Ist das hier schon alles oder wartet die beste aller möglichen Welten noch irgendwo auf uns? Das ist die zentrale Frage, der Voltaires Roman von 1759 mit bösem Spott auf die weltverbesserlichen Ansichten seiner Zeit nachgeht. In seinem Roman erzählt er das Leben des unbelehrbaren Optimisten Candide, der am Hofe Westfalens vom Meister Pangloss unterrichtet wird.
Der sagt, dass diese Welt die beste aller möglichen Welten sei. Doch Candide muss diese Behauptung am eigenen Leib schmerzlich überprüfen: Unsanft wird er mit einem Tritt in den Allerwertesten aus seinem herzöglichen Paradies verjagt. Trotzdem versucht er, sich die Worte des Lehrers weiterhin zu Eigen zu machen und in allem nur das Gute zu sehen – selbst als er in den Krieg gerät, einen Inquisitionsprozess, das große Erdbeben von Lissabon, Piratenangriffe und Schiffsuntergänge nur knapp überlebt.
Candide irrt in einer aberwitzigen Reise, die von den unwahrscheinlichsten Zufällen und verblüffendsten Auferstehungen Totgeglaubter geprägt ist, über Meere und Kontinente. Er ist getrieben von der Hoffnung, seine geliebte Kunigunde und vor allem die beste aller Welten zu finden. Paul Koek bearbeitet mit dem Bochumer Ensemble und seiner Musiktheatergruppe diese große philosophische Erzählung zur Saisoneröffnung für das Schauspielhaus.
Eine Koproduktion mit der Veenfabriek in Leiden, Niederlande
Gefördert im Fonds Wanderlust der Kulturstiftung des Bundes sowie vom Theaterinstitut der Niederlande im Rahmen von NL-RUHR.2010
Besetzung
Regie Paul Koek
Bühne & Licht Theun Mosk
Kostüme Dorothee Curio
Muisk Anke Brouwer
Video John van Oostrum
Candide Joep van der Geest
Kunigunde Therese Dörr
alter Candide Jürgen Hartmann
alte Kunigunde Yonina Spijker
Pangloss / Gouverneur Buenos Aires Roland Riebeling
Paquette / Prediger / Kapitän auf den Galeeren Veronika Nickl
alte Frau Jutta Wachowiak
Cacambo / Frau des Predigers Anke Zillich
Martin / der eine Bulgarische Soldat / Don Isachar Raiko Küster
Jacob der Wiedertäufer / Inquisitor / König von Eldorado / Pococurante / Pater Reinout Bussemaker
Aufführungen bis zum 3.10.2010
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