»Ohne Ekstase kein Tanz!«, proklamierte einst die berühmte Tänzerin, Choreografin und Tanzpädagogin Mary Wigman (1886–1973). Als Ikone des deutschen Ausdruckstanzes zählt die gebürtige Hannoveranerin zu den Wegbereiterinnen der Reformbewegung im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts.
Das Sprengel Museum Hannover widmet dem Tanz in der Kunst der Moderne nun eine Ausstellung, die anhand von mehr als hundert Exponaten aus der Zeit der Jahrhundertwende bis in die 1930er-Jahre zugleich einen Einblick in die revolutionären Entwicklungen im Dialog der bildenden und darstellenden Künste ermöglicht.
Ausgehend von dem künstlerisch-individuellen Blick auf das Sujet spannt sich der Bogen von der schillernden Welt der Varietés über den (expressionistischen) Ausdruckstanz bis hin zur Auffassung von Figur und Raum im Umkreis des Bauhauses.
Präsentiert werden Gemälde und Skulpturen, Grafiken, Fotografien und Filme von u. a. Henri de Toulouse-Lautrec, Georg Kolbe, Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde, Pablo Picasso, Alexander Archipenko, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Robert Delaunay, Ludwig Hirschfeld-Mack, László Moholy-Nagy, Oskar Schlemmer.
Darüber hinaus wirft die Ausstellung einen Blick auf Stationen der Entwicklungsgeschichte des freien Tanzes und veranschaulicht den Einfluss bedeutender Schulen und berühmter Protagonistinnen wie Loïe Fuller, Mary Wigman und Gret Palucca.
Zur Ausstellung erscheint ein bebilderter Katalog mit Texten von Angela Alves, Thomas Andratschke, Anita Beloubek-Hammer, Mariama Diagne, Christine Eckett, Ulrich Krempel, Norbert Nobis, Gabriele Sand.
Ausstellung: 2. Februar bis 1. Mai 2011.
Dr. Isabelle Schwarz
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