In den kommenden Monaten kann der Künstler Koenraad Dedobbeleer das Gästeappartement im Obergeschoss des Krefelder Haus Esters nutzen, um eine Ausstellung vorzubereiten. Für das Jahr 2009 hat der Belgier nämlich das mit 5.000 Euro dotierte Mies-van-der-Rohe-Stipendium der Stadt Krefeld erhalten.
Der 1975 in Brüssel geborene und bis heute dort lebende Künstler ist bekannt für Skulpturen und raumbezogenen Installationen, bei denen absurde und vertraute Alltagsgegenstände wie Tische, Schirmstände oder Rohrleitungen in seine Kunst integriert. In der Begründung der Jury heißt es, dass Dedobbeleer seine Objekte auf überrachende Weise in modernistische Kontexte transformiere. Das Schaffen des Künstlers ist sowohl durch klare Formensprache als auch eine Offenheit für inhaltliche Querverweise geprägt.
Nicht alle Kunstwerke werden vor Ort in der Atelierswohnung entstehen, so dass am Ende Arbeiten aus Brüssel mit in Krefeld entwickelten Dingen zusammengefügt werden. Ab dem 5. Juli werden dann Dedobbeleers neue, speziell für das Haus Esters entwickelten Werke ausgestellt.
Die Stadt Krefeld errichtet das Mies van der Rohe-Stipendium, bereits seit 1979. Ab 1997 musste es aus finanziellen Gründen für zwölf Jahre aussetzten. Mit der diesjährigen Vergebung soll die Verleihung des Stipendiums aber wiederbelebt und zukünftig alle zwei Jahre vergeben werden. Letzte Stipendiaten waren unter anderem Stan Douglas und Dominique Gonzales-Foerster. Benannt ist das Stipendium nach dem berühmten Architekten der Fabrikanten-Villen Esters und Lange: Ludwig Mies van der Rohe (1886 - 1969).
(red)


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