Der Pressegroßhandel spielt eine große Rolle im Vertrieb von Zeitungen und Zeitschriften: Jeden Tag liefert er die Produkte der Verlage an den Einzelhandel. Kulturstaatsminister Bernd Neumann gratulierte dem Bundesverband Presse-Grosso in Berlin zum 60jährigen Bestehen.
Ob Tages- oder Wochenzeitungen, Illustrierte oder Rätselhefte – täglich liefern insgesamt siebzig Pressgroßhändler Millionen Verlagserzeugnisse an Kioske, Supermärkte und Tankstellen. Neben anderen Vertriebsformen wie dem verlagseigenen Abonnement oder den Lesezirkeln ist das Grosso-System mit einem Marktanteil von über 50 Prozent das wichtigste Vertriebsnetzwerk.
Vorbildliches Vertriebssystem
Damit sei das Presse-Grosso "die gleichsam "handfeste" Seite der verfassungsrechtlich garantierten Meinungs- Presse- und Informationsfreiheit", erklärte Kulturstaatsminister Bernd Neumann. Es sei als Vertriebssystem, das die Pressevielfalt "an der Ladentheke" gewährleiste, unverzichtbar. Völlig zu Recht gelte es als das effizienteste Vertriebswesen für Presseprodukte in der EU.
Beim Festakt zum 60jährigen Bestehen des Bundesverbandes Presse-Grosso e.V. in Berlin wies Neumann aber auch auf aktuelle Problemstellungen hin. Herausforderungen ergeben sich vor allem aus der zunehmenden Konkurrenz elektronischer Medien. Unter dem Rückgang der Auflagen von Tages- und Sonntagszeitungen um rund 30 Prozent leidet auch der Pressevertrieb.
Quelle:
http://www.bundesregierung.de/...
Neue Geschäftsmodelle gefragt
Deshalb seien neue Geschäftsmodelle gefragt, die Print- und Onlineangebote nutzerorientiert und wirtschaftlich erfolgreich miteinander kombinieren. Dies sei Aufgabe von Medienunternehmen und Redaktionen.
Aber auch die Politik sei gefordert. Damit Presseerzeugnisse auch in Zukunft erschwinglich bleiben, will die Bundesregierung, den ermäßigten Umsatzsteuersatz für Presseerzeugnis von 7 Prozent beibehalten. Auch die Refinanzierungsmöglichkeiten von Printmedien sollen laut Neumann nicht beeinträchtigt werden.
Unnötige und schädliche europäische Regulierungen lehne die Bundesregierung kategorisch ab. Als drittes soll das Leistungsschutzrecht für Presseverlage zügig eingeführt werden.
Neumann kündigte eine ausgewogene Lösung an. Sie werde die Interessen aller Beteiligten, vor allem der Journalisten als den "kreativen Köpfen", angemessen berücksichtigen.
Der Verband Deutscher Buch-, Zeitungs- und Zeitschriften-Grossisten Presse-Grosso e.V. wurde 1950 in Köln gegründet. Er vertritt den Pressegroßhandel, der mit einem Marktanteil von über 50 Prozent Einzelhändler in ganz Deutschland mit Zeitungen und Zeitschriften beliefert.
Der Bundesverband Presse-Grosso e.V. ist Partner der Nationalen Initiative Printmedien. Sie wurde 2008 von Kulturstaatsminister Bernd Neumann ins Leben gerufen, um das Interesse junger Menschen für Zeitungen und Zeitschriften zu fördern.
Quelle:
http://www.bundesregierung.de/...


© vario-press / Ulrich Baumgarten