Antje Boetius, Meeresforscherin am Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie Bremen, erhält den Leibniz-Preis, mit dem die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) herausragende jüngere Forscherinnen und Forscher ehrt. Sie ist die einzige Frau unter den elf diesjährigen Leibniz-Preisträgern.
Der DFG-Hauptausschuss benannte Anfang Dezember in Bonn eine Wissenschaftlerin und zehn Wissenschaftler für die Auszeichnung mit einem der wichtigsten deutschen Forschungspreise. Sie waren zuvor vom Nominierungsausschuss aus 141 Vorschlägen ausgewählt worden.
Antje Boetius widmet sich in ihren Forschungen winzigen Organismen, die Teile des Meeresbodens besiedeln und großen Einfluss auf das weltweite Klimageschehen haben. Ein Großteil ihrer Arbeit findet auf hoher See statt, seit 1989 hat die Wissenschaftlerin an über 30 Expeditionen auf Forschungsschiffen teilgenommen. Dabei gelang es, nach Angaben der DFG, Antje Boetius als Erster, auf dem Ozeangrund mikrobielle Lebensgemeinschaften aus Sulfat reduzierenden Bakterien und metanotrophen Archaea nachzuweisen. Diese Mikroorganismen, so erklärt die DFG, veratmen in sauerstofffreier Umgebung das in gewaltigen Mengen im Meeresgrund vorhandene Methan - und sorgen so dafür, dass nur ein Teil dieses gefährlichsten aller Treibhausgase in die Atmosphäre gelangt. Mit ihren Arbeiten trage die Meeresforscherin und Mikrobiologin entscheidend zum Verständnis eines bedeutenden Prozesses im globalen Klimakreislauf bei, betont die DFG. Mit dem Preisgeld will Antje Boetius neue Aufgaben der marinen Ökosystemforschung, besonders der mikrobiellen Ökologie und Tiefseeforschung, finanzieren.
Nach ihrem Biologiestudium in Hamburg und der Promotion in Bremen forschte Antje Boetius am Institut für Ostseeforschung in Warnemünde und am Bremer Max-Planck-Institut (MPI) für Marine Mikrobiologie. Sie leitet seit kurzem eine gemeinsamen Arbeitsgruppe des MPI für Marine Mikrobiologie und des Alfred-Wegener-Instituts für Polar und Meeresforschung in Bremerhaven, an das sie Anfang 2009 wechseln wird. Seit 2001 ist sie auch Professorin für Biologie und Mikrobiologie an der privaten Jacobs Universität in Bremen.
Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis wird seit 1986 jährlich vergeben und gilt als eine der angesehensten Auszeichnung für Forscherinnen und Forscher in Deutschland. Mit 2,5 Millionen Euro Preisgeld ist es zudem die höchst dotierte Wissenschafts-Auszeichnung in Deutschland. Die Preisträgerinnen und -träger können diese Summe in einem Zeitraum von bis zu sieben Jahren nach eigenen Vorstellungen für ihre wissenschaftlichen Arbeiten verwenden. Verliehen werden die Leibniz-Preise 2009 am 30. März 2009 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin.
Infos unter: www.frauenmachenkarriere.de
Max Planck-Institut: www.mpi-bremen.de/Leibniz-Preis_fr_Bremer_Forscherin.html
DFG Deutsche Forschungsgemeinschaft: www.dfg.de/aktuelles_presse/preise/leibniz_preis/index.html


Antje Boetius, Quelle: www.frauenmachenkarriere.de