Eine ungewöhnliche Fassung für Mozarts „Requiem“ präsentieren das Concerto Köln und der WDR Rundfunkchor unter der musikalischen Leitung von Rupert Huber am Dienstag, 3. November 2009 um 20 Uhr im Alfried Krupp Saal.
Kaum einer Komposition haften so viele Mythen an wie Mozarts „Requiem“ – dem Werk, das der Meister selbst nicht mehr vollenden konnte und das seine eigene Totenmesse werden sollte. Die ungewöhnlichen Umstände des Kompositionsauftrages und der zeitliche Zusammenhang mit Mozarts frühem Tod gaben schon immer Anlass zu zahlreichen Spekulationen.
Ein „grauer Bote“ hätte den Auftrag erteilt. Und auch die sogenannte „Giftmord“-Theorie wurde noch im 20. Jahrhundert u. a. durch Milos Formans Spielfilm „Amadeus“ aufgewärmt. Mozart ist keinem Anschlag zum Opfer gefallen, kein Bote aus dem Jenseits hat damals an seine Tür geklopft. Soviel ist sicher. Was der Musikwissenschaft jedoch bis heute Rätsel aufgibt bzw. Anlass zu Diskussionen bietet, ist die Frage nach einer allgemeingültigen Fassung des Werkes.
Es gibt in der Aufführungspraxis sogar Beispiele, bei denen im „Lacrimosa“ an genau der Stelle, an der auch der todkranke Mozart den Stift beiseite legen musste, die Mitwirkenden innehalten. Einen ganz anderen, unkonventionellen Weg wählt der WDR Rundfunkchor Köln: Er lässt Mozarts Totenmesse mit Ritualworten der Navaho-Indianer enden, den die Schauspielerin Isabel Koch rezitiert.
Mit der Maurerischen Trauermusik, zwei Kirchensonaten und einer seiner beiden Vespern führen der WDR Rundfunkchor Köln und das Concerto Köln mit den namhaften Gesangssolisten Simone Nold (Sopran), Gerhild Romberger (Alt), Berthold Schmid (Tenor) und Rudolf Rosen (Bass) unter der Leitung von Rupert Huber auf Mozarts letztes unvollendet gebliebenes Werk hin.
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