Das Museum Ludwig zeigt eine Auswahl von etwa 60 Spitzenwerken der Fotografie des 20. Jahrhunderts. Ab dem 1. August 2009 werden diese in einer neu eingerichteten Galerie ausgestellt. Die Präsentation beginnt mit Künstlerportraits von Edward Steichen, Heinrich Kühn, Hugo Erfurth, George Platt Lynes und Cecil Beaton, beinhaltet Aufnahmen von Irving Penn, Henri Cartier-Bresson, Weegee und Robert Doisneau sowie legendäre Fotografien von Margaret Bourke White, Edward Weston und Alfred Stieglitz. Zur Auswahl gehört ein früher Abzug des berühmten Bildes vom gefallenen Soldaten Robert Capas sowie Fotomontagen von Herbert Bayer, Man Ray und Philippe Halsmann.
All diese Fotografien sind feste Bestandteile der Kunst- und Kulturgeschichte der Fotografie und fehlen in kaum einer Darstellung dieser Geschichte. Daneben erlaubt die Präsentation aber auch neue Entdeckungen von Meisterwerken, die bislang kaum bekannt sind wie die ‚Spiegelung‘ des Erwin von Dessauer oder die ‚Ankunft des Dampfers Bremen in New York‘ von Bernd Lohse. Vor allem besticht die Qualität der einzelnen Fotografien wie z.B. die berühmte ‚Gabel‘ von André Kertész aus dem Jahr 1928, die zu den Spitzenwerken der ‚Neuen Sachlichkeit‘ gehört.
Die brillante Aufnahme der ‚Gabel‘, deren Schatten in höchster Eleganz den Rand eines Tellers überquert, war ein persönliches Geschenk von André Kertész an L. Fritz Gruber, dessen Sammlung das Museum Ludwig 1977 erwarb. Der legendäre L. Fritz Gruber hatte nach 1945 nicht nur verantwortlich die ‚photokina Bilderschauen‘ gegründet, sondern er holte auch die Arbeiten der ‚großen Fotografen‘ aus der internationalen Fotowelt nach Köln und stellte diese erstmalig dem deutschen Publikum vor.
Das Museum Ludwig besitzt eine der bedeutendsten Sammlungen zur Kunst- und Kulturgeschichte der Fotografie; hierzu gehören auch die Sammlungen Lebeck und Agfa. Diese werden nun ebenso wie zukünftige Neuerwerbungen dem Publikum präsentiert werden, um der Geschichte der Fotografie auch in den Schauräumen des Museums die Gewichtung zu geben, die der herausragenden Bedeutung der Sammlungen entspricht.
Die Schätze aus den Fotografischen Sammlungen des Museum Ludwig konnten bislang nur in Sonderausstellungen gezeigt werden, weil die Lichtempfindlichkeit der Exponate keine längere Präsentation zugelassen hat. Ein neuartiges System der Lichtfilterung hat es jetzt jedoch möglich gemacht, eine Auswahl von Meisterwerken der Sammlung für eine längere Zeitspanne der Öffentlichkeit im zweiten Stock des Museums zugänglich zu machen.
Kurator: Prof. Dr. Bodo von Dewitz
Dauer der Ausstellung bis zum 16.5.2010
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