Semperoper in Dresden engagiert ist.

Er war zuletzt hier als Tamino, Erik (»Der fliegende Holländer«) und Alfred (»Die Fledermaus«) zu erleben. Katja Pieweck singt die Partie der Goneril, zu ihren Rollen zählen unter anderem Brangäne, Fricka und die Mutter in »Hänsel und Gretel«. Als ihre Schwester Regan steht Hellen Kwon auf der Bühne.

Die Sopranistin und Hamburger Kammersängerin erhielt 2010 den Rolf-Mares-Preis für ihre Leistung als Frau in Wolfgang Rihms »Das Gehege« und sorgte im November 2011 mit ihrem Rollendebüt als Salome für Aufsehen.
Ha Young Lee verkörpert die jüngste Schwester, Cordelia.

Die Sopranistin gehört seit 2005 zum Solistenensemble und konnte hier unter anderem als Lucia, Violetta, Gilda und Honey B. (»Bliss«) große Erfolge feiern. Mit Erwin Leder hat die Staatsoper einen ganz besonderen Gast für die Rolle des Narren verpflichten können:

Dem Schauspieler gelang als Johann, das Gespenst in Wolfgang Petersens Filmdrama »Das Boot« der internationale Durchbruch. Seitdem wirkte er in über 150 TV- und Kinoprojekten und 100 Theaterproduktionen mit. Weiterhin singen:

Willhelm Schwinghammer (König von Frankreich), Moritz Gogg (Herzog von Albany), Peter Galliard (Herzog von Cornwall), Jürgen Sacher (Herzog von Kent) und Frieder Stricker (Bedienter). Die Einstudierung des Chores übernimmt Florian Csizmadia.

Die Premiere wird live von NDR Kultur übertragen.

Premiere A:   15. Januar 2012, 18.00 Uhr
Premiere B:   18. Januar 2012, 19.30 Uhr
Aufführungen:  21., 24., 27., 30. Januar 2012, 3, Februar 2012, 19.30 Uhr

Karten sind an der Tageskasse der Hamburgischen Staatsoper, unter der Telefonnummer
040 / 35 68 68, im Internet unter www.staatsoper-hamburg.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

Hamburgische Staatsoper GmbH


Bettina Bermbach

Pressesprecherin
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