Gesellschaft Freunde der Künste

Nachrichten und Veranstaltungen in unserem Archiv

Das ganze programm im Februar 2010

Nach dem premierenreichen Januar wartet auch der Februar im Hessischen Staatstheater Wiesbaden mit einem abwechslungsreichen Programm auf

Am Samstag, den 13. Februar 2010 stellt das Ballett des Staatstheaters im Großen Haus seine neuste Produktion Es war einmal…- Grimms Märchen für Eilige vor. Die Choreografien für die Ballettkomödie stammen von Yuki Mori, Mirko Guido und Stephan Thoss.

Eine Woche vorher, am Freitag, den 5. Februar 2010, ist in der Wartburg das Schauspiel Kaspar, von Peter Handke zu sehen. Diese Aufführung ist eine Kooperation der Hessischen Theaterakademie mit dem Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Regisseur Veit Kassel schließt mit dieser Inszenierung sein Regiestudium ab.

Auch für die jungen Theaterbesucher findet sich auf dem Februar-Spielplan ein neues Stück: die Premiere des Jungen Staatstheaters steht am Sonntag, den 21. Februar 2010 auf dem Spielplan. Schwestern, eine eindringliche und humorvolle Geschichte über Abschied von Theo Fransz für alle ab acht Jahren in einer Inszenierung von Oda Zuschneid.

Stücke von Olga Neuwirth, Luigi Dallapiccola und Anton Bruckner stehen beim 5. Sinfoniekonzert des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden am Mittwoch, den 17. Februar auf dem Programm. Antoine Tamestit, 1. Preisträger beim ARD-Wettbewerb 2004, spielt Viola, Peter Hirsch dirigiert das Orchester.

Die musik-theater-werkstatt verbindet am Donnerstag, den 18. Februar und am Freitag, den 19. Februar in der Wartburg akustische und optische Elemente mit einer thematischen Komponente, wenn sie ihre Visualisierte Musik zu „Michael Kohlhaas“ von Heinrich von Kleist vorstellt.

Nachdem auf der Pressekonferenz am Donnerstag, den 18. Februar 2010 um 14 Uhr das Programm der Internationalen Maifestspiele vorgestellt wird, startet am Samstag, den 20. Februar 2010 um 9 Uhr der Kartenvorverkauf für das Festival, das den ganzen Mai hindurch im und um das Staatstheater Wiesbaden viele internationale Inszenierungen vorstellt.

Beachten Sie bitte auch, dass die geplanten Vorstellungen der Oper „Lulu“ von Alban Berg im Februar nicht statt finden. Stattdessen zeigen wir am 24. Februar 2010 Schumanns lyrisches Drama Das Paradies und die Peri und am 28. Februar 2010 Verdis Oper Falstaff.

Premieren

Ballett

Es war einmal…

Grimms Märchen für Eilige

Ballettkomödie

Choreografie: Yuki Mori, Mirko Guido und Stephan Thoss

Samstag, 13. Februar 2010, 19.30 Uhr, Großes Haus

Junges Staatstheater

Schwestern

Von Theo Fransz

Inszenierung: Oda Zuschneid

Sonntag, 21. Februar 2010, 18 Uhr, Studio

Schauspiel

Kaspar

Schauspiel von Peter Handke

Inszenierung: Veit Kassel

Freitag, 5. Februar 2010, 20 Uhr, Wartburg

 – In Kooperation mit der Hessischen Theaterakademie –

Konzerte

5. Sinfoniekonzert

Werke von Luigi Dallapiccola, Olga Neuwirth und Anton Bruckner

Dirigent: Peter Hirsch; Solist: Antoine Tamestit, Viola

Mittwoch, 17. Februar  2010, 20 Uhr, Kurhaus

19 Uhr Einführung im Dostojewski-Saal

Karnevalskonzert

Mit Jochen Elbert (Tenor), John D. Holyoke (Bariton), Erika LeRoux (Klavier) und Wolfgang Vater (Moderation)

Samstag, 13. Februar 2010, 15 Uhr, Foyer

Sonntag, 14. Februar 2010, 11 Uhr, Foyer

Familienkonzert

Toto und die Zaubermelodie

Mit der hr-Bigband

Leitung: Ralph Schmidt; Moderation: Niels Kaiser und Renate Burtscher

Sonntag, 21. Februar 2010, 11 Uhr, Großes Haus

musik-theater-werkstatt

            Visualisierte Musik zu „Michael Kohlhaas“ von Heinrich von Kleist

Tjark Ihmels und Studenten der FH Mainz: Computergesteuerte Visualisierung; Gerhard Müller-Hornbach und Studenten der HfMDK: Kom-position und Interpretation

Donnerstag, 18. Februar 2010, 20 Uhr, Wartburg

Freitag, 19. Februar 2010, 20 Uhr, Wartburg

Jugendreferat

            Minimatinee

            Mit der Geigerin Gisela Reinhold aus dem Orchester

            Samstag, 6. Februar 2010, 15 Uhr, Foyer

            Wochenendworkshop

            Malen mit Theaterfarben

            Samstag, 6. Februar 2010, 14.30-18 Uhr

            Sonntag, 7. Februar 2010, 10-16 Uhr

Extras

            tanzXtra

            Märchen gestern und heute

            Stephan Thoss spricht über Es war einmal…

            Dienstag, 23. Februar 2010, 19 Uhr, Studio

            Walzer-Café

            Mit Herbert Siebert und dem Johann-Strauß-Orchester-Wiesbaden

            Samstag, 27. Februar 2010, 15 Uhr

            Café-Tango

            Late Night in der Wartburg

            Mit Gabriel Sala

            Samstag, 20. Februar 2010, 22 Uhr, Wartburg

            Dichter ran!

            8. Abend: Aus mir braust finstre Tanzmusik. Autoren des Expressionismus

            Donnerstag, 25. Februar 2010, 20 Uhr, Wartburg            

Schauspiel

Premiere: Freitag, 05. Februar 2010, 20 Uhr, Wartburg

Gastspiel

Kaspar

Schauspiel von Peter Handke

In Kooperation mit der Hessischen Theaterakademie

Inszenierung               Veit Kassel

Bühne und Kostüme  Teresa Rinn

Sounddesign              Bastian Zimmermann

Dramaturgie               Georg Mellert

Mit: Angel Krastev, Daniel Kröhnert, Laura Parker, Tina Witthon

Ein Mensch kommt auf die Bühne, halb Clown, halb Kind. Zu Beginn unartikuliert, grotesk, „pudelnärrisch“, wird er von anonymen „Einsagern“ durch Sprechfolterung selbst zum Sprechen gebracht. Standardisierte Sprachmuster, Alltagsweisheiten und Moralvorstellungen machen aus ihm ein Individuum, das ordentlich „Ich“ sagen kann und seine Kleidung nie falsch knöpft.

Er kann sich repräsentieren, kann sich bemerkbar machen, doch der Disziplinierungsprozess, den er durchlaufen hat, kostet ihn auch die Freiheit, anders zu sein: ungeschlacht und sensibel, roh und poetisch.

Peter Handkes Kaspar unterzieht unsere Vorstellungen von Individualität einer scharfen Kritik: nicht Eigenständigkeit, sondern Leben in vorgegebenen Formen wird von der Gesellschaft belohnt. Was Kaspar auf der Bühne durchmacht, findet tagtäglich statt: sich anpassen, den anderen aufs Maul schauen um ihnen danach zu reden, sich gleichzeitig selbst behaupten und selbst verleugnen.

Auf Facebook-Profilen und in Reality-Shows wird die Frage „Wer bin ich?“ durch Blättern in einem Katalog vordefinierter Charaktereigenschaften beantwortbar. Wer ausbricht, wird schief angesehen.

Veit Kassels Adaption von Handkes modernem Klassiker gibt dem gesellschaftlichen Anpassungsdruck ein Gesicht. Vier Darsteller – eine Gebärdensprachlerin, eine Tänzerin, ein Schauspieler und ein Bulgare – werfen sich hier mit ihrer jeweils eigenen Ausdrucksform auf die Bühne.

Abwechselnd Gleichmacher und Gleichgemachte, unterziehen sie sich reihum dem Kaspar-Prozess. Die Anpassung wird nicht von außen gefordert, sondern entsteht aus der Mitte dieser kleinen Gemeinschaft, die doch nur eines will – Kaspar sein.

Veit Kassel wurde 1982 in Mülheim an der Ruhr geboren. Schon als Jugendlicher tritt er im Jugendclub des Schauspiels Bochum auf. Nach eigenen Regiearbeiten in der Schulzeit und im Rahmen der Regiewerkstatt des Schauspiels Bochum studiert er seit 2005 Schauspielregie an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Frankfurt.

In der Spielzeit 08/09 inszenierte er am Stadttheater Gießen die Uraufführung von Andreas Sauter „Der Mann im Turm oder das Geheimnis der Zeit“. Auf dem Heidelberger Stückemarkt 2009 war im Rahmen des Projekts „Schiller sehen“ seine Uraufführung von Kristo Sagors „beide.“ zu sehen.

Am Staatstheater Wiesbaden war er bereits im Juni 2009 beim Thementag „Erbgut“ mit der Stückentwicklung „Kon.fusion“ (in Zusammenarbeit mit dem Autor Björn Deigner) präsent. Mit „Kaspar“ schließt Veit Kassel sein Regiestudium ab.

Weitere Termine: Samstag 6. Februar, Freitag 12. März und Samstag 13. März 2010

jeweils 20 Uhr, Wartburg 

Ballett

Premiere: Samstag, 13. Februar 2010, 19.30 Uhr, Großes Haus

Es war einmal…

Grimms Märchen für Eilige

Ballettkomödie

Musik von Fazil Say, Lepo Sumera, Jacques Offenbach u.a.

Choreografie              Yuki Mori, Mirko Guido, Stephan Thoss

Bühne                                     Till Kuhnert

Kostüme                     Carmen Maria Salomon

Weshalb regen die Märchenfiguren der Gebrüder Grimm seit über 150 Jahren die Phantasiewelten von Kindern und Erwachsenen an? Sind es moralisierende Geschichten für unartige Kinder? Zeigen sie richtige Verhaltensmuster für Menschen in Not? Oder rufen sie zu heldenhaftem Streben nach Glück auf?

Im Ballettabend „Es war einmal…“ verfolgen die drei Choreografen Yuki Mori, Mirko Guido und Stephan Thoss einen Erzählstrang, der von dunklen, archaischen Bildern ausgehend einen Flirt mit der harmlos scheinenden Oberfläche von Märchen wagt. Die zunächst nur mit einem eilig-flüchtigen Blick gestreiften Geschichten münden in eine skurrile Collage aller Grimmschen Figuren.

Die neueste Produktion des Balletts des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden fragt nach der Funktion der Grimmschen Märchenstoffe im Hier und Jetzt. Yuki Mori, der den ersten Teil des Ballettabends choreografiert, fasst jenen Zeitpunkt ins Auge, der vor der Entstehung eines Märchens liegt.

Die mythische oder unendliche Zeit seiner Bühnensituation liegt vor der Verschriftlichung und Festlegung von logischen Sinneinheiten. Die tänzerische Aktion auf der Bühne basiert auf Fragmenten möglicher Handlungsfolgen, Figuren mit wechselnden Identitäten und dunklen Stimmungen des Unfassbaren.

Die Choreografie zeigt eine Situation, in der die ursprünglichen Märchenthemen greifbar sind, bevor sie auf sanftes Unterhaltungsniveau gedrosselt wurden.

In einer ganz anderen Stimmung setzt das zweite Kapitel von ‚Es war einmal…‘ ein. Mirko Guido verlässt in seiner Choreografie das dunkle, archaische Reich, aus dem die Märchen oft ihre Ambivalenz und Faszinationskraft schöpfen, und beleuchtet auf humorvolle Weise den unversiegbaren Reichtum von Phantasiewelten.

Guido inszeniert die Begegnung einer Großmutterfigur mit ihrer Enkelin, die sich von ihr eine Erzählung wünscht. Die alte Frau, die von Märchen gar nichts hält, zerreißt das Märchenbuch und nimmt das Mädchen mit auf eine Reise in ihre eigene Imagination. In diesem freien Fabulieren, das sich nicht an hergebrachte Erzählmuster hält, entdeckt das Kind und mit ihm das Publikum das eigene erzählerische Potential.

Als hätte Stephan Thoss die von der alten Frau herausgerissenen und durcheinander geratenen Märchenbuchseiten in die Finger bekommen, kappt er im dritten und abschließenden Teil die Bänder, die die Figuren an ihr jeweiliges Märchen binden.

Hier treffen Frau Holle auf die Prinzen, die Jäger auf die Frösche und Schneewittchen auf Rotkäppchen. In dieser Collage der bekanntesten Grimmschen Märchengestalten lässt Stephan Thoss die von der Werbe- und Unterhaltungsindustrie auf Eindimensionalität abgerichteten Figuren außerhalb ihres ursprünglichen Zusammenhangs zur beschwingten Musik von Jacques Offenbach in einem bunten Reigen auftreten.

Das Bühnenbild ist angereichert mit Versatzstücken, die aus dem Fundus des Walt Disney-Konzerns stammen könnten. In diesem Raum feiert Thoss mit viel Augenzwinkern den Etikettenschwindel, der mit fast allen Produkten betrieben wird, denen der Stempel ‚Grimms Märchen‘ eingraviert ist, und macht Lust darauf, den Märchenspuren weiter zu folgen.

Yuki Mori aus Kobe, Japan erhielt seine Ausbildung an der Ballettschule des Hamburger Balletts und ist seit Sommer 2007 am Hessischen Staatstheater Wiesbaden engagiert. Als Choreograf ist Mori seit 1999 tätig. Seine Produktion „Missing Link“ wurde 2005 beim Internationalen Wettbewerb für Choreografen Hannover mit dem Kritiker- und dem Publikumpreis ausgezeichnet.

2006 choreografierte er „Les Enfants Terribles“ nach dem gleichnamigen Roman von Jean Cocteau für das Ballett der Staatsoper Hannover. Im Januar 2008 erhielt Yuki Mori in Osaka den in Japan renommierten „New Artist Award“ für seine Choreografie „Chain of Feathers“. Seine erste  Arbeit für das Hessische Staatstheater Wiesbaden, „fragments blue“,  wurde im April 2008 in der Wartburg uraufgeführt.

Mirko Guido wurde 1981 in Lecce, Italien geboren. Im Alter von neun Jahren begann er seine Tanzausbildung mit Modern Dance, Jazztanz und Hip Hop. Mit 15 Jahren nahm er Unterricht in Schauspiel und Akrobatik und spezialisierte sich in der Folge auf das Ballett und den zeitgenössischen Tanz.

Seine Ausbildung absolvierte er an mehreren Schulen in Lecce, Rom, Lausanne und Zürich. Während dieser Zeit tanzte Mirko Guido bereits für das Béjart Ballet in Lausanne und kam nach mehreren Engagements in Italien und Deutschland zur Spielzeit 2008/09 an das Hessische Staatstheater Wiesbaden. 2008 gewann Mirko beim 22. Internationalen Wettbewerb für Choreografen Hannover mit “Tra me e se, Forse” den 1. Haupt- und den Publikumspreis.

Stephan Thoss, der seit Beginn der Spielzeit 2007/08 Ballettdirektor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden ist, absolvierte seine tänzerische Ausbildung an der Palucca Schule in Dresden.

In einem dreijährigen Zusatzstudium setzte sich Stephan Thoss mit der deutschen Schule des Ausdruckstanzes auseinander, basierend auf den Theorien Rudolf von Labans. 1983 wurde Thoss als Tänzer an das Ballett der Staatsoper Dresden engagiert.

Von 2001 bis 2006 war Stephan Thoss Ballettdirektor der Staatsoper Hannover. In diesen fünf Spielzeiten entstanden knapp 20 neue Choreografien. Zahlreiche Tourneen führten ihn und sein Ensemble nach Europa, Asien und die USA.

Weitere Termine: Dienstag, 16. Februar 2010 und Donnerstag, 25. Februar 2010, jeweils 19.30 Uhr, Großes Haus 

tanzXtra

Einführungsmatinee zu ‚Es war einmal…‘

In der beliebten Einführungsmatinee erläutern Yuki Mori, Mirko Guido und Stephan Thoss den neuen Märchen-Ballettabend und zeigen Ausschnitte.

31. Januar 2010, 11 Uhr, Großes Haus 

tanzXtra

Märchen gestern und heute

Stephan Thoss spricht über ‚Es war einmal…‘, die neue Produktion des Balletts des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden.

23. Februar 2010, 19 Uhr, Studio 

Junges Staatstheater

Premiere: Sonntag, 21. Februar 2010, 18 Uhr, Studio

Schwestern 8+

Von Theo Fransz

Regie                          Oda Zuschneid

Bühne                         Lars Herzig, Leopold Volland

Kostüme                     Jelena Miletic

Dramaturgie               Miriam Kaufmann, Eva Bormann

Mit: Annette Müller (Zus), Gergana Muskalla (Mathilde)

Eine letzte Nacht noch haben Mathilde und ihre geliebte Schwester Zus, um voneinander Abschied zu nehmen. Ein Abschied, der ihnen verwehrt blieb, als Zus durch ein tödliches Unglück gewaltsam von ihrer Familie getrennt wurde. Seitdem besucht sie Mathilde Nacht für Nacht in deren Fantasie.

Übermüdet, frierend und doch voller Warmherzigkeit und Liebe begegnen sich die beiden. In gemeinsamen Gesprächen und Spielen verarbeitet Mathilde ihren Schmerz, ihre Angst, ihre Sehnsüchte und Schuldgefühle. Zus bringt sie dabei wie immer zum Lachen, macht sie wütend, lässt sie mit ihrer poetischen Erzählung von einer Existenz nach dem Tod staunen und spendet ihr Trost.

In seinem behutsamen Drama setzt der niederländische Autor Theo Fransz der Sprachlosigkeit über den Verlust eines geliebten Menschen die Kraft der Erinnerung entgegen.

Ein Stück, das uns im Wechselspiel von Tragik und Komik mit unserer Sterblichkeit konfrontiert und ein Plädoyer für das Erinnern an unsere Verstorbenen. Und nicht zuletzt eine Liebeserklärung an das Leben.

Oda Zuschneid ist seit 2004 Mitglied des bestehenden Kollektivs Potemkin Express und wurde 2006 mit dem Folkwangpreis für Theater und Tanz ausgezeichnet. Neben ihrer Tätigkeit als Schauspielerin (u.a. am Staatstheater Wiesbaden) übernimmt sie mit „Schwestern“ ihre zweite Regiearbeit am Jungen Staatstheater.

Weiterer Termin: Dienstag, 23. Februar 2010, 11 Uhr, Studio

Konzerte

Mittwoch, 17. Februar 2010, 20 Uhr, Kurhaus, Friedrich-von-Thiersch-Saal

19.00 Uhr Einführung im Dostojewskisaal 

5. Sinfoniekonzert

Werke von Luigi Dallapiccola, Olga Neuwirth und Anton Bruckner

Luigi Dallapiccola (1904-1975): Due pezzi per orchestra

Olga Neuwirth (*1968): Remnants of songs... an Amphigory. Bratschenkonzert

UA am 10.10.2009 RSO Wien. dt. EA 31.1.2010 DSO Berlin

Anton Bruckner (1824-1896): 6. Sinfonie A-Dur

Viola                            Antoine Tamestit

Dirigent                       Peter Hirsch

Luigi Dallapiccola wurde in Mitterburg (heute Pazin/Slowenien), einem multinationalem Ort mit bewegter politischer Geschichte, geboren. Verschiedensten Komponisten beeinflussten mit wechselnder Prägnanz sein Schaffen: Richard Wagner, Monteverdi (er gehörte zu dessen wichtigsten Wiederentdeckern), Debussy, Schönberg, Berg und Webern und Busoni.

Dallapiccolas umfangreiches Oeuvre umfasst v.a. Bühnen- und Vokalkompositionen, aber auch bedeutende Orchesterwerke wie die Due pezzi per orchestra (1947), einer entscheidenden Komposition auf Dallapiccolas Weg zur Dodekaphonie.

Sie basiert auf den Due studi für Violine und Klavier aus demselben Jahr und ist ein kontrastreiches Diptychon mit Sarabanda und Fantasia/Fuga, das barocke Formen sehr reizvoll mit relativ freien Zwölftonstrukturen verbindet.

Die Österreicherin Olga Neuwirth zählt zu den interessantesten Komponistenpersönlich-keiten der Gegenwart. Die mehrfach ausgezeichnete Künstlerin erhält in diesem Jahr den Louis Spohr-Preis der Stadt Braunschweig. Sie sei eine scharfe Beobachterin ihrer von Massenmedien geprägten Umwelt und suche die Auseinandersetzung sowohl mit der Musikgeschichte als auch mit der Medien- und Popkultur, urteilte die Jury.

Mit ihrem Bratschenkonzert „Remnants of Songs… an Amphigory“ hat Olga Neuwirth das vierte Werk vorgelegt, in welchem sie sich auf sehr persönliche Art mit dem Verhältnis zwischen Solist und Orchesterkollektiv in der Tradition des Konzerts auseinandersetzt. Die Partitur für den Bratschisten Antoine Tamestit entstanden.

Ihr Titel bezieht sich in leichter Abwandlung auf die Publikation „Remnants of Song. Trauma and the Experience of Modernity in Charles Baudelaire and Paul Celan“ und kontrastiert ihn mit dem Begriff der „Amphigory“, der im Englischen als Bezeichnung für Nonsense-Gedichte oder unlogische Verse dient.

Zwischen diesen beiden gegensätzlichen Polen von Ernst und spielerischer Leichtigkeit entfalten sich die fünf anspielungsreichen, im Sinne von Charakterstücken konzipierten Einzelsätze.

Große Filmmusik scheint sich an Anton Bruckners 6. Sinfonie orientiert zu haben, mit ihrem mächtigen Anfang und den ätherischen mittleren Passagen. Das Werk hatte es allerdings nach seiner Wiener Uraufführung am 11. Februar 1883 recht schwer.

Die Rezensenten gebrauchten Wörter wie „wild“ und „seltsam“ und sahen den Eindruck, dass Bruckner hier Wagners musikdramatischen Stil auf die Sinfonie übertragen habe, als großen Nachteil. Bruckner selbst seufzte nach der zweieinhalbjährigen Kraftanstrengung: „Nicht um 1000 Gulden möchte ich das nochmals schreiben...“

Es sollten allerdings noch einige weitere Werke noch größerer Dimensionen folgen. So bekannt die „Romantische“ Vierte z.B. ist, so selten wird Bruckners Nr. 6 gespielt.

Dabei wirkt sie in ihrem Verzicht auf kontrapunktische Überfrachtung, ihrer knappen Form und höheren Konzentriertheit überschaubarer und zugänglicher als etwas die kolossale 5. Sinfonie. Der Gastdirigent Peter Hirsch wird sie mit dem Hessischen Staatsorchester ins rechte Licht rücken.

Innerhalb weniger Jahre ist Antoine Tamestit (Viola) zu einem der gefragtesten Solisten seines Instruments gewordenwurde. 1979 geboren, studierte er bei Jean Sulem am Pariser Conservatoire, an der Yale University/USA bei Jesse Levine und dem Tokyo String Quartet und bei Tabea Zimmermann in Berlin.

Er wurde mit den wichtigsten internationalen Preisen ausgezeichnet, so z. B. im Januar 2008 mit dem Credit Suisse Young Artist Award. Antoine Tamestits Repertoire reicht vom Barock bis zu zeitgenössischen Werken. Sein besonderes Interesse für die Musik unserer Zeit hat zu Begegnungen mit vielen Komponisten geführt sowie zu diversen Uraufführungen und Ersteinspielungen zeitgenössischer Werke.

Als Solist hat Antoine Tamestit mit dem Münchner und Wiener Kammerorchester, mit La Chambre Philharmonique und Orchestern wie dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, Orchester der Komischen Oper Berlin, Beethovenorchester Bonn, Dresdner Philharmonikern, Gewandhausorchester Leipzig, Münchner Rundfunk Orchester des BR, RSO Stuttgart, RSO Wien, Orchestre de Liège, Orchestre National de Lyon, Orchestre de Toulouse, Orchestre Philharmonique de Radio France, BBC Philharmonic, BBC Scottish, BBC Wales und Warschauer Philharmonie konzertiert.

Antoine Tamestit spielt die Viola „Mahler“ von Antonio Stradivari, Cremona 1672, die ihm von der Habisreutinger-Stiftung zur Verfügung gestellt wird.

Der renommierte Dirigent Peter Hirsch, 1956 geboren, begann seine Karriere als 1. Kapellmeister der Oper Frankfurt (1984-87) und debütierte 1985 an der Mailänder Scala mit Luigi Nonos „Prometeo” (UA der endgültigen Fassung).

Es folgten Opernproduktionen u.a. in Vancouver, an der English und Welsh National Opera, der Scottish Opera, der Nederlandse Opera (Rekonstruktion der Urfassung von Berlioz’ „Benvenuto Cellini”), der Oper Bonn sowie der Staatsoper Unter den Linden Berlin.

Mehrfach dirigierte Peter Hirsch das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, das Berliner Sinfonieorchester, das RSO Frankfurt, das MDR Sinfonieorchester Leipzig, das Orchestre National de Belgique, das Residenz-Orchester Den Haag und die Bournemouth Symphony.

Er war Gast bei den Salzburger Festspielen, bei der Biennale Venedig, beim Bologna Festival, dem Warschauer Herbst, dem Ars Musica Festival in Brüssel, den Berliner Festwochen, der Münchener Biennale und dem Festival D’Automne Paris.

Jüngste Engagements führten Peter Hirsch u.a. zu den Münchner Philharmonikern, zum KBS Symphony Orchestra Seoul, Gürzenich Orchester Köln, Berner Sinfonie-orchester, SWR Sinfonieorchester Stuttgart, RSO Saarbrücken, Staatsorchester Mainz, zur Staatskapelle Weimar, Camerata Salzburg, der Basel Sinfonietta und an die Hamburgische Staatsoper.

Neben zeitgenössischer Musik standen dabei u.a. Werke von Brahms, Bruckner, Schubert, Mahler und Zemlinsky auf dem Programm. Peter Hirsch dirigierte zahlreiche Uraufführungen von Nono, B.A. Zimmermann, Haas, Lachenmann, Ospald, Zender sowie CD-Aufnahmen u.a. mit Bruckner, Mahler, Schönberg, Nono, B.A. Zimmermann u.a.

Samstag, 13. Februar 2010, 15 Uhr, Foyer

Sonntag, 14. Februar 2010, 11 Uhr, Foyer

Kammermusikvereinigung

Karnevalskonzert

Küchen-Konzerte, Kühe, Rap, Tango und andere Verrücktheiten

Jochen Elbert (Tenor), John D. Holyoke (Bariton), Erika Le Roux (Klavier), Wolfgang Vater (Moderation), die Bluegrass Band und das Fagottquartett des Hessischen Staatsorchesters sowie die Barbershop-Group des Opernchores präsentieren Henri Kling:

Küchen-Konzert für Klavier und Küchengeräte, Leroy Anderson: The Type Writer für Schreibmaschine und Fagottquartett, Prof. Bor: Bach at the Double für 2 Violinen und Kontrabaß,  Barbershop-Songs für Männerchor, P.D.Q. Bach: Last Tango in Bayreuth für 4 Fagotte, Sonata Abassoonata, Classical Rap für Tenor und Streicher, Kantate „Blaues Gras“ und andere Verrücktheiten.

Sonntag, 21. Februar 2010, 11 Uhr, Großes Haus

Familienkonzert

Toto und die Zaubermelodie

Mit der hr-Bigband

Für alle ab 5 Jahren

Mit der hr-Bigband unter der Leitung von Ralph Schmidt

Nach den überaus erfolgreichen früheren Gastspielen der hr-Bigband im Rahmen der Familienkonzerte kommt die berühmte Formation aus den Hallen des Hessischen Rundfunks nun wieder ins Große Haus. Diesmal mit einer neuen, witzigen Geschichte:

Melodian, der Kaiser von Melodien, sucht einen passenden Bräutigam für seine Tochter, Prinzessin Melody. Derjenige, der die schönste Melodie komponiert, soll Bräutigam und künftiger Herrscher von Melodien werden. Toto, ein einfacher Musikant, will es mit seiner Zaubermelodie versuchen. Aber bis er sich der Konkurrenz stellen kann, muss er einen weiten Weg zurücklegen.

Toto reist durch China, Spanien, Amerika, Afrika und einen Klangwald und sammelt dabei interessante musikalische Erfahrungen. Wenn die Geschichte schließlich einen guten Ausgang genommen hat, haben die Kinder nicht nur eine unterhaltsame Inszenierung erlebt, sondern nebenbei und spielerisch einiges über Musik gelernt: Wie klingt ein Saxofon, wie eine Trompete oder was passiert, wenn die Noten in tausend Papierschnipsel zerrissen worden sind?

Die musikalische Leitung hat Ralph Schmidt, es moderieren Niels Kaiser und Renate Burtscher.

musik-theater-werkstatt

Donnerstag, 18. Februar 2010, 20 Uhr, Wartburg

Freitag, 19. Februar 2010, 20 Uhr, Wartburg

Visualisierte Musik

zu „Michael Kohlhaas“ von Heinrich von Kleist

Mit:     

Tjark Ihmels und Studenten der Fachhochschule Mainz:

Computergesteuerte Visualisierung

Gerhard Müller-Hornbach und Studenten der Hochschule für Musik und Darstellende

Kunst, Frankfurt am Main: Komposition und Interpretation

Die Mitwirkenden der Produktion „Visualisierte Musik“, mit der die musik-theater-werkstatt einmal pro Spielzeit in der Spielstätte „Wartburg“ gastiert, stellen sich einer neuen Herausforderung.

Nachdem inzwischen zwei Produktionen mit schon vorhandener und eine mit live-gespielter Musik auf die Bühne gebracht wurden, werden wir in dieser Spielzeit eine thematische Ergänzung zum Spielplan des Schauspiels in den Mittelpunkt rücken:

„Michael Kohlhaas“ wird Ende Januar in der Inszenierung von Konstanze Lauterbach im Kleinen Haus Premiere haben. Als eine andere mögliche Interpretation dieses Stoffes werden Studenten des Medienkünstlers Tjark Ihmels computergesteuerte Bildwelten zu live interpretierten neuen Kompositionen aus der Kompositionsklasse von Gerhard Müller-Hornbach gestalten.

Tjark Ihmels wurde 1963 in Leipzig geboren. Nach Studien der Theologie und der Malerei in Leipzig war er mehrere Jahre als freier Medienkünstler tätig, seit 2000 ist er Professor an der FH für Gestaltung in Mainz. Seine Installationen wurden u.a. in Tel Aviv, Leipzig, San Francisco, Aachen, Berlin, Sidney, Basel und 2006 in Wiesbaden vorgestellt.

Gerhard Müller-Hornbach wurde 1951 geboren. Er studierte in Frankfurt Komposition, Schulmusik und Musikwissenschaften. Seit 1981 ist er Professor für Komposition und Musiktheorie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. Neben seiner regen Tätigkeit als Komponist ist er künstlerischer Leiter des Mutare-Ensemble.

Jugendreferat

Samstag, 06. Februar 2010, 15 Uhr, Foyer

Minimatinee

Mit der Geigerin Gisela Reinhold aus dem Orchester

Ab 3 Jahre

Wie klingt die Violine? Und was kann ich mit ihr für Geschichten erzählen?

Gisela Reinhold gibt uns spannende Einblicke in ihren Alltag als Musikerin in einem

Orchester.  

Samstag, 6. Februar 2010, 14.30-18 Uhr und Sonntag, 07. Februar 2010, 10-16 Uhr

Wochenendworkshop (8-12 Jahre)

Malen mit Theaterfarben

Wer hat Lust einmal mit echter Theatermalfarbe zu malen? Zusammen mit der Leiterin des Malersaals Veronika Moos könnt ihr euer ganz eigenes Werk schaffen.

Es darf gerührt, gepinselt und gekleckst werden!

Extras 

Donnerstag, 25. Februar 2010, 20 Uhr, Wartburg

Dichter ran!

8. Abend: Aus mir braust finstre Tanzmusik – Autoren des Expressionismus

Im Rahmen von ‚Phänomen Expressionismus‘ (Projekt des Kulturfonds FrankfurtRheinMain 2009-2011) widmet sich der 8. „Dichter ran“-Abend Autoren des Expressionismus.

In berauschender Lyrik ebenso wie in packenden Dramen verarbeiten Schriftsteller wie Else Lasker-Schüler, Gottfried Benn, Walter Hasenclever, Carl Sternheim, Georg Kaiser, Ernst Barlach u.a. Träume und Liebeswahnsinn, Kriegsgrauen und Großstadtmythen zu wort- und bildgewaltigen Sprachkunstwerken.

Hessisches Staatstheater Wiesbaden
Pressereferat
Christian-Zais-Str. 3
65189 Wiesbaden

Ansprechpartner:
Andrea Bartsch
Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fon +49 (0)611-132 329
Fax +49 (0)611-132 307
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