Zu Beginn der 1960er Jahre entsteht mit Op Art und Kinetik eine Kunst mit starkem Interesse am Objektiven und dem wissenschaftlichen Experiment. Fasziniert von den physikalischen Gesetzen des Lichts und der Optik verschreibt sich eine ganze Generation der Untersuchung visueller Phänomene und Wahrnehmungsprinzipien. Die Täuschungsmöglichkeiten des Auges auslotend, setzen Künstler wie Victor Vasarely, Bridget Riley, François Morellet, Julio Le Parc oder Gianni Colombo auf die gezielte Irritation. Mit großformatigen Bildern, Objekten und Environments bringen sie dennoch nicht nur das Auge des Betrachters in Bewegung. Sie lassen den Besucher in Farbe versinken, im Spiegel ins Unendliche stürzen oder bieten ihm poetische Lichtspiele. Die Interaktion zwischen Werk und Betrachter gipfelt in Installationen, die letztlich nicht nur physikalische Wirkungen in Form von Nachbildern, Farbvibrationen oder dem Flimmern von Licht entfalten, sondern auf das gesamte Bewusstsein wirken.
Ausstellungsort Schirn Kunsthalle Frankfurt vom 17.2 bis 20.5.2009
Infos unter: www.schirn-kunsthalle.de
Mehr zur Kunstrichtung Op Art:
Die Op-Art, von engl. Optical Art ist eine Stilrichtung der Malerei, die um 1960 aufkam. Mit Hilfe von geometrisch abstrakten Formmustern und Farbfiguren sollen im Auge des Betrachters Bewegungs- und Flimmereffekte hervorgerufen werden, die zu optischen Täuschungen führen können.
Wichtigste Vertreter der Op-Art waren Henryk Berlewi, Victor Vasarely, Bridget Riley, Jesús-Rafael Soto, Richard Anuszkiewicz, Julian Stanczak, Carlos Cruz-Diez, Julio Le Parc, Youri Messen-Jaschin, Agam und sind, in der Bundesrepublik Deutschland, Ludwig Wilding, Volker Bussmann, Wolfgang Ludwig, Almir Mavignier.
Bis heute ist nicht abschließend geklärt, wer der eigentliche Vater der Op Art und anfänglich der Begründer der Idee optischer Kunst war; eine Fragestellung die in ihren Grundsätzen schwierig zu beantworten ist, da ja, wie Josef Albers richtig bemerkte, alle Kunst optisch sei. In der Schirn Ausstellung 2007 in Frankfurt wird suggeriert, Vasarely sei der Vater der Op Art.

