Der in Paris und Toulouse ansässige Bildhauer und Maler Daniel Coulet (1954 in Montpellier geboren) gilt als einer der aufstrebenden Künstler der französischen Kunstszene. Vor allem Monumentalskulpturen, die er in den vergangenen Jahren im öffentlichen Raum platzieren konnte, weisen ihn als einen Meister der Skulptur aus: so beeindrucken etwa seine Werke in Toulouse in der U-Bahn-Station Mirail oder im Skulpturengarten des Musée d’Art Moderne et Contemporain.
Die Plastik ist zweifelsfrei Zentrum seines künstlerischen Schaffens. Darüber hinaus befasst sich Daniel Coulet aber auch intensiv mit der Zeichnung. Hier nutzt er vornehmlich Chinatusche, deren Schwärze und Flüssigkeit ihn faszinieren. So entwickelter seine Kompositionen gleichsam im Fluss der Farben.
Thematisch entwickelt er Szenarien von biblischen Geschichten, Albträumen und Höllenvisionen: Coulet nimmt dabei auch auf bedeutende Vorbilder Bezug, wie etwa auf Auguste Rodin, dessen Portede l´Enfer (Höllentor, 1885) er sowohl ikonografisch als auch stilistisch für seine monumentalen, geradezu „Tore“ bildenden Plastiken nutzt.
Auch Assoziationen an die schlanken Figuren von Alberto Giacometti sind nicht von der Hand zu weisen. Dennoch ist deutlich, dass Daniel Coulet die eigene Sprache in seinen bildhauerischen und malerischen Werken längst gefunden hat.
Seine Auseinandersetzung mit den Formfragen der zeitgenössischen Skulptur und seine spannende Suche nach Fragen der menschlichen Ethik und Spiritualität können dabei als eine Bereicherung angesehen werden.
Der von ihm praktizierte Spannungsbogen zwischen Modernität und Tradition, zwischen gelebter Form und neuem Ausdruck, wird in jedem seiner Werke sichtbar. Die Ausstellung im Ludwig Museum versammelt eine Auswahl an neueren großformatigen Zeichnungen und Plastiken.
Dazu gehört auch die Monumentalskulptur„Jambe de Cheval“ aus dem Jahr 2010, die im Außenbereich präsentiert wird. Für die angrenzende St. Kastor-Kirche entwickelte Coulet darüber hinaus eigens ein großformatiges Altarbild, ein Triptychon, das während der Ausstellungsdauer dort zu sehen ist.
Dies nahmen wir zum Anlaß, an zwei Terminen – Dienstag, 13. April, 18.00Uhr, und Sonntag, 25. April, 14.00 Uhr, vor der Sonntagsführung – eine Meditation in St.Kastor anzubieten. Der Eintritt ist frei.
Die Präsentation im Ludwig Museum ist die erste Einzelausstellung des Künstlers in Deutschland. Als Partner der Ausstellung, die unter anderem unterstützt wird von Culturesfrance und der Stiftung für Kultur in Rheinland-Pfalz, wurde das Musée Paul-Dupuy in Toulouse gewonnen.
Zur Ausstellung wird ein Rahmenprogramm für Erwachsene, Jugendliche und Kinderangeboten: Führungen, Meditation, Kunsttreff 50, Jump in Art! – Raus aus dem Büro, rein ins Kunstvergnügen!, Workshops in den Osterferien, Workshops für Schulklassenund Kindergärten, Museumsrallyes für Kinder.
Dr. Christiane Morsbach M.A
Tel.: 0049 261 30 40 415, Fax: 0049 261 30 40 413
www.ludwigmuseum.org, info@ludwigmuseum.org
Öffnungszeiten: Di-Sa 10.30 - 17.00, So 11.00 - 18.00
Eintritt zur Ausstellung 4 Euro, ermäßigt 2 Euro.
Kinder und Jugendliche haben freien Eintritt.
Ludwig Museum im Deutschherrenhaus, Danziger Freiheit 1, 56068 Koblenz, Telefon +49-261-304040, Städtische Museen Koblenz

