Gesellschaft Freunde der Künste

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Nachruf

Marta Herford trauert um Dennis Oppenheim - Er hatte 2009 eine umfassende Einzelausstellung mit Modellen und Skulpturen für den öffentlichen Raum ausgerichtet

Tief bestürzt haben Leitung und Team von Marta Herford die Nachricht vom plötzlichen Tod des amerikanischen Künstlers Dennis Oppenheim aufgenommen, der mit 72 Jahren in New York verstarb.

Das ostwestfälische Museum für zeitgenössische Kunst, Architektur und Design hat dem 1938 in Electric City, Washington, geborenen Künstler 2009 eine umfassende Einzelausstellung mit Modellen und Skulpturen für den öffentlichen Raum ausgerichtet.

Daraus entwickelte sich nicht nur eine große Verbundenheit, sondern auch die Realisierung der ersten von insgesamt fünf Installationen im öffentlichen Raum für das Projekt „Fünf Tore / Fünf Orte“. Oppenheim trug zu diesem Vorhaben, das an die ehemaligen, mittlerweile zerstörten Stadttore des mittelalterlichen Herford erinnert, seine beleuchtete Doppelskulptur "Safety Cones (for Herford)" bei.

Das Vorhaben war über Monate von z.T. heftigen Diskussionen in der Stadt begleitet, die nicht nur zum ersten nordrheinwestfälischen Bürgerentscheid über ein Kunstprojekt führten, sondern auch zur Formierung der sogenannten „Stadttorfreunde“, einer jungen, parteilich ungebundenen Gruppe, die durch viel Öffentlichkeitsarbeit und Engagement das Projekt aktiv begleitete.

Die feierliche Enthüllung der beiden Oppenheim-Skulpturen am 30. Oktober 2010 und das damit verbundene große Bürgerfest war der Anlass für Dennis Oppenheims letzten Besuch in Europa.

Er geriet zu einem ebenso freudigen wie bescheidenen Triumph des Lebenswerks dieses seit mehr als 40 Jahren international aktiven und hoch geschätzten Künstlers, der auch in Herford nie einen Zweifel daran gelassen hatte, dass er an die Überzeugungskraft seiner Arbeit auch in der breiten Bevölkerung glaubte.

So zeigte sich Oppenheim auch während des gesamten Diskussionsprozesses gelassen und zuversichtlich. Dass seine öffentlichen Projekte gelegentlich auf Widerstand stießen, nahm er unerschrocken, doch stets freundlich hin und betonte immer wieder, wie wichtig und fruchtbar der Diskurs über Kunst im öffentlichen Raum sei.

Noch Anfang dieses Jahres stellte er zum Dank für die nachdrückliche Unterstützung seiner Arbeit zwei Editionen für den Freundeskreis des Marta Herford fertig.

Die beiden nachts aus tiefblauen Fenstern leuchtenden „Safety Cones“ werden nun am Herforder Bergertorplatz weit über seinen Tod hinaus von der heiteren Kreativität und der ansteckenden Wirkungskraft der Arbeit von Dennis Oppenheim zeugen.

Sein letztes im öffentlichen Raum realisiertes Werk geriet damit auch zu einer Art leidenschaftlichen und ermutigenden Vermächtnisses in Europa.

Die gesamte Mitarbeiterschaft von Marta Herford spricht den Hinterbliebenen, allen Freunden und dem Künstler nahe Stehenden seine aufrichtige Anteilnahme aus. Wir haben einen wunderbaren Menschen verloren und einen großartigen Künstler, dessen vielgestaltiges Werk seinen festen Platz in der Kunstgeschichte längst gefunden hat. 

Karin Barth

- PR / Pressesprecherin -

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