Die Liebe zu ihrem Mann Enzo und ihre Abneigung gegen den grausamen Barnaba werden der Sängerin Gioconda zum Verhängnis. Der durch ihre Zurückweisung gekränkte Barnaba will Gioconda an ihrem verwundbarsten Punkt treffen: Sein Racheplan sieht vor, Enzo mit dessen Geliebter Laura zusammenzubringen, um die beiden schließlich an die Staatsinquisition auszuliefern. Auch Gioconda droht dem Sog der Rache zu verfallen. Dann erkennt sie jedoch in Laura die Retterin ihrer Mutter.
Zweimal rettet Gioconda das Leben Lauras und schreckt auch nicht davor zurück, sich Barnaba anzubieten, um die Flucht von Enzo und Laura zu ermöglichen. Als Barnaba jedoch den Preis einfordert, bezahlt Gioconda mit ihrem Leben.
Mit La Gioconda beschreitet Ponchielli einen ganz eigenen Weg, der die effektvollen Genreszenen der Grand opéra mit der italienischen Operntradition verbindet. Er stellt diese nicht in den Dienst historisch-politischer Verortung der Handlung, sondern generiert unter Verwendung traditioneller venezianischer Gesänge und Tänze ein Lokalkolorit, das der alles dominierenden Macht der Affekte seine Authentizität verleiht und auf den Verismo vorausweist.
Pressestimmen
Attilio Tomasello dirigierte eine Partitur, die die Dramatik klangmächtig zuspitzte und das venezianische Lokalkolorit in den schönsten Farben ausmalte. Sorgfältig brachte der 1. Kapellmeister die schönen abendlichen Naturstimmungen der Lagunenszenerie, den elegant und schwungvoll durchtanzten „Tanz der Stunden“ zum Klingen.
Vor 19 Jahren gab es am Nationaltheater eine Inszenierung der Ponchielli-Oper, jetzt aber konnte man den musikalischen Reichtum dieses früh-veristischen Werkes uneingeschränkt genießen. Und daran hatte auch der von Tilmann Michael einstudierte, prächtige Chor des Nationaltheaters reichen Anteil.
Das Solisten-Ensemble des Nationaltheaters ließ auch ohne Szene packend klar werden, um was es hier geht: Ludmilla Slepneva war eine Gioconda, die beharrliche Intensität entwickelte, um den von ihr geliebten Enzo zu gewinnen. […]
Ihre Rivalin um die Gunst Enzos war Laura, großartig gesungen von Monika Bohinec. Die junge slowenische Mezzosopranistin beeindruckte nachhaltig mit kräftig durchstrahltem, attraktiv gefärbtem Organ, klar fokussiert in allen Lagen, schön leuchtend in der Höhe. Rhein-Neckar-Zeitung, 10. Mai 2011
„La Gioconda“ ist eine Sängeroper, sie steht und fällt mit den Solisten. In Mannheim zeigte sich das Damenterzett den Ansprüchen uneingeschränkt gewachsen. Ludmila Slepneva bewältigte die exorbitanten Ansprüche der Titelpartie souverän, mit tadellos geführtem Sopran, leidenschaftlichen Akzenten und beseelten Zwischentönen: eine Glanzleistung. In der Rolle der Laura brachte Monika Bohinec ihre Prachtstimme von hellem metallischem Glanz zu voller Entfaltung und nahm durch dramatische Präsenz zusätzlich für sich ein, während Edna Prochnik durchweg kultiviert sang. Die Rheinpfalz, 10. Mai 2011
Kontakt
Sandra Strahonja
Pressereferentin Oper und Schauspiel
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