Gesellschaft Freunde der Künste

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Die Einsamkeit ist nichts als die Oberfläche des Verlassen-Seins

Nationaltheater Mannheim: Superflumina von Salvatore Sciarrino heute im Opernhaus

Nach der erfolgreichen Uraufführung der Oper Montezuma-Fallender Adler wird die Reihe von Uraufführungen am Nationaltheater mit namhaften Komponisten, die für innovatives und aufregendes neues Musiktheater stehen, fortgeführt. Salvatore Sciarrino gehört zu den zeitgenössischen Komponisten, die maßgeblich zur Erneuerung des Musiktheaters in unserer Zeit beigetragen haben. Superflumina, das in der vergangenen Spielzeit verschoben werden musste, wird am 20. Mai nun zur Uraufführung kommen.

„Die Einsamkeit ist nichts als die Oberfläche des Verlassen-Seins. Dieses verursacht noch tiefere Wunden, unsichtbare, deren Spuren sich verloren haben: Dieser Schrei kann wie eine Katastrophe in jedem von uns erwachen, in jedem Moment.“ (Salvatore Sciarrino)         

Der Schauplatz von Sciarrinos neuem Musiktheater nach einem lyrischen Roman von Elisabeth Smart ist ein großer Bahnhof. Ein Ort kollektiver Ströme und Wanderungen, des Ineinanders von Masse und Vereinsamung. Ein Ort vergrößerter Geräusche, ein Sammelbecken für die Heimatlosen. Die Protagonistin ist eine Frau, die obdachlos und verloren scheint und eine schmerzdurchwachte Nacht erlebt: Sie spricht in Rätseln, bleibt ungehört oder unverstanden, wir erleben einzig Fragmente ihrer Geschichte und ihrer Begegnungen.

Sciarrinos unverwechselbare Klangsprache, die oft die Grenzen des Klangs abtastet, verbindet sich mit einer neuartigen Dramaturgie. Flüsternde Klänge und vokale Andeutungen entspinnen eher innere als äußere Geschichten. Das Fragmentarische, Zögerliche, manchmal zeitlos Schwebende ersetzt vordergründige Theatralik und Aktion. Das Unterdrückte scheint wesentlicher als das Ausgedrückte, die Andeutung wichtiger als das Eindeutige.

So umkreisen seine Musiktheaterwerke oft innere Räume oder scheinbar eingefrorene Gefühle. In einer immer lauter und schneller werdenden Welt schafft Sciarrinos Musiktheater Räume der Aufmerksamkeit und der Konzentration für Menschen und Ereignisse, die wir gerne übersehen und überhören.

Musikalische Leitung Tito Ceccherini – Inszenierung Andrea Schwalbach – Bühnenbild Anne Neuser – Kostüme Stephan von Wedel – Choreographie Thomas McManus – Dramaturgie Regine Elzenheimer – Chor Tilman Michael

mitAnna Radziejewska (La donna), Thomas Lichtenecker (Un giovane / Voce lontana), Artur Janda (Un passante/Un poliziotto), Thomas McManus (Tänzer) u. a.

Kontakt

Sandra Strahonja

Pressereferentin Oper und Schauspiel

Nationaltheater Mannheim

Mozartstr. 9

68161 Mannheim

Tel: 0621 - 16 80 444

Fax: 0621 - 16 80 443

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sandra.strahonja@mannheim.de