Gesellschaft Freunde der Künste

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Komödie von Kristof Magnusson

Männerhort am Staatstheater Wiesbaden 9. Juli 2009

Auf der Flucht vor ihren einkaufswütigen Ehefrauen ziehen Helmut, Eroll und Lars sich in die Toilette eines Einkaufszentrums zurück, wo sie sich eine letzte Enklave der Männlichkeit einrichten. Hier glotzen sie Fußball, futtern Pizza und tauschen die neuesten Geschichten über Horror-Shopping-Erlebnisse ihrer Ehefrauen aus. Die Idylle droht jedoch aufzufliegen, als der Feuerwehrmann Mario die drei entdeckt. Er verrät das illegale Versteck nicht – unter einer Bedingung: Er darf mit in den Männerhort!


Zähneknirschend lassen die drei den Frischverheirateten in ihr Heiligtum und palavern weiter über Jobs und Baumärkte, das Guinessbuch der Rekorde und natürlich über Frauen. Doch dann läuft alles aus dem Ruder: Nacheinander werden Mario, Helmut und Lars von ihren Ehefrauen verlassen, während Eroll vehement sein Eheglück dagegenhält. Die Solidarität bröckelt ganz gehörig. Ein Verdacht kommt auf: Hatte Erolls geliebte Connie etwa ein Verhältnis mit einem der Kumpel aus dem Männerhort?

Der 30-jährige Autor Kristof Magnusson studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, an der Universität der Künste Berlin und an der Universität Reykjavik. Er war Teilnehmer des ,Forums junger Autoren’ bei der Theaterbiennale ,Neue Stücke aus Europa’. Ihm ist mit ‚Männerhort’ eine äußerst witzige Komödie gelungen, die ungefähr jedes Klischee über Männermarotten genüsslich durch den Kakao zieht und dabei hinter all den bierseligen Machoattitüden vier liebenswerte Charakterköpfe zeigt, die letztlich doch nur das eine wollen: geliebt werden.

'Männerhort' begeistert in der zweiten Spielzeit ungebrochen das Theaterpublikum. Inszeniert hat diesen urkomischen Abend Caroline Stolz, die seit dieser Spielzeit die Leiterin der Wartburg ist. Von ihr war in dieser Spielstätte bereits Rainer Werner Fassbinders Erstlingsdrama ‚Tropfen auf heiße Steine’ zu sehen. Zur Zeit laufen außerdem ihre Inszenierungen von 'Hitchcocks 'Die 39 Stufen'' und von Tennessee Williams’ Schauspiel ‚Die Glasmenagerie’.

Location: Theater Wiesbaden www.staatstheater-wiesbaden.de am 9.7.2009 um 20 Uhr

Doch [Caroline] Stolz (...) ließ sich zu keiner geschlechtsspezifischen Parteinahme verleiten. Die Männergruppe auf Rückzug hat sie gut im Griff (...) Den ohnehin schon flotten Text spitzt Stolz weiter zu und fügt neue Pointen ein (...) Stolz ist weder dem Slapstick noch musikalischen Einlagen abgeneigt. Dabei geraten die von Lorena Diaz Stephens liebevoll kostümierten Figuren nie zu starren Typen. Michael Birnbaum lotet als Eroll souverän die Extreme des unkörperlichen Programmierers aus, der gerne ein Poet der Computersprachen wäre (...) Ihren geschmeidigsten Darsteller jedoch hat die Regisseurin in Wolfgang Böhm gefunden. Als egomanische Führungskraft Lars tänzelt er selbstverliebt vor dem Spiegel und nimmt die Anrufe seiner diversen Internetbekanntschaften entgegen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.12.2007

Gehen Sie rein in ‚Männerhort’ – Sie werden es nicht bereuen, eine der rattenschärfsten Komödien dieser Theatersaison erlebt zu haben! (...) ‚Männerhort’ am Staatstheater Wiesbaden ist eine inhaltlich gewitzte und auf der Bühne äußerst lustige Darstellung des männlichen Seelenlebens (...) Caroline Stolz (...) verzichtet an den richtigen Stellen auf platte Klischierungen zu Gunsten einer hochintelligenten Inszenierung männlicher Selbstbilder – genau so, wie Männer sich eben selbst am Liebsten sehen und die Schauspieler sich denn auch richtig ausleben können.

Main-Echo, 24.12.2007

Caroline Stolz hat (mit Jan Hendrik Neidert und Lorena Diaz Stephens für Bühne und Kostüme) Kristof Magnussons ‚Männerhort’ in eine Toilettenanlage gesteckt und trotzdem, oder auch gerade aus ihr, eine veritable, fantasievoll turbulente Komödie rausgezaubert (...) Da ist der Rhythmus so genau balanciert, wie ihn die Darsteller auch temporeich, ohne Leerlauf, umsetzen. Krumpholz, der den Sammler spielt, Böhm den hinreißenden Jäger, Birnbaum den schüchternen Knaben und Thunemann den männlichen Prototypen (...) Eine ganze Wartburg ist schließlich begeistert von dieser flott inszenierten und exzellent gespielten Komödie, der auch in Wiesbaden eine erfolgreiche Zukunft bevorsteht.

Wiesbadener Tagblatt/Wiesbadener Kurier, 24.12.2007

Das Publikum feierte die Premiere in der Wartburg mit minutenlangem Applaus, vor allem die Frauen schienen sich in der Inszenierung von Caroline Stolz bestens zu amüsieren, obwohl oder gerade weil mit ihnen hier oft haarsträubend ins Gericht gegangen wird.

Darmstädter Echo, 27.12.2007

Regie

Bühne und Kostüme

Dramaturgie

Musikalische Einstudierung

Mit:

Helmut

Eroll

Lars

Mario