Mit Bachs letzter und zugleich einziger französischer Oper steht in dieser Spielzeit wieder ein kaum gespieltes und neu zu entdeckendes Werk aus dem Kreis der Mannheimer Schule auf dem Spielplan, das in der vergangenen Spielzeit in der Regie von Nicolas Brieger Premiere feierte. Die musikalische Leitung übernimmt Martin Braun.
In zwei Paaren begegnen sich Tagwelt und Nachtwelt, Ideal und finstere Seiten der Liebe. Der diabolische Arcalaus verkörpert eine dunkle Seite menschlicher Beziehungen, in die er auch seine Schwester Arcabonne hineinzieht. Durch ihre unerwartete Liebe zu Amadis, der im Kampf um Oriane ihren Bruder Ardan getötet hat, gerät sie in einen ausweglosen Konflikt zwischen ihren Gefühlen und den erdrückenden Familienbanden. Amadis und Oriane erleben durch die Konfrontation mit dieser finsteren Welt eine schmerzvolle Erfahrung von Liebe. Eine Paar-Begegnung, die auf allen Seiten eine große Verstörung hinterlässt.
Der Dirigent Martin Braun studierte in Berlin Violine, anschließend in Wien Dirigieren. Von 1991-1998 war er Chefdirigent des Akademischen Symphonieorchesters Wien. 1997 wurde er Kapellmeister am Mährischen Theater Olmütz, von 2001-2004 war er 1. Kapellmeister und stellvertretender musikalischer Oberleiter der Wuppertaler Bühnen. Seit 2008 ist er ständiger Gastdirigent beim sinfonie orchester berlin. Inspiriert durch die lebendigen Interpretationen Nikolaus Harnoncourts entwickelte Martin Braun schon während seines Studiums ein großes Interesse für historische Aufführungspraxis.
Nach der Einstudierungen von Monteverdis „Il combattimento di Tancredi e Clorinda“ und Georg Anton Bendas Oper „Il buon marito“ in Wuppertal gab er 2007 mit Händels „Orest“ in der Inszenierung von Sebastian Baumgarten sein Debüt an der Komischen Oper Berlin. In diesem Jahr leitete er eine Produktion der Rameau-Oper „Platée“ am Landestheater Linz.
Musikalische Leitung: Martin Braun – Regie: Nicolas Brieger – Bühnenbild: Roland Aeschlimann – Kostüme: Andrea Schmidt-Futterer – Licht: Alexander Koppelmann – Dramaturgie: Klaus-Peter Kehr / Regine Elzenheimer – Chor: Tilman Michael
Mit Marie-Belle Sandis, Cornelia Ptassek, Antje Bitterlich, Katrin Wagner; Thomas Berau, Maximilian Schmitt, Johannes Wimmer.
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