Gesellschaft Freunde der Künste

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eine deutsch-polnische Familiengeschichte

Mara-Cassens-Preis geht an Autorin Sabrina Janesch für Ihr Erstlingswerk Katzenberge

Für ihr Romandebüt «Katzenberge» (Aufbau Verlag) wird die Autorin Sabrina Janesch mit dem Mara-Cassens-Preis 2010 des Hamburger Literaturhauses ausgezeichnet. In ihrem Erstlingswerk erzählt die 25-Jährige aus Gifhorn (Niedersachsen) eine deutsch-polnische Familiengeschichte. Sie überzeuge mit einer dichten, aber unangestrengten Sprache und schaffe unvergessliche, vielschichtige Charaktere, heißt es in der Begründung der Jury. Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung wurde am 6. Januar im Literaturhaus übergeben. Der von einer Leserjury verliehene Mara-Cassens-Preis ging zuletzt an Larissa Boehning (2007), Lukas Bärfuss (2008) und Roman Graf (2009).

 

Eine junge Frau, halb Deutsche, halb Polin, fährt durch die im Nebel versunkene niederschlesische Landschaft: Nele Leibert ist auf dem Weg zum Grab ihres Großvaters. Ihre Gedanken schweifen in die Vergangenheit. Ihr geliebter »Djadjo« war eigensinnig und der Nachtseite des Lebens ausgeliefert. Unablässig kämpfte er gegen die Dämonen, die die Deutschen in Schlesien zurückließen. Noch seine Enkeltochter steht im Bann der Geschichte. Nur eine Reise ins Gestern kann den Fluch aufheben. Und so begibt sich Nele nach Polen und Galizien, an den Rand der Zeit. Dabei wird sie vom Erbe ihres Großvaters und einem schrecklichen Verdacht heimgesucht.

Suggestiv und präzise erzählt Sabrina Janesch von Heimatlosigkeit, von Orten der Sehnsucht und von Schuld, die nicht vergeht. Katzenberge ist die Geschichte einer  deutsch-polnischen Familie, die bis in die Gegenwart der Wirkmacht der Geschichte unterliegt.

 

Sabrina Janesch, geboren 1985, studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim, außerdem Polonistik in Krakau. U.a. Gewinnerin des O-Ton Literaturwettbewerbes des NDR, Stipendiatin des Schriftstellerhauses Stuttgart und des Literarischen Colloquiums Berlin. Als erste Stadtschreiberin von Danzig erwarb sie sich viel Medienaufmerksamkeit. Im Juni 2010 hat sie im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur Ingeborg-Bachmann-Preis teilgenommen.

 

 

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Julia Oellingrath

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