Die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung ist stolz darauf, als Partner des Victoria and Albert Museums »Maharaja: Pracht der indischen Fürstenhöfe« zu präsentieren. München ist neben London der weltweit einzige Ort für diese außergewöhnliche Präsentation. Es ist die erste Schau, die einen umfassenden Überblick auf die Welt der Maharajas und ihre einzigartig reiche Kultur gibt.
Die Ausstellung zeigt mehr als 250 herausragende Objekte; viele kommen zum ersten Mal nach Europa und stammen aus Indiens Herrschersammlungen. Darunter drei Throne, eine Sänfte angefertigt aus vergoldetem Silber, mit Edelsteinen besetzte Waffen, Gemälde, Fotografien, indischer Turbanschmuck und Schmuck, der bei Cartier und Van Cleef & Arpels im 20. Jahrhundert in Auftrag gegeben wurde.
Die Ausstellungsgegenstände stammen aus drei Jahrhunderten und umspannen den Zeitraum vom 18. Jahrhundert, dem Beginn der großen Ära der Maharajas, bis 1947, dem Ende der britischen Herrschaft in Indien. Damit wird der geschichtliche und gesellschaftliche Wandel der Rolle der Maharajas wie auch ihr Einfluss als Kunstmäzene Indiens und Europas anhand wunderschöner Stücke veranschaulicht.
Die königlichen Sammlungen von Udaipur und Jodhpur stellen einige herausragende Gemälde und Objekte als Leihgabe zur Verfügung. Ein weiteres Objekt, das zum ersten Mal in Europa zu sehen sein wird, ist das Kollier von Patiala, Teil des größten Einzelauftrags, den Cartier jemals ausführte. Das Kollier wurde 1928 fertiggestellt und im Jahr 2002 restauriert; es fasste ursprünglich 2.930 Diamanten und kam auf fast 1000 Karat.
Den Auftakt der Ausstellung bildet die Nachstellung eines Umzugs indischer Maharajas mit einem lebensgroß nachgebildeten Elefanten mit Schmuck, Tüchern, Geschirr und silberner Sänfte.
Die ersten Ausstellungsräume befassen sich mit dem damaligen Herrschermodell Indiens und der Rolle der Maharajas als spirituelle und militärische Führer, Politiker und Mäzene. Die Symbole ihres Standes sind unter anderem ein "Gaddi" (Thron) aus Udaipur, aufwendig gearbeiteter Turbanschmuck, Zeremonienschwerter wie auch ein goldener, mit Diamanten besetzter "Ankus" (Treibstock für Elefanten).
Eine Sänfte aus Jodhpur trug die Maharani (Frau des Maharajas) und erlaubt uns einen flüchtigen und seltenen Blick in das Leben der Frauen in den Palästen. Das Innere der Sänfte ist mit den ursprünglichen eingerahmten Drucken und Kissen ausgekleidet.
Danach erfährt der Besucher mehr über die darauffolgende Machtverschiebung und den kulturellen Wandel im Indien des 18. und angehenden 19. Jahrhunderts. Der Zerfall des Mogulreichs führte zu einer Zeit politischen Umbruchs, in der rivalisierende indische Herrscher Land für sich beanspruchten. Zu bewundern sind der goldene Thron des Maharajas Ranjit Singh, der die sich bekriegenden Lager in Punjab zu einem mächtigen Sikh-Staat vereinte, wie auch die Waffen und die Rüstung von Tipu Sultan von Mysore und des Maratha-Herrschers, Yeshwant Rao Holkar von Indore.
Diese Ära ist auch geprägt von der raschen Ausweitung der territorialen Interessen der Britischen Ostindien-Kompanie, was zu einer Vermischung englischer und indischer Kultur führte. Diese spiegelt sich deutlich in Objekten wie dem Spode Tafelservice und dem Stuhl wider, der für den Nawab (Herrscher) von Awadh im Stil des "Ägyptischen Revival" entworfen wurde.
Der letzte Teil der Ausstellung befasst sich mit der Rolle der "modernen" Maharajas während der Zeit des Raj und dem zunehmend europäischen Einfluss auf ihr Leben. Hierzu gibt es Portraits der Maharajas und ihrer Frauen im indischen, aber auch europäischen Stil, die von Fotografen und Künstlern wie z. B. Man Ray, Cecil Beaton und Rja Ravi Varma angefertigt wurden.
Das Mäzenatentum der Maharajas für europäische Unternehmen brachte luxuriöse Auftragsarbeiten hervor. Beispiele dafür sind Saris von einem führenden französischen Haut-Couture-Designer, ein Kostüm von Madeleine Vionennt, ein Kollier mit Diamanten und Smaragden von Van Cleef & Arpels und ein Reisekoffer von Louis Vuitton.
Die Maharajas waren auch die Förderer der sich damals entwickelnden europäischen Avantgarde. Ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist Mobiliar im Stil des Modernismus, das in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts vom Maharaja von Indore für dessen Palast in Auftrag gegeben wurde, wie auch architektonische Entwürfe für den Palast Umaid Bhawan, eine Art-Deco-Residenz, die auf Wunsch des Maharajas von Jodhpur erbaut wurde.
Diese Ausstellung wird belegen, dass Indiens Herrscher bedeutende Kunstmäzene im eigenen Land, aber auch im Westen waren, und erzählt die faszinierende geschichtliche Entwicklung der Rolle der Maharajas vom frühen 18. Jahrhundert bis zu den letzten Tagen des Raj.
Vom 12.02.2010 bis zum 23.05.2010
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Presse
Leonie Mellinghoff
Öffnungszeiten
12. Februar – 23. Mai 2010
täglich 10 bis 20 Uhr
16. Februar (Faschingsdienstag)
nur bis 14.00 Uhr geöffnet
Links
http://www.hypo-kunsthalle.de/newweb/maharaja.html

