Musik, die von Chören mit engelsgleichen Stimmen gesungen wird. Tranceähnliche Rhythmen, die islamische Sufis in spirituelle Ekstase versetzen. Meisterwerke der geistlichen Musik von Monteverdi und Bach, Mozart und Bruckner. Dazu Werke zeitgenössischer Komponisten, die sich mit existenziellen Fragen auseinandersetzen: Vom 2. Februar bis 4. März 2013 bringt das mehrwöchige Festival "Lux aeterna" Hamburg mit spiritueller Musik aus unterschiedlichen Epochen, Kulturen und Genres zum Leuchten - ein "Musikfest für die Seele" mit rund 25 Konzerten in Hamburger Kirchen, in der Laeiszhalle, im Körber Forum und auf Kampnagel.
Schon immer war der Mensch fasziniert von der magischen Wirkung der Musik, denn sie spricht ganz direkt und unmittelbar die Seele an. So steht Musik auch für die Verbindung zu einer Welt jenseits der menschlichen Vorstellungskraft. Gerade in unserer schnelllebigen Gesellschaft gewinnt die Suche nach dem Sinn des Lebens zunehmend an Bedeutung. "Lux aeterna" möchteder Sehnsucht nach spiritueller Erfahrung mit Musik begegnen: "Ewiges Licht" - der lateinische Festivaltitel entstammt der katholischen Totenmesse. Musik für die Ewigkeit also. Musik, die Unendlichkeit in Töne fasst. Musik, die sowohl der Ekstase als auch der Einkehrdient. Im winterlichen Hamburg erklingt ein internationales Programm von großer Bandbreite und Strahlkraft, für dessen Genuss Gläubigkeit keine Voraussetzung ist: Das Spektrum reicht von mittelalterlicher Vokalmusik und großen Orchesterwerken über religiös inspirierte Kammermusik bis zu spiritueller Musik von anderen Kontinenten und einer außergewöhnlichen Tanz-Performance. Viele große Musikinstitutionen Hamburgs gestalten dabei gemeinsam das Programm: Mit den Elbphilharmonie Konzerten lassen auch der NDR Chor, NDR Das Alte Werk, die Philharmoniker Hamburg und die Hamburger Symphoniker, das Ensemble Resonanz und Kampnagel sowie die Hauptkirchen St. Michaelis, St. Katharinen und St. Nikolai, der St. Marien-Dom Hamburg und die Kulturkirche Altona die Vision der Musikstadt Hamburg Realität werden.
Eines der größten geistlichen Vokalwerke erklingt bei der Festivaleröffnung: Monteverdis Marienvesper, interpretiert durch den Katalanen Jordi Savall, die Originalklang-Ensembles Le Concert des Nations, La Capella Reial de Catalunya und ausgewählte Gesangssolisten (2. Februar, St. Michaelis). Mit einer Telemann-Wiederentdeckung warten einen Monat später der Niederländer Ton Koopman und das Amsterdam Baroque Orchestra & Choir auf (2. März, St. Michaelis). Dazwischen liegt das Konzert des norwegisch-schwedischen Trio Mediæval, dasdie mittelalterliche Vokalmesse "A Worcester Ladymass" zum Leben erweckt - live visualisiertvon dem Berliner Videokünstler Lillevan (4. Februar, St. Katharinen). Auf die Suche nach dem Klang des "ewigen Lichts" begeben sich der Organist und Dirigent Martin Haselböck und der Chorus sine nomine - u.a. mit Ligetis aus dem Kultfilm "2001: Odyssee im Weltraum" bekanntem "Lux aeterna" (16. Februar, St. Marien-Dom Hamburg).
Der NDR Chor präsentiert unter der Leitung von Marcus Creed Kompositionen, die von den düsteren "Tenebrae"-Gottesdiensten inspiriert sind (10. Februar, St. Nikolai). Außerdem steht er im Konzert der Philharmoniker Hamburg unter Simone Young mit Mozarts "Krönungsmesse" auf der Bühne (24. & 25. Februar, Laeiszhalle). Und mit Concerto Köln bringt der NDR Chor Händels Oratorium "Judas Maccabaeus" zur Aufführung (27. Februar, Laeiszhalle).
Große Namen mit Neuer und Alter Musik: Die zeitgenössischen Werke, die das Ensemble Resonanz unter Scott Voyles präsentiert, eröffnen existenzielle Erfahrungsräume (15. Februar, St. Katharinen). Vier Tage später ist der lettische Geiger Gidon Kremer mit seiner Kremerata Baltica in Hamburg zu Gast (19. Februar, Kampnagel). Mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und The Hilliard Ensemble sind zwei weitere Spitzenformationen bei "Lux aeterna" zu erleben. Mit Paavo Järvi begeben sie sich auf einen Streifzug durch mehrere Jahrhunderte Musikgeschichte (22. Februar, Laeiszhalle). Der italienische Pianist Marino Formenti stellt mit dem Vokalensemble Stile Antico Musik der Frührenaissance wichtigen Wegmarken des 20. Jahrhunderts gegenüber (26. Februar, Kulturkirche Altona). Das Konzert der Hamburger Symphoniker mit dem Pianisten Alexandre Tharaud sowie dem Dirigenten Bernard Labadie steht unter dem Motto "Passionen" und kombiniert Vivaldi, Mozart und Haydn mit Messiaen und Berio (28. Februar, Laeiszhalle).
Tod, Vergänglichkeit und Auferstehung werden bei den Konzerten in kleinerer Besetzung in Töne gefasst - zum Beispiel mit Heinrich Ignaz Franz Bibers "Sonaten über die Mysterien des Rosenkranzes", gespielt von den Barock-Experten Midori Seiler und Christian Rieger (8. Februar, Kulturkirche Altona). Der Ungar Gábor Boldoczki und die Lettin Iveta Apkalna spielen Werke nordländischer Komponisten für Trompete und Orgel (13. Februar, Laeiszhalle). Düster wird es beim Konzert des Quatuor Diotima: Auf dem Programm des Streichquartetts steht auch George Crumbs "Black Angels", das den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse thematisiert (24. Februar, St. Michaelis / Krypta). Und das umjubelte Belcea Quartet widmetsich Haydns "Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz" - mit dem legendären Thomas Quasthoff als Sprecher (4. März, Laeiszhalle).
Musik und Spiritualität sind auch in anderen Kulturkreisen eng miteinander verwoben. So ist die "Joan Baez Afrikas" Fatoumata Diawara aus Mali geladen (7. Februar, Laeiszhalle). Asif Ali Khan aus Pakistan präsentiert den Qawwali-Gesang, mit dem sich Sufi-Anhänger in religiöse Ekstase versetzen (9. Februar, Kulturkirche Altona). Und Jivan Gasparyan bringt das armenische, oboenähnliche Duduk zum Klingen (14. Februar, Kulturkirche Altona).
Eine außergewöhnliche Tanzperformance zeigt der flämisch-marokkanische Choreograf SidiLarbi Cherkaoui mit seiner neuesten Arbeit "Puz/zle": Mit elf Tänzern, dem korsischen Männergesangssextett A Filetta, der libanesischen Mezzosopranistin Fadia Tom El-Hage unddem japanischen Multi-Instrumentalisten Kazunari Abe erzählt er in überwältigenden Bildern und Tönen die Menschheitsgeschichte als Puzzle (26., 27. & 28. Februar, Kampnagel). Elektronische Klänge, die zum Nachsinnen einladen, erzeugt der Liverpooler Philip Jeck mit gefundenen Vinylschallplatten in der Elbphilharmonie-Reihe "ePhil" (21. Februar, KörberForum).
Auch an die jüngsten Musikfans ist bei diesem Festival gedacht: Elbphilharmonie Kompasspräsentiert das Kinderkonzert "Wolken-Oto und die aprikosenfarbene Katze" (17. Februar,Laeiszhalle). Zudem lädt das Erzbistum Hamburg nach dem mehrmonatigen musikalischen Projekt "Kinderorgel" mit Grundschülern zum großen Abschlusskonzert ein (23. Februar,St. Marien-Dom Hamburg).
"Lux aeterna" wird ergänzt durch Stanley Kubricks cineastisches Weltraumepos "2001: Odyssee im Weltraum" (3. März, Metropolis Kino). Das Metropolis Kino zeigt außerdem vom 3. bis 8. März weitere Filme zum Themenschwerpunkt des Festivals. Bei "Lux aeterna" geht es neben dem reinen Musikgenuss um meditative, spirituelle Erlebnisseund persönliche Grenzerfahrungen. Das Musikfest bringt Ruhe in den hektischen Alltag und lädt ein zur Besinnung. Kurz: "Lux aeterna" ist Musik für die Seele.
Gefördert durch die Stiftung Elbphilharmonie, die K. S. Fischer-Stiftung und die Hapag-Lloyd Stiftung. Wir danken Birgit Gerlach für ihr besonderes Engagement für "Lux aeterna".
Laeiszhalle Elbphilharmonie Hamburg
Die künftige Elbphilharmonie und die renommierte Laeiszhalle werden aus einer Hand geführt. Generalintendant ist seit 2007 Christoph Lieben-Seutter. Seit der Konzertsaison 2009/10 verantwortet er darüber hinaus ein eigenes Programm mit durchschnittlich 100 Konzerten, die neben den Veranstaltungen der privaten Konzertveranstalter in der Laeiszhalle und anderen ungewöhnlichen Orten in Hamburg stattfinden. Die Elbphilharmonie Konzerte bieten ein facettenreiches, modernes und weltoffenes Programm, welches das Publikum inhaltlich zum künftigen Konzerthaus Elbphilharmonie und die Musikstadt Hamburg in die Zukunft führt. Informationen, Karten und Abonnements erhalten Sie unter www.elbphilharmonie.de, im Elbphilharmonie Kulturcafé am Mönckebergbrunnen, Barkhof 3, 20095 Hamburg, sowie in der Konzertkasse Laeiszhalle. Tickethotline: 040 357 666 66, tickets@elbphilharmonie.de.
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Bild 1: Belcea Quartet © Ottermans
Bild 2: Ensemble Resonanz © Michael Hadn
Bild 3: Philharmoniker Hamburg © Dirk Messner
Bild 4: Puz/ zle © Koen Broos
Bild 5: Quatuor Diotima © Molina Visuals
Bild 6: Trio Mediæval © C.F. Wesenberg
Bild 7: Thomas Quastfoff © Kasskara
Bild 8: Jordi Savall © Teresa Llordes