Fritz Langs „Metropolis“ ist ein Meisterwerk des deutschen Stummfilms. Bis zur Entdeckung einer bislang unbekannten Kopie im Jahr 2008 galt die Originalfassung als verschollen. Die Deutsche Kinemathek erzählt jetzt die Geschichte dieses Klassikers, der seine Faszination bis heute nicht verloren hat.
Entlang eines Parcours durch die Stadt "Metropolis" präsentiert die Ausstellung Dokumente, Objekte, Filmausschnitte und Fotos. Besucherinnen und Besucher erfahren dabei nicht nur mehr über die gigantische Produktion des Films und die künstlerische Vision ihres Regisseurs, sondern auch die verschiedenen Fassungen dieses Meisterwerks aus den 1920er Jahren.
Urfassung rekonstruiert
Anlass für die Ausstellung in der Deutschen Kinemathek in Berlin ist die bevorstehende Weltpremiere der rekonstruierten Uraufführungsfassung dieses Stummfilm-Klassikers in Berlin und Frankfurt.
Nachdem 2008 in Buenos Aires eine Kopie der Originalfassung aufgetaucht war, wurde sie in den vergangenen Monaten von der Friedrich-Wilhelm-Murnau Stiftung, Wiesbaden, in Zusammenarbeit mit mehreren Partnern restauriert.
Die rekonstruierte Originalversion ist deutlich länger als die bis dahin bekannte Fassung des Films und enthält wichtige Szenen, die für das Verständnis der Handlung eigentlich unverzichtbar sind. Unterstützt wurde die Murnau-Stiftung dabei aus dem Haushalt des Kulturstaatsministers mit 200.000 Euro.
"Mit seiner außergewöhnlichen visionären Kraft steht METROPOLIS stellvertretend für die lange Tradition der deutschen Filmgeschichte und den hohen Qualitätsanspruch unserer Filmkunst. Die Rekonstruktion der Ursprungsfassung ist ein Meilenstein für die Sicherung und Bewahrung des deutschen Filmerbes", erklärte Kulturstaatsminister Bernd Neumann bei der Ausstellungseröffnung.
Quelle:
http://www.bundesregierung.de/...
"Metropolis" im Museum – Später Ruhm
Die Entdeckung der Originalfassung warf noch einmal ein Schlaglicht auf die bewegte Geschichte dieses Films, der trotz höchster Erwartungen bei Publikum und Kritik zunächst durchfiel. Schon Monate nach seiner Premiere im Jahr 1927 galt der als größter und teuerster Film beworbene Streifen als Misserfolg. In den weltweiten Verleih ging eine gekürzte und inhaltlich verstümmelte Fassung.
Zu Ruhm kam "Metropolis" erst in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Künstler und Filmemacher wie George Lucas und Ridley Scott oder Pop-Größen wie Freddy Mercury und Madonna zitierten nicht nur einzelne Figuren und Sequenzen, sondern auch Teile des Soundtracks.
Seit damals gilt der Film wegen seiner ausdrucksvollen Ästhetik und innovativen Technik als epochales Meisterwerk des deutschen Stummfilms. 2001 nahm die UNESCO den Film in das Register "Memory oft he World" auf.
Die Stiftung Deutsche Kinemathek dokumentiert, erforscht und vermittelt die Geschichte von Film und Fernsehen. Ihr Filmbestand umfasst Kopien von rund 12.000 deutschen und ausländischen Stumm- und Tonfilmen. Zu ihren Aufgaben gehören auch die Restaurierung und Rekonstruktion kulturhistorisch bedeutender Filme. Die Stiftung wird vom Bund über den Hauptstadtfinanzierungsvertrag mit über 7 Millionen Euro jährlich finanziert.
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