Gesellschaft Freunde der Künste

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Di, 12. Januar 2010, 19 Uhr anlässlich der Ausstellung

München - Helmut Friedel, Direktor der Städtischen Galerie im Lenbachhaus im Gespräch mit Erwin Wurm

Wenn Erwin Wurm eine Form aus der unerschöpflichen Asservatenkammer des Gegenständlichen herausgreift und zum Gegenstand seiner Bildnerei macht, dann wird dieses Ding zu etwas anderem und trägt fortan einen weiteren, besonderen Sinn mit sich. Autos, Kartoffeln, Gurken, Kleidung, um nur einige Objekte aus der Welt des Realen zu nennen, hat er in seinen Skulpturen „behandelt“, sie in ihrem Sinn verdreht und so neue Bilder gewonnen.

Der Gedanke des Performativen spielt dabei eine wesentliche Rolle. So verwandelt er scheinbar banale Situationen, Gesten oder Handlungen in „One Minute Sculptures“ zu Ausdrucksformen einer „verfestigten Zeit“. Allein einen Gestus über eine Minute lang auszuhalten, verdeutlicht Sinnbezüge, die in der Geschwindigkeit des „normalen“ Ablaufs verloren gehen. Fotografien helfen, die plastischen Situationen zu bannen und in Bildern zu verdichten.

Ähnliches kann sich auch in Filmen ereignen: Ein Mann steht unbeweglich von Sonnenaufgang bis -untergang und wird so durch die eingefangene Dauer zur Skulptur, fester, konstanter als die Sonne, die während dessen ihren Bogen zieht. Autos werden unter dem scharfen, auch ironischen Blick des Bildhauers zu „schrägen“ Objekten, indem sie sich verbiegen, seitlich neigen, an der Wand lehnen, oder wie im Film zu sehen ist, Hauswände emporfahren und das Lot- wie Waagrechte verkehren.

Nach der Präsentation im Lenbachhaus Kunstbau, München, wird die Ausstellung auch im Kunstmuseum Bonn, im Museum Sammlung Essl in Klosterneuburg bei Wien, sowie im Ullens Center for Contemporary Art Beijing, China zu sehen sein.

Kurator: Prof. Dr. Helmut Friedel, Direktor der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München

PUBLIKATION
Zur Ausstellung erscheint ein Künstlerbuch im Dumont Verlag, 336 Seiten, reich bebildert, mit Essays von Helmut Friedel, Stephan Berg, Franz Schuh u.a.

Kuratorenführung:
Di, 26. Jan / 18 Uhr: Dr. Karin Althaus, Sammlungsleiterin 19. Jahrhundert / Neue Sachlichkeit führt durch die Ausstellung

Eintritt: 5,- € / ermäßigt 2,50 €

Claudia Weber Pressesprecherin Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München Neue Adresse Verwaltung Nymphenburgerstrasse 84, 80636 München T +49 89 233 32020 M +49 170 735 77 75 presse-lenbachhaus@muenchen.de www.lenbachhaus.de