Musik, Abspann. Ein Film geht seinem Ende entgegen. Das Publikum gelangt aus dem Vorführsaal in ein Kinofoyer - hier wurde offenbar schon lange kein Ticket mehr verkauft. Will man den Plakaten an den Wänden Glauben schenken, lief zuletzt der Film «Letztes Jahr in Marienbad» von Alain Resnais und Alain Robbe-Grillet. Wie von selbst startet der Film erneut, generiert eine sich wiederholende Zeitschleife, ein Raum-Zeit-Labyrinth, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ihre Bedeutung verloren haben und das seine Gefangenen, beim Versuch es zu verlassen, nur noch tiefer in sein Inneres hineinführt.
In dieser Welt zwischen Kino und Wirklichkeit versuchen eine Frau und zwei Männer die Puzzlesteine ihrer gemeinsamen Geschichte neu zu ordnen. Was ist wirklich geschehen? Ist überhaupt etwas geschehen? Oder geschieht alles nur im Moment der Erinnerung? Welche Spuren hinterliess die Geschichte? Aus welchen Zeichen lässt sich Zukunft deuten? Vor den Augen und Ohren des Publikums entfaltet sich ein komplexes Ursache-Wirkungs-Rätsel.
mikeska:plus:blendwerk entwickelten zuletzt für die Saisoneröffnung der Kaserne «Mit Nachbarn» ihren Audiowalk «Der Planet» durch Kleinbasel. Wie schon in «Ghosts::who's watching you?» (2007) werden auch in «Marienbad» die Zuschauer individuell mit Kopfhörern ausgestattet. Diesmal aber entwickelt sich bei jedem Zuschauer eine andere Geschichte, während alle das gleiche sehen: Es entsteht der Film im Kopf, den jeder Zuschauer für sich anders imaginiert.
mit Texten von Ulrich Woelk
nach einem Cinéroman von Alain Robbe-Grillet
«Eine Inszenierung wie ein kleines Meisterwerk – wer sie besuchen kann, sollte diese Aufführung auf keinen Fall verpassen.» [NZZ]
Koproduktion Theaterhaus Gessnerallee, Kaserne Basel / Gefördert durch Präsidialdepartement der Stadt Zürich, Fachstelle Kultur Kanton Zürich
Der Fond Warteck pp vergibt für diese Veranstaltung Freikarten, solange der Vorrat reicht.
Weitere Infos unter: www.werkraumwarteckpp.ch
Infos zum Gesamtprogramm der Kaserne Basel www.kaserne-basel.ch

