Gesellschaft Freunde der Künste

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gilt als Meisterstück über Toleranz

Nathan der Weise von Gotthold Ephraim Lessing am 15.5.2010 Theater Essen

Lessings „Nathan“ gilt als Meisterstück über Toleranz: Der weise Jude Nathan wird zum Vermittler zwischen den Weltkulturen und führt die Menschen als eine verstreute, sich schlussendlich wieder erkennende Familie zusammen. Aber geht es tatsächlich um religiöse Überzeugungen oder sind diese nur Vorwand für politische Strategien, Geld- und Machtgier? Ist Nathans Weisheit selbstlos oder ist sie kluger Pragmatismus? Als der hoch verschuldete Sultan den reichen Juden in eine Zwickmühle bringen will, rettet sich Nathan strategisch geschickt mit einer Geschichte.

Denn: „Nicht die Kinder bloß speist man mit Märchen ab.“ Und tatsächlich hilft ihm die Ringparabel aus der Bedrängnis. „Toleranz als Verkaufsstrategie“, meint der Islamwissenschaftler Navid Kermani, für den Lessing in Nathan den „ersten Makler der Humanität“ geschaffen hat. Wenn sich am Ende eine multikulturelle Patchworkfamilie aus Juden, Christen und Muslimen an einem Tisch zusammenfindet, müsste die eigentliche Arbeit des Zusammenlebens beginnen. Und genau hier könnte das Stück auch seinen Anfang nehmen.

Aufführungen bis zum 26.6.2010

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