„Auch in der Spielzeit 2010/11 wird die Oper Frankfurt ihrem Auftrag gerecht werden. Auf der Basis von Ensemblepflege, klugen Ergänzungen mit Gästen sowie einem ausbalancierten Angebot von Regisseuren und Dirigenten wollen wir die Vielfalt des Repertoires widerspiegeln und begründen, warum unsere Gesellschaft Musiktheater braucht.
Die vergangene Spielzeit gibt uns die Gewissheit, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden“, so Intendant Bernd Loebe in seinem Geleitwort zur kommenden Saison.
Mehr als 300 Veranstaltungen insgesamt stehen 2010/11 auf dem Programm der Oper Frankfurt, der neunten Spielzeit von Bernd Loebe. Damit wird im Vergleich zur laufenden Saison 2009/10 die Anzahl von 178 reinen Opernvorstellungen gehalten, wobei mit 120 Sonderveranstaltungen in 2010/11 über 20 Programmpunkte mehr als 2009/10 zu verzeichnen sind.
Lag in 2002/03, der ersten Frankfurter Saison Loebes, die Auslastung bei 70%, konnte dieser Wert über die Jahre kontinuierlich gesteigert werden. So ist die Oper Frankfurt mittlerweile – auf die laufende Saison ausgelegt – mit Stand April 2010 zu 81% ausgebucht. Ein Hinweis am Rande: Auf den einzelnen Monat gerechnet lag die Auslastung für März 2010 übrigens bei 90,82%, für Dezember 2009 gar bei 95,13%.
Ergänzt wird diese Erfolgstendenz noch durch die Tatsache, dass der Abonnentenstamm in 2009/10 auf 11.125 angewachsen ist. Gerechnet auf alle acht Spielzeiten unter Intendant Loebe ist damit eine Steigerung von rund 36,5% zu verzeichnen (2002/03: 8.156 Abonnenten).
Und auch das bestätigt den Erfolgskurs der Oper Frankfurt: Gleich mehrere hiesige Produktionen tragen den guten Ruf des Hauses international weiter. Im Frühjahr 2011 wird Brittens Billy Budd in der Regie von Richard Jones von De Nederlandse Opera Amsterdam übernommen.
Auch die Göteborgs Operan ist an dieser Produktion interessiert, allerdings zu einem späteren Zeitpunkt. Massenets Werther in der Sicht von Willy Decker wird im Frühjahr 2011 am Teatro Real Madrid gezeigt. Darüber hinaus ist eine stetige Zusammenarbeit mit diesem Opernhaus angedacht.
Dale Duesings Inszenierung von Offenbachs Hoffmanns Erzählungen aus der kommenden Saison 2010/11 wird im Frühjahr 2012 von der Canadian Opera Company Toronto übernommen, während im Herbst 2012 Strauss’ Die Frau ohne Schatten in der Regie von Christof Nel an das Gran Teatre del Liceu Barcelona geht.
Zudem besteht Interesse dieses Theaters an den Frankfurter Produktionen von Mozarts CosÌ fan tutte und Strauss’ Arabella, beide in der Regie von Christof Loy.
Doch nun zu den Inhalten der Spielzeit 2010/11 an der Oper Frankfurt: Insgesamt sind 13 Premieren mit 97 Aufführungen angesetzt, davon 8 Neuinszenierungen im Opernhaus (73 Vorstellungen), 3 Produktionen im Bockenheimer Depot (20 Vorstellungen) und 2 konzertante Opern mit jeweils zwei Vorstellungen in der koproduzierenden Alten Oper. Zudem ergänzen 14 Wiederaufnahmen mit insgesamt 81 Vorstellungen sowie 8 Liederabende im Opernhaus den Spielplan.
Erstens:
Auch die Saison 2010/11 steht im Zeichen des neuen Rings: Generalmusikdirektor Sebastian Weigle und Regisseurin Vera Nemirova führen die begonnene Arbeit mit der Walküre fort, die am 31. Oktober 2010 Premiere feiern wird.
Zuvor jedoch stehen am 5. September 2010 in Kooperation mit der Wiener Staatsoper die Deutsche Erstaufführung von Aribert Reimanns Medea (Musikalische Leitung: Kapellmeister Erik Nielsen / Regie: Marco Arturo Marelli) sowie am 3. Oktober 2010 die Neuinszenierung von Offenbachs Hoffmanns Erzählungen (Roland Böer / Dale Duesing) auf dem Spielplan des Großen Hauses.
Es folgt am 5. Dezember 2010 ein Doppelabend mit zwei eher selten aufgeführten Werken des Opernrepertoires: Purcells Dido and Aeneas und Bartóks Herzog Blaubarts Burg (Constantinos Carydis / Barrie Kosky). Doch auch die Freunde der italienischen Oper sowie jene der Operette kommen auf ihre Kosten: Puccinis Tosca (Kirill Petrenko / Andreas Kriegenburg) kommt am 16. Januar 2011 heraus, gefolgt von Strauß’ Fledermaus am 6. März 2011 (GMD Sebstian Weigle / Christof Loy).
Zwei Frankfurter Erstaufführungen beschließen die Spielzeit im Großen Haus: Ildebrando Pizzettis Murder in the Cathedral (Martyn Brabbins / Keith Warner) am 1. Mai 2011 und Aulis Sallinens Kullervo (Sebastian Weigle / Christof Nel) am 5. Juni 2011. Dem zuletzt genannten Werk und seinem Komponisten wird die Veranstal-tungsreihe Oper Finale am Ende der Saison gewidmet sein.
Auch das Bockenheimer Depot wird wieder bespielt: Den Anfang dort macht am 9. Januar 2011 der Abend Neunzehnhundert – Ein ewiges Lied (Kapellmeister Yuval Zorn / Elisabeth Stöppler) mit Musik von Zemlinsky, Schönberg und Mahler, dessen Lied von der Erde in Bearbeitung von Jens Joneleit für Kammerorchester erstmals erklingen wird.
Salvatore Sciarrinos Luci mie traditrici (Erik Nielsen / Christian Pade) steht am 14. Mai 2011 in Koproduktion mit dem Cantiere Internazionale d’Arte di Montepulciano auf dem Spielplan des Depots. Den Abschluss macht dort Charpentiers Médée (Andrea Marcon / David Hermann) am 13. Juni 2011 als Frankfurter Erstaufführung, in der Titelpartie Anne Sofie von Otter.
In der koproduzierenden Alten Oper dirigiert in der Reihe der konzertanten Opernaufführungen Altmeister Carlo Franci am 6. Februar 2011 Alfredo Catalanis alpinen Verismo-Reißer La Wally. Bei Richard Wagners Frühwerk Die Feen steht am 3. Mai 2011 Sebastian Weigle am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters.
Zu den 14 Wiederaufnahmen im Opernhaus gehören Repertoireschlager wie Mozarts Die Hochzeit des Figaro (29. August 2010) in der Regie von Guillaume Bernardi und Verdis Don Carlo (11. September 2010) von David McVicar, aber auch weniger populäre Opern – wenn auch in nicht weniger erfolgreichen Inszenierungen – wie Brittens The Turn of the Screw (9. Oktober 2010) in der Sicht von Christian Pade und Richard Strauss’ Daphne (13. März 2011) in einer Produktion von Claus Guth.
Ein Wiedersehen gibt es auch mit Wagners Tristan und Isolde (3. April 2011) von Christof Nel und Mozarts La clemenza di Tito (7. Mai 2011) in der Inszenierung Christof Loys.
Zu den an diesem vielfältigen Programm beteiligten noch nicht genannten Gästen gehören u.a. die Dirigenten Andrea Marcon, Friedemann Layer, Pier Giorgio Morandi, Julia Jones Hans Drewanz und Leo Hussain. Illustre Namen auch bei den Sängern:
Peter Mattei als Bösewicht in Hoffmanns Erzählungen, Eva-Maria Westbroeck als Sieglinde, Susan Bullock als Brünnhilde, Christian Gerhaher als Eisenstein, John Tomlinson als Thomas Becket, Tatiana Lisnic als Susanna sowie Kurt Streit als Titus.
ZWEITENS:
Auch in der Saison 2010/11 präsentieren zudem 8 Liederabende im Opernhaus eine Reihe renommierter Klassikstars: Barbara Frittoli, Sopran (28. September 2010); Anne Schwanewilms, Sopran (26. Oktober 2010); Russell Braun, Bariton (30. November 2010); Christine Schäfer, Sopran (25. Januar 2011); Johan Reuter, Bassbariton (1. März 2011); Christopher Maltman, Bariton (29. März 2011); John Mark Ainsley, Tenor (26. April 2011); Jennifer Larmore, Mezzosopran (14. Juni 2011).
Aus den über 120 Sonderveranstaltungen der Spielzeit 2010/11 stechen die Deutsche Erstaufführung von Aulis Sallinens Oratorium Barabbas-Dialoge in szenischer Version im Bockenheimer Depot (29. Juni 2011) sowie Verdis Messa da Requiem in der Alten Oper (14. Mai 2011) hervor.
Weiterhin bereichern das Programm der Oper Frankfurt die Soireen des Opernstudios sowie die einführenden und erläuternden Veranstaltungen der Dramaturgie (Oper extra, Oper Forum und Wagner verstehen).
Auch wird Michael Quast mit seiner „Fliegenden Volksbühne“ erneut im Opernhaus landen. Das Programm für Kinder kümmert sich in bewährter Weise um den Nachwuchs (Oper für Kinder, Konzerte für Kinder, Oper unterwegs, Oper für Schüler), ergänzt durch familienfreundliche Aufführungen im Rahmen von Oper für Familien, bei denen ein vollzahlender Erwachsener bis zu drei Freikarten für Kinder und Jugendliche erhält.
Selbstverständlich wird es auch weiterhin die Kinderbetreuung während der Nachmittagsvorstellungen stattfinden, und ZDF-Nachrichtensprecher Steffen Seibert präsentiert erneut seine Talkrunden unter dem Motto Oper lieben. Neu dabei ist, dass auch Intendant Bernd Loebe einige dieser Veranstaltungen moderieren wird.
Oper für alle bietet auch in der kommenden Spielzeit wieder Operngenuss für den kleinen Geldbeutel. Im Konzertbereich gibt es neben den 10 Museumskonzerten in der Alten Oper mit dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester (plus Sonderkonzert mit Daniel Barenboim) wieder Kammermusik-Veranstaltungen und Werkstattkonzerte mit dem Ensemble Modern unter dem Motto Happy New Ears.
Beibehalten werden auch die vom Publikum sehr gut angenommenen Einführungsvorträge der Dramaturgie, jeweils eine halbe Stunde vor den Aufführungen im Opernhaus. Veranstaltungen des Frankfurter Richard Wagner-Verbands, der Dirigentenwettbewerb Sir Georg Solti in der Alten Oper und die 12. Operngala des Frankfurter Patronatsvereins im Opernhaus runden das vielfältige Programm ab.
Zu den Veränderungen im Ensemble: Nachdem Sängerinnen und Sänger wie Sonja Mühleck (Sopran), Daniel Behle (Tenor) und Richard Cox (Tenor) die Festanstellung zugunsten einer freischaffenden Tätigkeit aufgeben werden, verstärken ab 2010/11 drei junge Künstler den „festen“ Sängerstamm: Tiberius Simu (Tenor) war zuletzt freischaffend tätig, Sebastian Geyer (Bariton) kommt vom Theater Heidelberg und Vuyani Mlinde (Bass) hat das Opernstudio des Royal Opera House Covent Garden London absolviert.
Eytan Pessen, Coach des Frankfurter Opernstudios, geht als Operndirektor an die Dresdner Semperoper. Zudem wird es Wechsel bei den Solorepetioren und den Regieassistenten geben. Auch im Bereich Creativ Partnership, Sponsoring und Mäzenatentum greifen personelle Veränderungen.
Abschließend bedankt sich die Oper Frankfurt bei ihren Partnern und Sponsoren für die Unterstützung ihrer Arbeit: Aventis Foundation, Frankfurter Patronatsverein – Sektion Oper; Deutsche Bank Stiftung, Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main; ING-DiBa, Landesbank Hessen-Thüringen, KfW Bankengruppe, Rentenbank; Mercedes-Benz Niederlassung Frankfurt/Offenbach, Deutsche Bank, Europäische Zentralbank, Altana Kulturstiftung; Huber EventCatering, Weingut Axel Schmitt; hr2-kultur (Medienpartnerschaft).
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