Gesellschaft Freunde der Künste

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Bräuche zur Sommersonnenwende

Mittsommer, Naturmystik und Erntesegen zur Sommersonnenwende

In Tschechien ist die Sommersonnenwende nicht nur ein astronomisches Ereignis, sondern poetischer Auftakt zu einem tief in der Kultur des Landes verwurzelten Brauch:

Rund um den Namenstag des Heiligen Jan am 24. Juni entfalten sich landauf, landab die stimmungsvollen Johannisfeste.

Das zentrale Ritual der „Svatojánské slavnosti“ dreht sich um junge Frauen, die auf der Suche nach neun magischen Kräutern schweigend durch Felder und Wiesen streifen.

Der gesammelte Strauß wird dann unters Kopfkissen gelegt – und in der Johannisnacht, so glaubt man, erscheint der künftige Ehemann im Traum.

Und Sommernachtsträume gelten in Tschechien als besonders wahrheitsgetreu. Der Strauß wird später rituell verbrannt, samt allem, was man aus dem alten Halbjahr nicht mitnehmen will. 

Auch in der Ferienregion Schwarzwald ranken sich Märchen und Geschichten rund um die Sommersonnenwende.

Einige davon gibt Ulrike Lingner in ihrer Rolle als „Abnoba, die Märchenerzählerin“ am 22. Juni 2025 im „Dorfurlaub“-Ort Loßburg im Nordschwarzwald zum Besten.

Gemeinsam kommen Groß und Klein bei der sommerlichen Wanderung durchs „Zauberland am Kinzigsee“ dem Geheimnis eines seltsamen Kräuterdiebs auf die Spur, lauschen Erzählungen über geheimnisvolle Bäume und erfahren etwas über zauberhafte Begegnungen mit Elfen und Feen. 

In der Johannisnacht zieht es die Kapuzinermönche des Tessiner Klosters Bigorio bei Lugano in ihre Gärten.

Dort, schweigend und im Dunkeln, ernten sie grüne Walnüsse von Hand, um sie anschließend in Scheiben geschnitten im Destillat einzustampfen.

40 Tage ruht der Ansatz dann in der Sonne, dunkelt nach, wird würziger.

Am Ende steht ein Tropfen Tessiner Kultur, herb und warm. Ratafià nennen die Mönche ihren geheimnisumwitterten Nusslikör, der auf das das lateinische „rata“ - „fiat“ (ratifizieren) zurückzuführen ist und bei der Besiegelung von Verträgen getrunken wurde.