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bis Ende Februar 2010 Werke von insgesamt 41 Künstlern

Münster - Von Degas bis Picasso - Graphikmuseum zeigt Schweizer Privatsammlung

Münster. Das Graphikmuseum Pablo Picasso Münster präsentiert seit Samstag (7.11.) rund 140 Gemälde, Skulpturen und Zeichnungen des Schweizer Sammlers Jean Planque. In der Ausstellung „Von Degas bis Picasso – Die Sammlung Jean Planque“ zeigt das Museum bis Ende Februar 2010 Werke von insgesamt 41 Künstlern, darunter Georges Braque, Paul Cézanne, Vincent van Gogh, Paul Gauguin, Paul Klee, Claude Monet, Pablo Picasso, Jean Dubuffet und Antoni Tàpies. 

„Die Werke spannen einen zeitlichen Bogen von gut 100 Jahren, angefangen mit einem 1886 entstandenen Blumenstillleben von Vincent van Gogh bis hin zu künstlerischen Positionen der 80er Jahre“, erklärt Prof. Markus Müller, Leiter des Picasso-Museums. „Neben Werken des Impressionismus und der Klassischen Moderne bietet die Ausstellung mit Arbeiten von Nicolas de Staël, Sorel Etrog und Antoni Tàpies auch einen einmaligen Ausblick auf die zeitgenössische Kunst.“ 

Der Schweizer Jean Planque (1910-1998) war nicht nur selbst Maler und mit vielen Künstlern eng befreundet, er besaß vor allem einen unvergleichlich sensiblen Blick für die Kunst seines Jahrhunderts. „Ich habe die Bilder mehr geliebt als das Leben“, beschrieb Planque selbst seine Leidenschaft. Das erkannte auch der Galerist Ernst Beyeler, einer der bekanntesten Kunsthändler der Nachkriegszeit.

Er machte Planque 1954 zu seinem Berater und beauftragte ihn 15 Jahre lang mit der Suche nach interessanten Bildern. Neben seiner Beratertätigkeit sammelte Planque jedoch auch für sich selbst. Dabei verfügte er nie über die finanziellen Mittel, um im großen Maßstab kaufen zu können. Er erwarb seine Bilder teils vor allen anderen, teils in günstigen Augenblicken, als kein allgemeines Interesse bestand, und zu Vorzugspreisen, die er seinen engen Beziehungen zu Händlern und Künstlern verdankte. 

Planques geschultes Auge war jedoch nicht nur für seinen Arbeitgeber Beyeler interessant. Auch Pablo Picasso schätzte den untrüglichen Blick des Schweizers und angefangen mit ihrer ersten Begegnung 1960 entwickelte sich zwischen den beiden Männern eine vertrauensvolle Freundschaft. Planque war dabei für Picasso eine Art Verbindung zur Außenwelt: 

„Häufig stellt er mir Fragen über das, was ich von anderen oder von einem ganz bestimmten Maler gesehen hatte. […] Alles interessierte ihn und über alles wollte er bescheid wissen.“ Insgesamt 15 Picasso-Werke aus sämtlichen Schaffensperioden des Spaniers erwarb Planque für seine eigene Sammlung, angefangen mit dem Harlekin aus dem Jahr 1917 bis hin zur Büste einer Schlafenden von 1970.  

Einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung bildet eine größere Werkgruppe von Jean Dubuffet. Der Künstler schrieb einmal an Planque: „Es gibt nur wenige Leute in der Welt, die von Bildern einen so guten Gebrauch machen wie Sie.“ Und auch mit dem in Münster ausgestellten Werk Versammlung des Werkzeugs belegt Dubuffet seine Anerkennung gegenüber Planque: Der Künstler hatte dem Schweizer das 1964 entstandene Werk gewidmet.  

Die Planque-Sammlung wird von einer im schweizerischen Lausanne beheimateten Stiftung betreut. „Die Werke haben jedoch keine museale Heimat und sind damit nur selten für die Öffentlichkeit zugänglich“, erklärt Florian Rodari, Konservator der Fondation Jean et Suzanne Planque. Die Auswahl für die münstersche Schau traf er mit Markus Müller gemeinsam. Im Anschluss an ihre Station in Münster wird die Ausstellung „Von Degas bis Picasso“ in Saarlouis und im Picasso-Museum im südfranzösischen Antibes zu sehen sein.

Graphikmuseum Pablo Picasso Münster
Königsstraße 5
48143 Münster

Telefon: 0251/ 4144 7-10
Fax: 0251/ 41447-77
E-Mail: info(at)graphikmuseum.de        

Pressekontakt: 

Birthe Schumacher

Graphikmuseum Pablo Picasso Münster 

Tel.: 0251 41 447-13         

E-Mail: b.schumacher@graphikmuseum.de

http://www.graphikmuseum-picasso-muenster.de/

Bilder

Edgar Degas, Zwei Frauen beim Baden, um 1895
Pastell auf drei Papierstücken auf Karton, 58 x 77 cm
Fondation Jean et Suzanne Planque, Lausanne

Claude Monet, Leicester Square, 1901
Öl auf Leinwand, 80,5 x 64,8 cm
Fondation Jean et Suzanne Planque, Lausanne

Jean Planque, 1975
Foto: Claude Huber, Lausanne