Gesellschaft Freunde der Künste

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Romantic-Comedy

Mädchen im Eis - skurriles Roadmovie über eine Frau, die ihren Geliebten am Polarkreis sucht

Unterhaltender Mix aus absurder Romantic-Comedy und schwarzhumorigem Roadmovie in den Weiten des russischen Polarkreises.

Mädchen im Eis im Kino

Pinguine sind nette Tierchen und wenn sie den Zoobesucher treuherzig angucken, menschelt es stark. Diese schwarz-weißen Viecher wirbeln das Leben einiger dubioser Gestalten durcheinander, allen voran das des notorisch schlecht gelaunten Tierpflegers, der vor den gebannten Zuhörern in einer Rückblende auspackt über perverse Pinguine, den nicht ganz sauberen Oligarchen und selbst ernannten Öko-Aktivisten Starych, die bis über beide Ohren verknallte Deutsche Winja, die ihrem russischen Lover ohne sein Wissen in die Schnee- und Eiswüste folgt. Dort, im heruntergekommenen Hotel taucht das Objekt der Begierde mit sportlich ambitionierter, wenn auch nicht geliebter Gattin und Baby im Schlepptau auf, begleitet von deren biestigen Biathlontrainerin.

Den Club der seltsamen Vögel in dieser deutsch-russischen Koproduktion komplettiert ein nicht gerade begnadeter Videokünstler, der einen agitatorischen Kurzfilm über und für den nicht immer Moral getreuen Umweltretter drehen soll und mangels geeigneter Crew Winja engagiert. Der Film im Film entpuppt sich als bitterböse Satire, wenn "Mädchen im Eis"-Regisseur Stefan Krohmer in einem Russland ohne Regeln den Wahnsinn triumphieren lässt. Das beginnt mit der durchgeknallten Idee, 100 Pinguine als Komparsen durch die Kälte zu karren, die dann die Reise als frostige Kadaver beenden und damit eine Neu-Konzipierung des Videos veranlassen, geht über die eigenwillige und blutige Entsorgung eines Informanten, der Winja (Neuentdeckung Lucie Heinze) gegen Bares einen Tipp gab, bis hin zum finalen apokalyptischen Paukenschlag. Das originelle Personal, obskure Plotwendungen, deren innere Logik ein Geheimnis bleibt, eine dicke Portion schwarzen Humors und seltsame Thriller-Elemente machen die kauzige Mischung aus Liebesgeschichte und Roadmovie zum aberwitzigen Vergnügen.

Unterhaltender Mix aus absurder Romantic-Comedy und schwarzhumorigem Roadmovie

Für den visuellen Genuss sorgen Benedict Neuenfels' magische Bilder einer fast surrealen Landschaft, die im Gegensatz zur Hektik der wunderlichen Protagonisten stehen. Wer über hübschen Unsinn und ein überraschendes Happy End nicht den Kopf schüttelt, ist hier bestens aufgehoben. mk.