Gesellschaft Freunde der Künste

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1932 ist der Tiefpunkt der Depression in den USA erreicht

Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss, am 3.12.2009, Theater im Pfalzbau

Zermürbender Tanzmarathon

1932 ist der Tiefpunkt der Depression in den USA erreicht, es gibt ein Riesenheer von Arbeitslosen, Resignierten und Verzweifelten. In Los Angeles findet in einem billigen Vergnügungsschuppen ein Tanzmarathon statt – Veranstaltungen für ein sensationslüsternes Publikum, wie sie damals häufig abgehalten wurden. Wochenlang quälen sich die Teilnehmer über den Tanzboden von der Hoffnung auf das Preisgeld von 1.500 Dollar getrieben – zum Schluss mehr tot als lebendig kriechen sie dahin, die, die vor Erschöpfung zusammenbrechen, schleppt man weg.

Zu den Teilnehmern gehören auch Gloria und Robert, die der Zufall zum Paar gemacht hat. Sie haben sich zusammengeschlossen, als beide Partner gleichzeitig ausschieden. Ihr unbeugsamer Wille zu gewinnen scheint ihnen übermenschliche Kräfte zu verleihen.

Um dem grausamen Spektakel einen rührenden »human touch« zu verleihen, arrangiert Rocky, Veranstalter des Marathons, ihre Hochzeit auf dem Tanzboden. Doch da erfährt Gloria, dass alle Quälerei umsonst ist. Auch wenn sie als Sieger vom Platz gehen sollten, das Preisgeld ist durch angebliche Spesen – für zertanzte Schuhe, für Essen und Trinken – aufgezehrt. Gloria ist psychisch und physisch am Ende. Sie bittet Robert, sie zu erschießen – ein »Gnadenschuss, den man ja auch Pferden gewährt«.

1969 verfilmte Sydney Pollack den Stoff mit Jane Fonda in der Rolle der Gloria Beatty. They shoot horses, don’t they? zählt unbestritten zu den besten Hollywood-Filmen der 60er Jahre. Pollack rechnet darin gnadenlos mit dem amerikanischen Mythos The Winner Takes It All nach dem Depressions-Roman Ums nackte Leben (They Shoot Horses, Don't They?) von Horace McCoy aus dem Jahr 1936 ab.

Der Vorstellungsbesuch dieser Aufführung in Zagreb begeisterte Intendant Hansgünther Heyme derart, dass er die wirklich brillante Vorstellung bei den Festspielen zeigen wollte. Es ist faszinierend, die 70 Mitwirkenden des Danton in diesem heiter-bösen Stück, fast ohne Sprache, tanzen, singen und zu Grunde gehen zu sehen. Welch ein Ensemble!

Mit diesen beiden ganz unterschiedlichen Produktionen Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss und Dantons Tod wollen wir die einzigartige Qualität dieser kroatischen Bühne in Deutschland vorstellen.

Dr. Bernd Fischer, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Kroatien übernimmt die Schirmherrschaft des Gastspiels Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss.

Schauspiel mit Tanz nach Horace McCoy  
In kroatischer und englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Bühnenfassung und Regie: Ivica Boban
Bühnenbild: Dinka Jeričević
Kostüme: Doris Kristić
Kroatisches Nationaltheater Zagreb

Vorstellung am 3.12.2009, 19.30 Uhr

Kontakt

Theater im Pfalzbau

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67059 Ludwigshafen

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Links

http://www.theater-im-pfalzbau.de/theaterprogramm/tanz/nur-pferden-gibt-man-den-gnadenschuss.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Horace_McCoy

http://de.wikipedia.org/wiki/Kroatisches_Nationaltheater_in_Zagreb