Sveta, die Weißrussin, braucht eine Aufenthaltsgenehmigung. Ihr Freund Tilman erklärt sich bereit, sie zu heiraten, will die Hochzeit aber nicht feiern. So sitzen sie gemeinsam mit seiner Mutter Erika und Svetas bester Freundin Luisa in der Wohnung. Dann kommt Svetas Bruder vorbei, ein betrunkener Jungspediteur auf Durchreise. Alle haben sich das ganz anders vorgestellt. Lüg mir in mein Gesicht, sag mir, was ich hören will, auch wenn es nicht die Wahrheit ist. Paul Brodowsky schreibt im Auftrag des Theater Freiburg ein Stück, das um das Phänomen »Double Bind« kreist. Mit diesem Begriff wird die lähmende, weil doppelte Bindung eines Menschen an paradoxe Botschaften oder Signale und deren Auswirkungen beschrieben.
Dabei geraten explizite Aussagen mit impliziten Anweisungen oder Werten in einen für den Einzelnen unlösbaren Konflikt. »Ich bin vier und schaue sie an, die Kassiererin, und lüge der plötzlich ins Gesicht, mitten rein, und mich durchschießt dieses Gefühl von Machtnichtszulügen, dieses Machtgefühl, ‘Nichts, ich lass es liegen’, sage ich, dabei hab ich schon den ersten Würfel Kau-, also Klaugummi in den Händen.«
Premiere am 19.3.2010
Weitere Aufführungen bis zum 31.3.2010
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